Was ist das für 1 Antifa?

Warum der Tortenwurf auf Sahra Wagenknecht Ausdruck der Entpolitisierung einiger Linker ist.

Um das Outing vorweg zu nehmen: Ich bin seit 2009 Mitglied der Partei DIE LINKE. Ich bin kein sonderlich aktives aber ein weitgehend überzeugtes Mitglied. Und ich halte ein Großteil der Äußerungen von Sahra Wagenknecht, die sie nach der Silvesternacht von Köln getroffen hat, für absolut falsch. Ich finde, dass niemand hier lediglich ein Gastrecht genießen sollte, das bei Verfehlungen erlischt und mit Abschiebung in Kriegsgebiete geahndet werden kann. Und ich finde nicht, dass es Obergrenzen für Geflüchtete in irgendeiner Weise geben kann und sollte. Was ist das für 1 Antifa? weiterlesen

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“We will intensify the guerrilla’s activities”

About the genocidal politics of the Turkish state against the Kurds, the guerrilla’s resistance, and Europe’s role: An interview with Bese Hozat

Prologue: Since, in July 2015, Ankara abandoned the “peace process” with the Kurdish liberation movement and the Kurdistan Workers’ Party (PKK), Turkey has been leading a merciless military campaign in the country’s southeast. Diyarbakir-Sur, Cizre, Nusaybin, Silopi: Kurdish towns have been obliterated by tanks and artillery fire, and hundreds of civilians have died.

In resistance to the campaign, Civilian Defense Units (YPS) have been founded, which, together with the armed wing of the PKK, the People’s Defense Forces (HPG), act against the Turkish police and military. In the Qandil mountains, journalist Peter Schaber from Lower Class Magazine has met one of the leading PKK members, the co-chair of the Group of Communities in Kurdistan (KCK), Bese Hozat. Schaber talked with Hozat about Turkey’s war, the guerrilla’s resistance, and the refugee politics of Angela Merkel, the German chancellor.

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[Kurdistan Diaries V] “We want peace. But we will not surrender.”

Freedom in the Mountains: Visiting the PKK in the Qandil Region

Over the past few months, Turkish media has reported repeatedly that hundreds of fighters have been killed during bombardments in the Qandil mountains, the stronghold of the Kurdistan Workers’ Party, PKK. The Qandil region straddles the borders between Turkey, Iraq, and Iran. We cannot deny feeling uneasy, as the driver of our vehicle navigates the tight switchbacks on the way to the guerrilla.
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„Wir wollen Frieden. Aber wir kapitulieren niemals“

Von der Freiheit in den Bergen – Ein Besuch bei der PKK im Kandil-Gebirge.

Hunderte Kämpfer seien bei Bombardements auf das Kandil-Gebirge, das Herzgebiet der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) an der Grenze zwischen der Türkei, dem Irak und dem Iran, getötet worden, meldeten türkische Medien in den vergangenen Monaten immer wieder. Und so fühlt es sich ein bisschen mulmig an, als unser Fahrer seinen Wagen die engen Serpentinen zum Herzgebiet der kurdischen Guerilla hinaufquält.

Doch der Gedanke an die perfiden Bombardements kann sich im Gehirn nicht so richtig festsetzen, weil das Staunen über die Schönheit der Landschaft alle andere Gedanken verdrängt. Kandil ist die mit Abstand schönste Gegend, die ich je gesehen habe. Zwei Guerillas halten uns kurz an, grüßen freundlich, wir dürfen passieren und sehen zwischen klaren Gebirgsbächen, grünen Wäldern und erhabenen Gipfeln immer wieder Bilder von Abdullah Öcalan und Sakine Cansiz.
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[Kurdistan-Diaries IV] Gemeinsam gegen den Sultan

Eine zumindest zeitweilige Übereinkunft der Gegner Erdogans wäre längst notwendig. Die kurdische Befreiungsbewegung und Teile der türkischen Linken sind dazu bereit. Doch andere entscheidende Kräfte sperren sich – und arbeiten am eigenen Untergang.

Der Plan, den der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan verfolgt, könnte offensichtlicher nicht sein. Innenpolitisch arbeitet er an der Zentralisierung aller militärischen und politischen Machtmittel bei sich und seinem Umfeld. Dabei hat er sich geschickt angestellt: Erst stellte er zusammen mit der Bewegung des exilierten Imams Fethullah Gülen die alten kemalistischen Eliten kalt, dann fiel auch der Imam in Ungnade und die Gülen-Bewegung wurde entmachtet. Linke Opposition, Presse, Reste einer ihm nicht völlig untergebenen Justiz drängte er durch massenhafte Repression und Gewalt ins Abseits. Das Präsidentialsystem als auch formale Festschreibung des de facto vollzogenen Staatsstreiches soll „auf jeden Fall“ kommen, heißt es aus dem Prunkpalast, den sich Erdogan als architektonische Verkörperung seines Herrschaftsanspruches errichten ließ.
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Revolutionäre Stadtteilarbeit

Schon seit einigen Jahren ist der Komplex Gentrifizierung, d.h. die administrativ gewollte, ökonomisch bedingte und ordnungspolitisch genutzte Verdrängung einer zumeist sozial schlecht gestellten eingesessenen Bevölkerung durch eine zahlungskräftigere MieterInnenschaft ein Thema in der radikalen Linken. Der Widerstand dagegen drückt sich vielfältig aus: von koordinierten militanten Aktionen über kreative Abwertung bis hin zu den Versuchen einer stadtweiten Vernetzung gegen die Mieterhöhungen und der Arbeit in MieterInneninitiativen. Der große Erfolg blieb bislang aus. Wir wissen, dass gerade der stumme ökonomische Zwang einer der schärfsten ist, dass Erfolge in der politischen und organisierenden Arbeit, gerade im Stadtviertel, sich meist nicht kurzfristig einstellen und auch nicht immer sofort sichtbar werden; es also einen langen Atem braucht, um auch nur mittelfristige Ziele zu erreichen. Einige der uns dabei in den größeren Städten begegnenden Schwierigkeiten wollen wir im Nachfolgenden skizzieren sowie auf der Basis einer zeitgemäßen Klassenanalyse Vorschläge unterbreiten, aber auch bestimmte Entwicklungen innerhalb der sog. „radikalen“ Linken kritisch überprüfen. Ein Gastbeitrag von siempre*antifa Frankfurt/M.

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„Selbst wenn ich die letzte Kurdin wäre, würde ich weiter kämpfen“

Wie wird der Krieg in Bakur (Nordkurdistan) in Basur (Südkurdistan) wahrgenommen? Und wie reagiert die Barzani-Regierung? Gespräch mit Şilan Eminoğlu

# Şilan Eminoğlu ist Repräsentantin der linken kurdischen Halklarin Demokratik Partisi (HDP) in der Autonomen Region Kurdistan im Irak.

In Nordkurdistan führt die Türkei einen barbarischen Krieg gegen kurdische Städte und Dörfer. Wie wird dieser Krieg hier in Südkurdistan wahrgenommen?

In der Türkei wird momentan ein totaler Krieg gegen die kurdische Bewegung geführt. Es ist ein Krieg des türkischen Staates, der AKP-Regierung und vor allem auch des Präsidenten Erdogan, der diesen Krieg auch aus individuellem Interesse führt. Die kurdische Bevölkerung muss darauf mit Widerstand reagieren. Natürlich hat dieser Krieg auch einen großen Einfluss auf die Bevölkerung Südkurdistans. Die Menschen haben eine enorme Wut, aber es fehlt ihnen hier an Möglichkeiten, diese auch zum Ausdruck zu bringen.
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Die Melodie der Murmeln

Lessons from the Marble Machine

Wie 17 Millionen andere Menschen habe auch ich vor einigen Tagen das Video des jungen Schweden und seiner selbstgebauten „Marble Machine“ geschaut.
Und während die Murmeln, bewegt durch einen komplizierten Fördermechanismus und geführt entlang verschlungener Wege, eine nach der anderen herunterpurzelten und eine süße Melodie spielten, wanderten meine Gedanken weit weg, und mich überkam ein eigenartiges Gefühl.
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Plädoyer für die Realität statt Stumpf ist Trumpf

Ein Debattenbeitrag von Siempre*Antifa Frankfurt

Die kürzlich in „Analyse und Kritik“ erschienene Replik der Phase2-Redaktion auf die in der Januarausgabe enthaltenen Texte, die sich mit dem Thema Imperialismus beschäftigten, schließt mit dem Satz: „Denn der modernisierte Antiimperialismus kann kein Debattenpartner, sondern lediglich politischer Gegner sein.“ Bereits die bloße Erwähnung von Anti-Imperialismus scheint zu stören und soll in Misskredit gebracht werden.Eine Kritik an den angebotenen Thesen setzt aber voraus, dass man sich mit ihnen auch inhaltlich auseinandersetzt hat. Die fehlt jedoch, ebenso wie eine wirkliche Begründung für dieses Urteil. Verwendet werden dazu folgende Methoden (Argumente konnten wir nicht finden): 1.Vorurteile 2.Verallgemeinerungen 3.Verzerrungen. Die Technik, mit der der Imperialismusbegriff denunziert wird, ist in etwa folgende: 1.Eine negative Begleiterscheinung wird herausgegriffen 2.Dieser isolierte Aspekt wird mit dem Begriff an sich gleichgesetzt. 3.Diese Neuschöpfung wird mit weiteren negativen Inhalten angereichert 4.Findet eine Distanzierung von diesem Konstrukt statt.1 Dabei werden wesentliche Unterscheidungen verwischt: 1. Zwischen politökonomischer Analyse des Imperialismus und den möglichen politischen Konsequenzen für Taktik und Strategie (d.h. historisch-konkret zu bestimmenden Linien), die u.a. zur Zeit des klassischen Kolonialismus und der dagegen opponierenden Befreiungsbewegungen formuliert wurden 2.Akteure aus verschiedenen Zeiten und Kontexten 3.Die Ebenen als analytischer und zugleich als Kampfbegriff. Schließlich gab und gibt es auch Akteure, die nicht nur ph(r)asenhafte „Kritik“ üben, sondern diese auch praktisch handhabbar machen wollen, d.h., gesellschaftliche Veränderung anstreben. Solch Unsachlichkeit hat meist zwei Ursachen. Entweder ist sie mangelnden Kenntnisse geschuldet oder sie ist eine politische. Hinter der Unfähigkeit, den Imperialismus zu begreifen, steckt dann der Unwille, ihn anzugreifen. Plädoyer für die Realität statt Stumpf ist Trumpf weiterlesen

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