Rückblick auf die #saveAfrin-Demonstration in Köln

Die Polizei freute sich schon regelrecht auf die negativen Schlagzeilen, die sie provozieren könnten. Die Gewerkschaft der Bullen (GDP) warnte schon vor Tagen vor gewalttätigen Auseinandersetzungen und freute sich wohl schon Händereibend auf das Opfernarrativ, in das sie sich bald stürzen könnten. Tatsächlich ist auch das Echo der deutschen Öffentlichkeit weiterhin gleich: mimimi Steuergelder mimimi viele Polizisten mimimi kein Versammlungsrecht für Ausländer.

Dabei war die Menge an Auflagen, die im Vornherein schon von der Stadt Köln auferlegt wurden eine Unverschämtheit. Kein Essensverkauf, auch kein unentgeltlicher und auch keine Genehmigung der Essensversorgung der Mengen durch das Rote Kreuz. Rückblick auf die #saveAfrin-Demonstration in Köln weiterlesen

Angriff auf Hamburger SPD-Büro

Am zeitigen Freitagmorgen hat das Kommando Tamara Bunke einen Anschlag auf ein SPD-Büro in Hamburg Wilhelmsburg verübt.
In einem Bekennerschreiben, welches uns zugesandt wurde, erklären sie ihre Solidarität mit den kämpfenden Völkern in Afrin/Rojava und erklären der Angriff sei eine direkte Reaktion auf die Unterstützung des türkischen Angriffskrieges durch die deutschen Sozialdemokraten. Nach Polizeiangaben wurden bei dem Angriff sowohl die Fassade, als auch Büroräume mit roter Lackfarbe beschädigt, sowie eine Fensterscheibe zerstört.
Ebenfalls am Freitag besetzte eine Gruppe Aktivist*innen der interventionistischen Linken ein Parteibüro der SPD in Bielefeld um ebenfalls gegen die deutschen Waffenexporte an die Türkei zu Protestieren. Angriff auf Hamburger SPD-Büro weiterlesen

Hurra, Hurra die Schule kämpft!

In Kreuzberg steht ein libertäres Schulprojekt nach elfjährigem Bestehen möglicherweise vor dem aus. Senat und Bezirk ermöglichen für die Freie Schule Kreuzberg keine dauerhafte räumliche Perspektive. Eine weitere soziale Einrichtung, ähnlich wie der Kinderladen Bande (LINK), ist bedroht. Doch das Team der Schule denkt noch lange nicht ans Aufgeben. Eine weitere Reportage aus Kreuzberg36.

Die Kreuzberger Wrangelstraße morgens um 09:30. In einem unscheinbaren, schönen Backsteinhaus mit der Hausnummer 128 befindet sich auf zwei Etagen die Freie Schule Kreuzberg. Hier versucht ein Team aus Pädagog*innen das zu erreichen, was die bürgerliche Gesellschaft verabscheut: Das Ermöglichen von freiem Denken für 40 Schüler*innen im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Betritt man das Gebäude, kommen einem sofort die neugierigen Kinder entgegen und fragen was man denn gerade in ihrer Schule machen würde. Während in den staatlichen Regelschulen der Unterricht bereits seit knapp eineinhalb Stunden läuft, startet gerade der doch etwas andere Schulalltag in der Freien Schule Kreuzberg. „Wir starten jeden Tag mit einem Morgenkreis und besprechen den jeweiligen Tag. Die Kinder übernehmen die täglich rotierende Gesprächsleitung. Wir als Lernbegleiter*innen halten uns da dann eher zurück und müssen uns eben auch melden, wenn wir etwas sagen wollen“ erzählt Lizzy lachend. Hurra, Hurra die Schule kämpft! weiterlesen

„Führt den Kampf gegen die Faschisten überall“

Über den Angriff der Türkei auf die Kurden Syriens, den Verrat der imperialistischen Hauptkräfte und die miese Rolle Deutschlands. Gespräch mit Sores Ronahi

#Sores Ronahi ist Mitglied der Leitung der yekitiya ciwanen rojava, der Jugendunion Rojavas.

Die Türkei hat den Krieg gegen den Kanton Afrin begonnen. Wie ist die Lage bei euch in Rojava?

Wie ihr mitbekommen habt, ist die Operation gegen Afrin ja nicht plötzlich gekommen. Sie ist seit langem eines der Hauptthemen in der Türkei. Es gab auch schon seit langem Versuche des Feindes, die Grenze punktuell zu übertreten, Bombardements mit schwerer Artillerie, Mörser und ähnliches auf Afrin-Stadt. In der Türkei redeten Erdogan, Bahceli, Cavusoglu im Grunde seit Monaten von nichts anderem, als dem Krieg gegen Afrin.

Dementsprechend wurden von unserer Seite die notwendigen Vorkehrungen getroffen. Sowohl YPG und YPJ, wie auch die Demokratischen Kräfte Syriens bereiteten sich vor. Aber auch die zivilen Institutionen blieben nicht untätig. Auch die Jugendunion Rojavas YCR ist auf den Krieg vorbereitet.

Unsere Position war von Anfang an: Wenn der Feind den Krieg in Afrin beginnt, werden wir diesen Krieg nicht auf Afrin beschränken. Wir werden einen Krieg gegen den türkischen Staat auf allen Ebenen führen. Wenn notwendig, werden wir auch aus anderen Gebieten des Grenzstreifens zur Türkei angreifen, nicht nur aus Afrin. „Führt den Kampf gegen die Faschisten überall“ weiterlesen

Von Goslar bis Afrin

Die nun seit mehr als einem Jahr andauernden Gefechte zwischen der türkischen Armee und der YPG in Afrin erreichen in diesen Tagen eine neue Eskalationsstufe.

2017 erreichten uns immer wieder Nachrichten von türkischen Angriffen im Nordwesten Syriens, die vor allem in Form von Luftangriffen ausgeführt wurden. Dabei war häufig nur die Rede von „Scharmützeln“, die lediglich im Grenzgebiet stattgefunden haben. Was dabei jedoch vergessen wird, ist, dass Afrin das Schutzgebiet tausender Binnenflüchtlinge ist, die aus Aleppo und dem Großgebiet Idlib geflohen sind. Das Embargo setzt die örtlichen demokratischen Kräfte Nordsyriens vor große Herausforderungen, die direkten Luftangriffe, die sich nun häufen, scheinen dabei ein endgültiges Todesurteil zu sein, das Erdogan ausgesprochen hat. Von Goslar bis Afrin weiterlesen

Radikale Klassenpolitik statt Sozialdemokratie

Mehr als Symptombekämpfung

In den sozialen Medien, an den Küchentischen und in irgendwelchen Parteigremien hat die Diskussion um Klassenpolitik tiefe Spuren hinterlassen. Die Linkspartei droht an der Frage nach der strategischen Ausrichtung zu zerbrechen, in akademisch geprägten postautonomen Zusammenhängen rumort es kaum weniger – und so manches WG-Plenum soll unschön geendet sein. Es geht meist um Streitfrage, ob die Hinwendung zur Klasse dazu führt, dass Feminismus und Antirassismus hinten angestellt werden. Radikale Klassenpolitik statt Sozialdemokratie weiterlesen

Unsere Geschichte ist lebendig

Für uns sind die Kämpfe der Vergangenheit eine Verpflichtung. Deswegen gibt es hier einen Beitrag der radikalen linken | berlin zur Gedenkpolitikdebatte, der zugleich ein Aufruf zur linksradikalen Mitgestaltung der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration ist

Am 23. Oktober 1998 wurde Andrea Wolf, Kampfname »Ronahî«, bei Catak in der südostanatolischen Provinz Van von türkischen Soldaten ermordet. Andrea, geboren in München, war als Internationalistin nach Kurdistan gegangen, hatte sich der Frauenguerilla der PKK angeschlossen und mit ihr gekämpft. Als Person steht sie für viele Kampffelder, die auch in der heutigen linksradikalen Bewegung in Deutschland eine Rolle spielen: Sie kam aus der autonomen Szene, beteiligte sich an direkten Aktionen, war in der RAF-Soli und der Hausbesetzer_innenbewegung aktiv. Unsere Geschichte ist lebendig weiterlesen

Einer muss der Fleischfresser werden

Sigmar Gabriel, der Fall Deniz Yücel und die Beziehungen zum türkischen Faschismus

Unser Außenminister Sigmar Gabriel hat einen „persönlichen Freund“. Der Kumpel des ehemaligen SPD-Außenministers ist ebenfalls Außenminister, und so sind beide Amtskollegen. Jetzt kommt der Freund Sigmar Gabriels zu Besuch, nach Goslar. Da wird man sich die Hände schütteln, man wird ein wenig miteinander schäkern, und sicherlich wird man dem Anlass angemessen speisen. Aber nicht nur! Es wird auch “kritisch“ zugehen, kann man in der deutschen Presse lesen. Einer muss der Fleischfresser werden weiterlesen

Bildet Banden!

Fast hätte die EB Immobiliengruppe den seit 1983 in Berlin-Kreuzberg bestehenden Kinderladen »Bande« zum Auszug gezwungen. Doch die Eltern, Erzieher*innen und Kinder machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Eine Reportage aus SO36

Berlin-Kreuzberg im Winter 2017. In der Oranienstraße kämpfen diverse Gewerbetreibende und Anwohner*innen um ihre Existenz im Stadtteil. Auf der inzwischen fünften Kiezversammlung finden sich hunderte Menschen ein, die von Gentrifizierung und hohen Mieten betroffen sind und kämpfen wollen. Manteuffel- und Lausitzer Straße, Reichenberger, Otto-Suhr-Siedlung, Eisenbahnstraße, Mariannenplatz – kaum ein Straßenzug in Kreuzberg 36 ist nicht vertreten. Die Kämpfe um das Recht auf Stadt sind vielfältig: Gegen den Google-Campus richtet eine Initiative ihre Aktivitäten, für den Verbleib des Spätis der Familie Tunc in der O-Straße kämpft eine andere. Und keiner will, dass das neu entstandene Luxushotel am O-Platz bleibt. Bildet Banden! weiterlesen