Radikale Klassenpolitik statt Sozialdemokratie

Mehr als Symptombekämpfung

In den sozialen Medien, an den Küchentischen und in irgendwelchen Parteigremien hat die Diskussion um Klassenpolitik tiefe Spuren hinterlassen. Die Linkspartei droht an der Frage nach der strategischen Ausrichtung zu zerbrechen, in akademisch geprägten postautonomen Zusammenhängen rumort es kaum weniger – und so manches WG-Plenum soll unschön geendet sein. Es geht meist um Streitfrage, ob die Hinwendung zur Klasse dazu führt, dass Feminismus und Antirassismus hinten angestellt werden. Radikale Klassenpolitik statt Sozialdemokratie weiterlesen

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Unsere Geschichte ist lebendig

Für uns sind die Kämpfe der Vergangenheit eine Verpflichtung. Deswegen gibt es hier einen Beitrag der radikalen linken | berlin zur Gedenkpolitikdebatte, der zugleich ein Aufruf zur linksradikalen Mitgestaltung der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration ist

Am 23. Oktober 1998 wurde Andrea Wolf, Kampfname »Ronahî«, bei Catak in der südostanatolischen Provinz Van von türkischen Soldaten ermordet. Andrea, geboren in München, war als Internationalistin nach Kurdistan gegangen, hatte sich der Frauenguerilla der PKK angeschlossen und mit ihr gekämpft. Als Person steht sie für viele Kampffelder, die auch in der heutigen linksradikalen Bewegung in Deutschland eine Rolle spielen: Sie kam aus der autonomen Szene, beteiligte sich an direkten Aktionen, war in der RAF-Soli und der Hausbesetzer_innenbewegung aktiv. Unsere Geschichte ist lebendig weiterlesen

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Einer muss der Fleischfresser werden

Sigmar Gabriel, der Fall Deniz Yücel und die Beziehungen zum türkischen Faschismus

Unser Außenminister Sigmar Gabriel hat einen „persönlichen Freund“. Der Kumpel des ehemaligen SPD-Außenministers ist ebenfalls Außenminister, und so sind beide Amtskollegen. Jetzt kommt der Freund Sigmar Gabriels zu Besuch, nach Goslar. Da wird man sich die Hände schütteln, man wird ein wenig miteinander schäkern, und sicherlich wird man dem Anlass angemessen speisen. Aber nicht nur! Es wird auch “kritisch“ zugehen, kann man in der deutschen Presse lesen. Einer muss der Fleischfresser werden weiterlesen

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Bildet Banden!

Fast hätte die EB Immobiliengruppe den seit 1983 in Berlin-Kreuzberg bestehenden Kinderladen »Bande« zum Auszug gezwungen. Doch die Eltern, Erzieher*innen und Kinder machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Eine Reportage aus SO36

Berlin-Kreuzberg im Winter 2017. In der Oranienstraße kämpfen diverse Gewerbetreibende und Anwohner*innen um ihre Existenz im Stadtteil. Auf der inzwischen fünften Kiezversammlung finden sich hunderte Menschen ein, die von Gentrifizierung und hohen Mieten betroffen sind und kämpfen wollen. Manteuffel- und Lausitzer Straße, Reichenberger, Otto-Suhr-Siedlung, Eisenbahnstraße, Mariannenplatz – kaum ein Straßenzug in Kreuzberg 36 ist nicht vertreten. Die Kämpfe um das Recht auf Stadt sind vielfältig: Gegen den Google-Campus richtet eine Initiative ihre Aktivitäten, für den Verbleib des Spätis der Familie Tunc in der O-Straße kämpft eine andere. Und keiner will, dass das neu entstandene Luxushotel am O-Platz bleibt. Bildet Banden! weiterlesen

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Beton bricht – Solidarität nicht!

„Kapitalismus bekämpfen. Repression zurückschlagen. Silvester zum Knast!“ Unter diesem Motto demonstrietern am Silvesterabend in Stuttgart etwa 120-150 Menschen.Die Demo führte von der U-Bahn Haltestelle Stammheim rund um die JVA-Stammheim.

Thematisiert wurden im Aufruf und den Redebeiträgen die staatliche Repression gegen G20-AktivistInnen sowie die in der JVA zu Tode gekommenen RAF-AktivistInnen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe welche am 18. Oktober 1977 tot in ihren Zellen aufgefunden wurden. Beton bricht – Solidarität nicht! weiterlesen

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Rome wasn’t burned in a day

Mit kleinen Schritten in die Zukunft der Klassenkämpfe

Einige Gedanken von TOP B3rlin zu den Arbeitskämpfen bei Amazon und der Beteiligung an der Kampagne Make Amazon Pay. Ein Diskussionsbeitrag.

Nicht nur die üblichen Verdächtigen, auch Zeit Online, Deutschlandradio, das Vice Magazin oder der Hessische Rundfunk rufen an. „Ihr habt ja gesehen was in Hamburg passiert ist“ warnt das Management Amazon Deutschland die Belegschaften des #teamamazon.(1)  Katja Kipping, Vorsitzende der Partei Die Linke, äußert sich in einem Post auf Facebook positiv, „denn die neuen Technologien können Menschen helfen, statt sie noch schärfer auszubeuten – wenn wir die politischen Verhältnisse ändern.“ Im Neuen Deutschland erhofft sich Christopher Wimmer eine Annäherung von radikaler Linke und Gewerkschaften, worin er einen nicht zu unterschätzenden Fortschritt sähe. Am frühen Morgen des 24.11. ist das Amazon-Verteilerzentrum am Kurfürstendamm von einem immensen Polizeiaufgebot belagert. Um das Kudamm-Karree herum reiht sich Mannschaftswagen an Mannschaftswagen, eine Zufahrt zum Innenhof ist mit einer massiven Platte abgedichtet, beide Einfahrten in die Uhlandstraße sind mit Hamburger Gittern abgesperrt. Rome wasn’t burned in a day weiterlesen

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Jenseits von Jebsen

Zur „Querfront“-Debatte, Folge 846.

Sie ist wieder da. Die „Querfront“-Debatte, ein periodisch wiederkehrendes Phänomen, in dem sich zumeist vor allem eines zeigt: Die permanente ideologische Krise weiter Teile der deutschen Linken.
Dieses Mal entzündete sie sich an dem Clickbait-Youtuber Ken Jebsen. Zu dessen Weltbild hat kürzlich die junge Welt alles Nennenswerte zusammengefasst, Recherchen zu seiner politischen Strategie, seinen Verbindungen in rechte Milieus, seiner Arbeitsweise existieren zuhauf. Man könnte also meinen, es sei alles gesagt.
Aber nein, eine kleine Provinzposse, die Verleihung eines unwichtigen Preises in einem Berliner Kino, reichte, um das Thema erneut viral zu machen. Dutzende Zeitungen, auflagenstarke wie klitzeklitzekleine, greifen das Ding auf. Es wird getan, als entschiede sich an der Frage „Wie stehst du denn zu Ken?“ die Zukunft der gesamten Linken. Jenseits von Jebsen weiterlesen

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