Print: Die Kommune – Kommunaler Widerstand gegen die Krise

14. April 2021

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Gastbeitrag

Ein Jahr weltweiter Corona-Pandemie liegt hinter uns. Ein Jahr, bestimmt durch „Lockdown“ und Unsicherheit. Ein Jahr, dass immense Gewinne für wenige und Verzweiflung für Milliarden, rasante Umweltzerstörung, weitere Kriege und Unterdrückung brachte. Ein Jahr, dass die Gewalt und Morde an Frauen weltweit weiter steigen ließ. Als Gastbeitrag veröffentlichen wir die erste Ausgabe der neuen Printzeitung “Die Kommune”.

An diesem Punkt setzen wir an und wollen in unserer Zeitung die Frage aufwerfen, wie eine politische Strategie von links und unten in dieser Zeit aussehen kann. Wir wollen die wichtige Basisarbeit in Stadtteilen und in Betrieben vorstellen, internationalistische Gruppen zu Wort kommen lassen, die praktisch gegen den globalen Kapitalismus viele Brücken quer durch die Welt schlagen. Wir stellen den Kampf von Frauen gegen Gewalt und Feminizide vor. Und wir berichten über den Aufbau von Gegenmacht, also der Macht der Vielen gegenüber der Macht der Wenigen. 

Das Frühjahr 2021 gibt uns auch die Möglichkeit an große Kämpfe gegen die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft zu erinnern und Kraft und Ideen aus ihren Erfahrungen zu schöpfen. Dieses Jahr jährt sich nicht nur die große Pariser Commune zum 150. mal, sondern auch der mitteldeutsche Aufstand von 1921. Wir wollen als Sozialist*innen daran erinnern, dass wir alle auch heute noch in der Tradition der vielfältigen Erfahrungen der weltweiten Arbeiter*innenbewegung, der anti-kolonialen Kämpfe und der Kämpfe von Frauen gegen das patriarchalische System stehen. Diese Tradition ist zugleich Verantwortung und Rückhalt für die Klassenkämpfe die notwendigerweise folgen werden.

Die Auswirkungen der Corona- und Wirtschaftskrise zahlen wir alle in unterschiedlichem Ausmaß bereits. Das bis zum Kollaps überlastete seit Jahren kaputt gesparte Gesundheits- und Pflegesystem. Nicht nur in den Städten gerade auch in der Provinz. Der deutliche Anstieg von häuslicher Gewalt, die wiederkehrende Mehrfachbelastung von Kindererziehung, Haushalt und Lohnarbeit, die im letzten Jahr vor allem auf dem Rücken von Frauen abgeladen wurde. Das tägliche Gesundheitsrisiko dem sich all diejenige aussetzen müssen, die sich trotz Pandemie seit mehr als einem Jahr jeden Tag in die vollen Bahnen zur Arbeit quetschen müssen, aber ihre Verwandten und engen Freunde nicht sehen dürfen. Jobverlust, Kurzarbeit, weiter steigende Mieten in den Großstädten damit die Renditen der Immobilienkonzerne steigen können. Die Liste ließe sich weiter fortsetzen. Diesem Klassenkampf von oben sagen wir den Kampf an. 

Diese Zeitung soll auch zur Veränderung anstiften. Der einzig fruchtbare Kampf gegen das patriachalische System, die weltweite Umweltkatastrophe und den zerstörerischen Neoliberalismus ist der Kampf in und mit der Basis, unserer Klasse, der Ausgebeuteten und Unterdrückten. An diesem Kampf müssen sich alle beteiligen, denn er ist alternativlos. Möglichkeiten wie sich alle einbringen können gibt es unzählige. 

Diese Zeitung soll auch aufrufen in der Tradition des revolutionären 1. Mai aktiv zu werden, nicht auf die holen Versprechungen der Regierungen und ihrer selbsternannten „Opposition“ zu vertrauen. Sozialistische globale Veränderungen entscheiden sich nicht an der Wahlurne sondern auf den Straßen, Gassen, Pfaden und Routen der Kämpfenden für eine menschliche Welt.

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