Afrin und die SiKo – eine Bestandsaufnahme

Am gestrigen Tag, dem 29. Tag der Angriffe der türkischen Armee auf Zivilist*innen in Afrîn, konnte offiziell gesagt werden, dass der Kampf syrischen Boden überschritten hat und die YPG sich nun auch auf türkischem Boden verteidigt.

Eine Olivenölfabrik nahe Kırıkhan in Hatay, einer an Afrîn angrenzenden türkischen Provinz, wurde vom MIT (türkischem Geheimdienst) zu einer Basis umfunktioniert und zur Sammlung und Verbreitung von Informationen genutzt. Dieses Zentrum wurde am Abend des 17.02. angegriffen. Dabei sollen ANF zufolge 7 türkische Soldaten getötet worden sein. Afrin und die SiKo – eine Bestandsaufnahme weiterlesen

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Dauerbrenner: Thema Revolution

Drei neue Bücher zum Thema und ein wenig eigener Senf

Was mich allerdings an Teilen der deutschen Linken nervt, ist, dass die immer wirklich viel lesen und meinen, alles zu verstehen, aber dann nicht danach handeln. Revolution ist nicht nur Theorie.” Das sagt Heval Rûken, organisiert in der PKK, im März 2017 in einem Interview mit LCM (das es mittlerweile auch in dem Buch Konkrete Utopie. Die Berge Kurdistans und die Revolution in Rojava nachzulesen gibt). Die Kritik hat viel für sich. Die einzig taugliche Verteidigung ist der Verweis darauf, dass sich eine Revolution nicht aus dem Arsch ziehen lässt. Wenn die Bedingungen für Massenaufstände nicht gegeben sind, bleibt denen, die nach ihr streben, oft wenig mehr als die Reflexion darüber, wie diese Bedingungen zu schaffen sind. Dazu gehört auch Lesen. Das ist immer noch besser, als sich zynisch dem Status quo hinzugeben. Hier ein Blick auf drei Bücher, die im revolutionären Gedenkjahr 2017 zum Thema erschienen sind. Dauerbrenner: Thema Revolution weiterlesen

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„Irgendwer muss tun, was ansteht, sonst passiert gar nichts Gutes“

Überzeugende Gründe für einen Frieden mit den Verhältnissen gibt es nicht – Peter Schaber hat sich mit Klaus Viehmann über Klassenkampf, Stadtguerilla und Antiimperialismus unterhalten

#Klaus Viehmann war Lehrling in einem Berliner Buchladenkollektiv, Aktivist der Stadtguerilla-Gruppe „Bewegung 2. Juni“ und von 1978 bis 1993 im Knast.

Wenn man auf deine politische Biographie zurückschaut, ist es schwer, sich überhaupt zu entscheiden, mit welchem Thema man ein Interview wie dieses überhaupt anfangen soll. Vielleicht ist ein Zitat, das du mal einem Artikel vorangestellt hast, ein guter Einstieg. Da sagt Horkheimer sinngemäß, dass die Karriere eines Revolutionärs nichts mit Banketten und Ehrentiteln zu tun hat, sondern mit viel Leid. Wie bleibt man da gerade? Was motiviert einen, dann doch noch immer zu sagen: Nee, ich mach weiter, ich kann meinen Frieden mit diesen Verhältnissen nicht machen?

Na ja, im Vergleich zu den Antifaschist_innen während des NS, die Horkheimer ansprach, oder Revolutionär_innen im Trikont habe ich wie die allermeisten Metropolenlinken eine relativ luxuriöse Biografie und für Leute aus meiner Generation auch keine völlig exotische. Was die Motivation angeht: Mir fallen einfach keine überzeugenden Gründe ein, Frieden zu schließen mit den Verhältnissen. Dafür müsstest du den alten Anspruch, eine Einheit von Denken und Handeln, von Überzeugungen und Konsequenzen zu leben, aufgeben und die Augen vor dem verschließen, was weltweit geschieht. Das können ja leider viele, aber wenn du auch nur in ein paar sozialen Verhältnissen bewusst lebst und nur eine Spur Gerechtigkeitsempfinden hast – dann fragst du dich doch eher, ob du genug tust oder getan hast, oder? Eine bessere Gesellschaft ist immer noch so wünschenswert wie global zwingend erforderlich. Und die Gegenseite wird die sicher nicht von sich aus aufbauen. „Irgendwer muss tun, was ansteht, sonst passiert gar nichts Gutes“ weiterlesen

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Was tun für Afrin?

Der Widerstand gegen den Krieg Erdogans hat auch in Deutschland begonnen. Aber wie entwickeln wir ihn weiter?

Die Beteiligung am internationalistischen Widerstand gegen den türkischen Einmarsch in der Selbstverwaltungsregion Nordsyriens ist für deutsche Verhältnisse erfreulich: Tausende Menschen marschieren bei den fast täglich stattfindenden Demonstrationen mit, hunderte kommen zu Informationsveranstaltungen zum Thema und nahezu täglich erscheinen Updates zur militärischen Lage auf diversen linken Blogs. Die Frage, die uns bei diversen Gelegenheiten in den vergangenen Wochen gestellt wurde, lautet oft: Wie kann ich mehr tun?

Es ist eine Herausforderung, vor der wir selber stehen: Unsere Genoss*innen stehen in Afrin mit der Waffe in der Hand gegen eine zehntausende Soldaten umfassende Streitmacht mit Luftunterstützung und modernster Technologie. Und bei uns entsteht das Gefühl der Ohnmacht, auch eine große Wut darüber, dass alles, was wir hier anstoßen, noch als viel zu gering erscheint. Deshalb haben wir uns einige Gedanken gemacht, wie weitere Schritte der praktischen Solidarität aussehen könnten. Was tun für Afrin? weiterlesen

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Jineoloji – die Wissenschaft der Frau

“Jineoloji erleuchtet mit der Natur der Frau die gesellschaftliche Realität”
– Die erste Konferenz der Wissenschaft der Frau und des auf Freiheit basierenden Zusammenlebens in Nord-Syrien –

Vom 12. bis 13. Januar 2018 fand in Derik, gelegen in Nord-Syrien/ Rojava, die erste Jineoloji-Konferenz in der Region statt. Zweihundert Delegiertinnen aus allen in der Region vertretenen sozialen, ethnischen und religiösen Gruppen – Kurdinnen, Araberinnen, Türkmeninnen, Armenierinnen, Assyrerinnen, Syriakerinnen sowie Musliminnen, Ezidinnen, Alevitinnen, Christinnen und Frauen aller Generationen nahmen an der Konferenz teil. Hiermit war diese zugleich Ausdruck des Prinzips der “Demokratischen Nation”. Dies bedeutet die gleichwertige Teilnahme aller Personen und Gruppen an dem selbstverwalteten, basis-demokratischen System unter Berücksichtigung der Unterschiede in dem Sinne, dass die eigene Kultur und Sprache jeder Gruppe bewahrt und somit unter dem Grundsatz “Vielfalt ist Reichtum” ein freies Zusammenleben erreicht wird. Auch Internationalistinnen aus Deutschland, Italien, Frankreich, England, Katalonien, Russland und Indonesien nahmen an der Konferenz Teil. Jineoloji – die Wissenschaft der Frau weiterlesen

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Afrin verteidigen – auch in der BRD!

Erdal Firaz ist Aktivist der kurdischen Befreiungsbewegung in der BRD. Er ist tätig im Bereich der Außenarbeit, also zuständig für lokale Kontakte mit der deutschen Linken, das Schaffen gemeinsamer Kämpfe und dem nach außen Tragen des kurdischen Freiheitskampfes. Im Lower Class Magazine diskutierte er bereits unter anderem das Verhältnis der kurdischen Befreiungsbewegung und der deutschen Linken in der BRD. Afrin verteidigen – auch in der BRD! weiterlesen

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Türkische Kampfflugzeuge Bombardieren Archäologische Stätten in Efrin

– Tausende von Jahren alte Zeugnisse der Frauenkultur zerstört –

Seit dem 20. Januar 2018 hat der türkische Staat einen Vernichtungskrieg gegen die autonome Region Efrin begonnen, welche Teil der demokratischen Konföderation Nord-Syriens ist. Seit mehr als einer Woche dauern die Angriffe auf die Bevölkerung an. Durch weiträumige und gezielte Bombardierungen seitens türkischer Kampfflugzeuge wurden bislang über 80 ZivilistInnen ermordet. Darunter befinden sich viele Kinder. Hunderte Menschen wurden verletzt. Auch die historischen Orte Nebi Huri (Cyrrhus) und der Tempel von Ain Dara wurden zum Ziel. Letzterer wurde dabei fast vollständig zerstört. Türkische Kampfflugzeuge Bombardieren Archäologische Stätten in Efrin weiterlesen

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Rückblick auf die #saveAfrin-Demonstration in Köln

Die Polizei freute sich schon regelrecht auf die negativen Schlagzeilen, die sie provozieren könnten. Die Gewerkschaft der Bullen (GDP) warnte schon vor Tagen vor gewalttätigen Auseinandersetzungen und freute sich wohl schon Händereibend auf das Opfernarrativ, in das sie sich bald stürzen könnten. Tatsächlich ist auch das Echo der deutschen Öffentlichkeit weiterhin gleich: mimimi Steuergelder mimimi viele Polizisten mimimi kein Versammlungsrecht für Ausländer.

Dabei war die Menge an Auflagen, die im Vornherein schon von der Stadt Köln auferlegt wurden eine Unverschämtheit. Kein Essensverkauf, auch kein unentgeltlicher und auch keine Genehmigung der Essensversorgung der Mengen durch das Rote Kreuz. Rückblick auf die #saveAfrin-Demonstration in Köln weiterlesen

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Angriff auf Hamburger SPD-Büro

Am zeitigen Freitagmorgen hat das Kommando Tamara Bunke einen Anschlag auf ein SPD-Büro in Hamburg Wilhelmsburg verübt.
In einem Bekennerschreiben, welches uns zugesandt wurde, erklären sie ihre Solidarität mit den kämpfenden Völkern in Afrin/Rojava und erklären der Angriff sei eine direkte Reaktion auf die Unterstützung des türkischen Angriffskrieges durch die deutschen Sozialdemokraten. Nach Polizeiangaben wurden bei dem Angriff sowohl die Fassade, als auch Büroräume mit roter Lackfarbe beschädigt, sowie eine Fensterscheibe zerstört.
Ebenfalls am Freitag besetzte eine Gruppe Aktivist*innen der interventionistischen Linken ein Parteibüro der SPD in Bielefeld um ebenfalls gegen die deutschen Waffenexporte an die Türkei zu Protestieren. Angriff auf Hamburger SPD-Büro weiterlesen

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Hurra, Hurra die Schule kämpft!

In Kreuzberg steht ein libertäres Schulprojekt nach elfjährigem Bestehen möglicherweise vor dem aus. Senat und Bezirk ermöglichen für die Freie Schule Kreuzberg keine dauerhafte räumliche Perspektive. Eine weitere soziale Einrichtung, ähnlich wie der Kinderladen Bande (LINK), ist bedroht. Doch das Team der Schule denkt noch lange nicht ans Aufgeben. Eine weitere Reportage aus Kreuzberg36.

Die Kreuzberger Wrangelstraße morgens um 09:30. In einem unscheinbaren, schönen Backsteinhaus mit der Hausnummer 128 befindet sich auf zwei Etagen die Freie Schule Kreuzberg. Hier versucht ein Team aus Pädagog*innen das zu erreichen, was die bürgerliche Gesellschaft verabscheut: Das Ermöglichen von freiem Denken für 40 Schüler*innen im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Betritt man das Gebäude, kommen einem sofort die neugierigen Kinder entgegen und fragen was man denn gerade in ihrer Schule machen würde. Während in den staatlichen Regelschulen der Unterricht bereits seit knapp eineinhalb Stunden läuft, startet gerade der doch etwas andere Schulalltag in der Freien Schule Kreuzberg. „Wir starten jeden Tag mit einem Morgenkreis und besprechen den jeweiligen Tag. Die Kinder übernehmen die täglich rotierende Gesprächsleitung. Wir als Lernbegleiter*innen halten uns da dann eher zurück und müssen uns eben auch melden, wenn wir etwas sagen wollen“ erzählt Lizzy lachend. Hurra, Hurra die Schule kämpft! weiterlesen

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