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We can learn to love again? – Pink, 2013 

To be left outside alone, when its cold out here. – Anastacia, 2004 

Wir befinden uns in einer Situation permanenter Krisen, angeheizt durch die kapitalistischen Kriege, ihre Brutalität in Form von Landnahme, Zerstörung und Millionen von Toten. Faschist*innen und Patriarchen in Regierungen und auf den Straßen führen einen internationalen Raubzug gegen die körperliche Selbstbestimmung von Frauen und Queers. Nicht zuletzt durch die Veröffentlichung der Epstein-Files wurde deutlich, dass der politische Gegner gut vernetzt, materiell beispiellos aufgestellt und schlagkräftigt ist. Dennoch ist keine organisierte Kraft in Sicht, die diese Barbarei beenden könnte. 

Heute, am 8. März 2026, gehen wir als Feminist*innen auf die Straße. Aber so wütend unsere Protestrufe auch sein mögen, so boshaft sind auch die Streitigkeiten unter uns. Auch wenn es gelingt an wichtigen Tagen kollektiven Widerstand auf die Straßen zu tragen, führen diese Unstimmigkeiten vor, während und nach den Protesten zwischen den beteiligten Personen und Gruppen zu Entsolidarisierung und Zersplitterung. 

Es stellt sich die Frage, wie wir an diesen Punkt gelangt sind, wie sich die feministische Lage in Deutschland konkret darstellt und welche Veränderungen möglich wären. Als Teil der feministischen Bewegung – bzw. des feministischen Stillstands – wollen wir diese Diskussionen führen, um einen Ausweg aus der aktuellen Ohnmacht zu finden. Dieser Text ist Teil davon. Er will und kann keine Lösung bieten und erhebt auch keinen Anspruch auf absolute Wahrheit. Vielmehr kann er als Zwischenstand unserer Erkenntnisse verstanden werden. Wir wünschen uns Kritik, Ergänzungen, Veränderungsvorschläge. Lasst uns gemeinsam streiten – der Veränderung willen! –

Feministische Randale (Hannover) und Feministische Front (bundesweit), 8. März 2026 

[Disclaimer: Folgender Text ist die gekürzte Version. Die vollständige Fassung findet ihr hier.]


Historischer Kontext 

That‘s the way love goes. – Janet Jackson, 1993 

Die Entstehungsgeschichte des Feminismus ist geprägt von grundsätzlichen Differenzen. 

Einen der ersten Widersprüche stellt der Konflikt zwischen sozialistischem und bürgerlichem Feminismus dar. Auch wenn es Mitte des 19. Jahrhunderts verbindende Ansätze durch Personen wie Flora Tristan gab, entstanden Reibungen, die zu der Entstehung der bürgerlichen Frauenbewegung führten. Während die bürgerlichen Feminist*innen für Gleichberechtigung im bestehenden System kämpfen, ist für die Sozialist*innen die Frauenfrage zwangsläufig mit der Klassenfrage verbunden. 

Während des Ersten Weltkriegs verschärft sich dieser Konflikt als die bürgerliche Seite Frauen – scheinbar als emanzipatorischen Schritt – in den Kriegseinsatz integrieren will, während die proletarische Frauenbewegung die Frau als Unterdrückte in einem Netzwerk komplexer, struktureller Ausbeutungsverhältnisse begreift. Unter keinen Umständen soll diese eine Komplizinnenschaft mit imperialistischen Strukturen eingehen. 

Parallel zeigt sich im US-amerikanischen Kontext ein weiterer grundlegender Bruch in Form einer rassistischen Verengung des feministischen Subjektes auf die weiße, bürgerliche Frau. Insbesondere von der Suffragetten-Bewegung werden Schwarze Frauen exkludiert. In Folge existieren Schwarz-feministische Gruppen nun als getrennte, parallele Strukturen und das feministische Subjekt wird erstmals als rassifizierte Kategorie sichtbar. Die Konsequenz ist auch eine theoretische Neubestimmung, die deutlich macht, dass Geschlecht nicht isoliert, analysiert werden kann. 

Things fall apart, but nothing breaks like a heart. – Miley Cyrus, 2018 

In der zweiten feministischen Welle analysiert der lesbische Separatismus Heterosexualität als Manifestierung patriarchaler Machtverhältnisse und spricht sich dementsprechend für einen totalen Bruch mit „der Männerwelt“ aus. Damit wurde der Grundstein für den heute vielerorts geläufigen FLINTA* -Begriff gelegt. Die „Sex Wars“ der 1970er und 1980er Jahre führen die Auseinandersetzungen über Sexualität fort, jedoch bezogen auf die analytische Frage, ob Sexarbeit als Ausdruck sexueller Autonomie und Selbstermächtigung oder als strukturelle Gewalt und Symptom eines ausbeuterisch-patriarchalen Systems gedeutet werden kann. 

In der dritten feministischen Welle wird die Frage nach dem feministischen Subjekt durch die Auseinandersetzung mit trans*inklusiven Positionen explizit fortgeführt. Trans*exkludierende Strömungen definieren Geschlecht im biologisch-essentialistischen Sinne und binden das feministische Subjekt an körperliche Merkmale innerhalb eines binären Geschlechtersystems. 

Trans*inklusive Ansätze verstehen Geschlecht hingegen als sozial geformte, selbst zu bestimmende Kategorie, die u.a. durch alltägliches Handeln, Sprache und Verhalten stilisiert wird. Der Fokus verschiebt sich hier von einem klar definierten, abgegrenzten Subjekt hin zu einer Solidarität mit allen, die vom binären Geschlechtersystem unterdrückt werden. 

Love is a losing game. – Amy Winehouse, 2006 

Vor dem Hintergrund dieses historischen Abrisses wird deutlich, dass viele der aktuellen Spaltungen bzw. Spaltungsursachen als Fortführungen historischer Konflikte zu verstehen sind. 

Aktuelles 

Only love can hurt like this. – Paloma Faith, 2014 

Um den aktuellen Stand der feministischen Bewegung besser fassen zu können, beziehen wir uns auf die Ergebnisse einer im Jahr 2025 bundesweit durch die Feministische Front durchgeführte qualitative Umfrage. Dafür wurden sowohl Fragebögen als auch Workshopangebote und Interviews durchgeführt. Von Göttingen bis in den Schwarzwald – was erleben Feminist*innen? 

Angesichts der Spaltungshistorie sind die Ergebnisse nicht überraschend: Auch heute ist das Gefühl von Fragmentierung, Generationenkonflikten und Spaltungslinien unangefochten am häufigsten vertreten, gefolgt von der Wahrnehmung von Barrieren. Es wird über eine grundsätzliche Unzugänglichkeit feministischer Politkontexte berichtet. Feministisch-aktivistische Teilhabe sei außerstädtisch schwer, vor allem auch ohne Wissen in Bezug auf linke Codes. Streit über verschiedenste Inhalte sei zudem an der Tagesordnung. 

Warum bleiben Feminist*innen trotzdem am Ball? Bestärkung komme durch das Gefühl von Zusammenhalt zustande. Zusätzlich würde man der Bewegung nicht gerecht werden, wenn nur Konflikte thematisiert würden. Denn es gibt durchaus auch Erfolgserlebnisse, größere Demonstrationen oder Orte der Gemeinschaft. Eine zusätzliche emotional treibende Kraft sei, so sagen Feminist*innen, die Wut über die aktuellen Zustände und der Unmut über die eigene Betroffenheit von eben diesen. 

When it hurts so bad. – Ms. Lauryn Hill, 1998 

Neben klassischen feministischen Forderungen, wie ein Ende von Gewalt und Femi(ni)ziden, das Schaffen neuer Familienkonzepte und Rollenbilder, wünschen sich Feminist*innen Zugangsmöglichkeiten, d.h. einfache Anlaufstellen zur Teilhabe, zum Mitwirken. Sich in geheimen Räumen zu treffen, wird daher eher abgelehnt. 

Zu guter Letzt träumen Feminist*innen von einer Zukunft, die Gemeinsamkeiten und Vernetzung ins Zentrum rückt. In diesem feministischen Traum werden Spaltungen überwunden, Dissense akzeptiert, undogmatisch diskutiert, Kompromissbereitschaft gezeigt. All das, um am Ende gemeinsame Ziele in die Tat umzusetzen – nicht nur reden, sondern auch machen. 

Durch diese Bestandsaufnahme zieht sich ein roter Faden: Alle scheinen zu wollen, niemand scheint zu können. Das Interesse an gemeinsamer Arbeit und gemeinsamem Kampf ist groß, aber die Gräben scheinen (zu) tief. Es mangelt an Möglichkeiten und Strukturen zur Vernetzung. 

Kontext Hannover 

Too little too late. – JoJo, 2006 

Was wir zuvor als strukturelles Problem beschrieben haben, zeigt sich nicht nur abstrakt. Die Zersplitterung von feministischen Bewegungen lässt sich zum Beispiel in Hannover konkret beobachten. Und genau darum geht’s, um die Praxis, die Konflikte nicht aufklärt, sondern eskaliert – und dabei das kaputt macht, was wir eigentlich aufbauen wollen. 

In Planungstreffen zum Feministischen Kampftag trafen Gruppen und Einzelpersonen mit unterschiedlichen politischen Schwerpunkten aufeinander und es war geplant, gemeinsame Grundsätze, im Sinne eines Minimalkonsenses, zu vereinbaren, um zusammenarbeiten können. 

Statt auf konkrete Argumente einzugehen, wurden wahrgenommene Gegner*innen eingeschüchtert. Dies geschah durch zur Rede stellen in Einzelgesprächen nach dem Plenum, Drängen auf Knopfdruck-Argumente, Schreien während Diskussionen oder Nachäffen. Personen, die die eigene Meinung nicht teilten, wurden angegangen, diffamiert und teilweise beleidigt. Die Kompromisslosigkeit hatte Folgen: Es kamen immer weniger Menschen zu den Treffen, das Bündnis wurde aufgelöst und einzelne Gruppen haben unabhängige 8. März Demonstrationen organisiert. Die üblichen Lager. Getrennte Mobilisierung, getrennte Sichtbarkeit. Getrennte Kämpfe. 

These Words. – Natasha Bedingfield, 2004 

Diese ermüdende Spaltung ist nicht willkürlich und scheint sich in das gesamtgesellschaftliche Verlangen nach einfachen Lösungen einzureihen – sie spielt dem Patriarchat direkt in die Karten. Aber wir können uns das nicht leisten! Wir müssen uns gegenseitig zuhören und auch den Willen haben, einander zu verstehen. Wie Rosa Luxemburg einst sagte, „Freiheit ist immer [die] Freiheit des Andersdenkenden“. 

Konflikt 

I wanna ruin our friendship. – Studio Killers, 2013 

Wenn wir über Konflikte in feministischen Räumen sprechen, stellen wir folgende Dinge fest: 

1) Der eigentliche Konflikt ist ein Machtkonflikt um Deutungshoheit. 

Viele Auseinandersetzungen drehen sich weniger um unüberbrückbare inhaltliche Gegensätze als um die Frage: Wer definiert, was „Feminismus“ ist? Wer setzt Themen? Welche Perspektiven gelten als legitim? Frei nach Jo Freeman eskaliert der Ton, sobald Differenz als Bedrohung der eigenen Definitionsmacht erlebt wird – und so wird politische Vielfalt zur Konkurrenz. 

2) Wir haben nicht gelernt, Konsens zu finden. 

In vermeintlich individualistischen Gesellschaften, wie man sie oft in sogenannten Industriestaaten, wie z.B. Deutschland und in den USA vorfindet, wächst man mit dem Bild auf, selbst das Zentrum jeglichen Handelns zu sein. Die Identität stützt sich aufs eigene Schaffen, Denken, Sein und nicht etwa auf eine kollektivistische Abhängigkeit von anderen. Was wir dadurch auch lernen, ist, unsere Positionen als Alleinstellungsmerkmal zu begreifen, das es zu verteidigen gilt. Oft hindert uns das daran, Ein- und Zugeständnisse machen zu können, denn das würde tief an unserem Stand als Individuum rütteln. So wäre es zum Beispiel als Gruppe unerträglich, die eigene Analyse nicht in ihrer Gänze in der Zusammenarbeit mit anderen Gruppen durchzusetzen. Teilweise geht es scheinbar so weit, dass man Angst davor hat, mit anderen in bestimmten Punkten übereinzustimmen, wenn man andere Inhalte kritisiert 

3) Patriarchale Streitpraxis soll mit allen Mitteln verhindert werden. 

Unsere Erfahrungen im Patriarchat lehren uns von klein auf: Streiten zerstört. Konflikte gelten grundsätzlich als negativ, gewaltvoll und vor allem, entgegen der Produktivität. Feminismus baut darauf auf, das Patriarchat abschaffen zu wollen: Wir wollen nicht genauso machthungrig, ohne Rücksicht auf Verluste, ohne emotionale Perspektive argumentieren und uns an die einsame Spitze vorkämpfen. Stattdessen dreht sich in einer feministischeren Praxis der Spieß um: Gefühle bekommen einen besonderen Fokus. In Extremfällen brechen Diskussionen dann ab, wenn eine Verletzung geäußert wird. Das abrupte Beenden von Gesprächen ohne eine Aussicht auf die nächsten Schritte versetzt uns in eine kollektive Ohnmacht. Es fehlt an Wissen, wie mit Streit umgegangen werden kann. Wir sprechen nicht mehr darüber, woher die Verletzung kommt oder wann und wie wir auf inhaltlichen Ebenen weiterkommen könnten. Jedoch kommt die Handlungsunfähigkeit vielmehr durch Hilflosigkeit beim Klärungsversuch, als durch den Konflikt selbst. 

4) Streiten schickt sich nicht. 

Vor allem für Menschen, die in die Rolle „Frau“ hineinerzogen werden, gehört es sich nicht zu streiten. Eine eigene Meinung wird manchmal nur geduldet und nicht etwa gerne gehört oder erwartet. So lernt man im Umkehrschluss auch nicht, Argumente und Gefühle gleichermaßen in Diskussionen aufzufangen. Sich zu streiten bedeutet, im sozialen Gefüge der Verträglichkeit abzusteigen. Das heißt, man schweigt, man ist nicht ehrlich – auch aus Angst, ausgeschlossen zu werden. Außerdem weiß man auch um die schwer auszuhaltende Schwebephase nach einem Streit – wann und wie wird man sich vertragen können? Ein sachlicher, lösungsorientierter Austausch findet oft nicht statt. 

Bust your windows. – Jazmine Sullivan, 2008 

Was passiert also, wenn das soziale Gefüge dann doch einmal „gestört“ wird? Es gibt Stress, aber hinter vorgehaltener Hand. In dieser Person kann man plötzlich jeglichen Verrat des Patriarchats beschwören – sie verrate schließlich den gemeinsamen, feministischen Wertekompass und wird dann dafür augenscheinlich doppelt so hart bestraft. 

Aufschlag für eine revolutionär-feministische Streitpraxis

This will be (an everlasting love) – Natalie Cole, 1975

Angesichts der Umfänglichkeit und Tiefe der analysierten Probleme sind wir derzeit leider nicht dazu in der Lage, einen finalen Lösungsvorschlag zu geben. Sowieso maßen wir uns nicht an, einen allgemeingütigen Überblick oder die perfekte Analyse zu haben. Dennoch möchten wir einige Impulse geben, die hilfreich sein könnten, um eine andere, solidarischere und widerstandsfähigere feministische Praxis zu gestalten. 

We belong together. – Mariah Carey, 2005 

Es wäre wünschenswert, die unterschiedlichen politisch-aktivistischen Ansätze der einzelnen Akteur*innen als Chance und Gewinn für eine feministischpluralistische Bewegung zu sehen. Voraussetzung hierfür ist allerdings die grundsätzliche Offenheit gegenüber den Schwerpunkten anderer. Zudem auch die Fähigkeit, selbst einen Perspektivwechsel vorzunehmen – es gibt abgesehen von den eigenen eben auch andere Betroffenheiten, die im Kampf wichtig sind! 

Was dieser Haltung jedoch manchmal im Weg steht: Politische Mittel für die Durchsetzung der eigenen Zwecke und Ziele benutzen, z.B. gemeinsam getroffene Entscheidungen durch ein Veto blockieren, weil sie nicht mit der eigenen Position übereinstimmen. Das könnte man auch Instrumentalisierung nennen. Eigene Leitlinien dürfen auch mal vehement vertreten werden. Anderen die eigene Meinung kompromisslos überzustülpen ist jedoch etwas anderes. Wir schlagen vorsichtig vor, solche Situationen auch anzusprechen, wenn sie passieren. 

Oft wird die eigene Daseinsberechtigung als Gruppe im Besonderen durch das Beharren auf Unterschiede zu anderen Gruppen gerechtfertigt. „Wir denken anders über Gender, Prostitution/Sexarbeit und Materialismus als ihr!“. Zwar scheint die gemeinsame Verbindung, der gemeinsame Kampf im Feminismus noch im Vordergrund zu stehen; gleichzeitig machen wir direkt zu, wenn ein aus unserer Perspektive negativ konnotiertes Buzzword verwendet wird. Das gilt es (auch und vor allem in Bezug auf sich selbst!) zu hinterfragen. Natürlich geht es um alles oder nichts. Aber es geht nicht um den Kampf gegen andere Feminist*innen, sondern um den Kampf gegen den gemeinsamen Feind. Das patriarchal-kapitalistische (Staats-)System mit imperialistischem Bestreben, welches machthungrig Unterdrückung und Ausbeutung ausübt. Um hier ein bekanntes Fantasy Franchise zu zitieren: „Vergiss nicht, wer der wahre Feind ist!“ 

Was verstehen wir, die Autor*innen dieses Textes, also unter einer revolutionärfeministischen Streitpraxis? 

Fight for this love. – Cheryl, 2009 

Eine solche Praxis erfordert vor allem zwei Dinge: Bestimmte Verhaltensmuster verlernen und Wohlwollen erlernen. 

Wir müssen uns als Verbündete in einem gemeinsamen Kampf begreifen, dessen inhaltliche und strategische Ausrichtung unterschiedliche Erscheinungen haben kann. Unabhängig von der aufgeladenen Stimmung, die in feministischen Räumen teilweise präsent ist, ist meistens davon auszugehen, dass Menschen mit grundsätzlich guten Absichten in diese Räume kommen. Eine feministische Praxis bedeutet auch zu lernen, dass ehrlicher Streit wichtiger ist als scheinheiliger Konsens. 

Um diese Erinnerung nicht nur theoretisch zu beschwören, kann es hilfreich sein, in verschiedenen Formaten miteinander zu sprechen. Beispielsweise im Rahmen einer unabhängig moderierten Runde oder, spannender und nervenaufreibender, bei selbst initiierten Austauschtreffen. Die Fähigkeit, Streit zu navigieren wurde uns nicht in die Wiege gelegt, aber will und kann erlernt werden. Streitfähigkeit bedeutet auch, sich als feministische Bewegung „nach Innen“ in die Haare zu kriegen und auf der Straße trotzdem gemeinsam aufzutreten. Das bedeutet, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass wir nebeneinander existieren können, wenn auch nicht im Gleichschritt. 

Anmerkung: Wir nehmen uns von dieser Kritik nicht aus und haben uns in Vergangenheit auch teilweise nicht lösungsorientiert verhalten. An dieser Stelle möchten wir auch nochmal erwähnen, dass einige Konflikte nicht zu überwinden sind und sagen klar: Pro-israelische Positionen sind nicht feministisch vertretbar.

Foto: @egultekin_

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Der vorliegende Text ist die zweite These unserer Broschüre „Ein Sturm zieht auf – Thesen zu Krieg, Imperialismus und Widerstand“. Die vollständige Broschüre mit neun weiteren Thesen ist beim Letatlin Verlag bestellbar.

! Triggerwarnung: Sexualisierte Kriegsgewalt !


Patriarchale, misogyne und sexualisierte Gewalt sind untrennbar mit Krieg und Militarismus verbunden. Seit es staatliche Kriege gibt, ist die systematische Entführung, Versklavung, Vergewaltigung, Zwangsprostitution und Ermordung von feminisierten Körpern eine im Krieg mit seiner zugespitzt patriarchalen Logik vollzogene Handlung.

Die Verbindung von Krieg und sexualisierter Gewalt ist dabei nicht zufällig, sondern strukturell. In der Besatzung von Land und dem Übergriff auf einen menschlichen Körper vollzieht sich die gleiche Handlung in derselben Logik. Sowohl in der Kolonisierung von Land als auch der Kolonisierung von Körpern findet eine gewaltsame Aneignung durch aktives über Grenzen gehen ohne Konsens zum Zweck der Inbesitznahme und Ausbeutung statt. Landnahme durch staatliche Strukturen und Übergriffe auf Frauen gehen so häufig miteinander einher, weil sie ein und derselben patriarchalen Logik entspringen, aus der die Eroberer und Besatzer handeln: Ein männliches, staatliches Subjekt unterwirft durch Dominanz und Gewalt ein zum weiblichen, kolonisierten Objekt gemachtes Gegenüber mit dem Zweck, hierarchische Macht- und Besitzverhältnisse zum eigenen Vorteil herzustellen.

„In fast allen bewaffneten Konflikten ist sexualisierte Kriegsgewalt allgegenwärtig. Oft wird in diesem Zusammenhang vor allem über Vergewaltigungen gesprochen. Der Begriff umfasst jedoch auch andere sexualisierte Gewalttaten, die in Verbindung mit dem Kriegsgeschehen stattfinden. Dazu zählen beispielsweise unerwünschtes Anfassen von Körperteilen, erzwungenes Auskleiden, Zwangsprostitution und sexuelle Versklavung. Meistens sind Frauen und Mädchen betroffen – aber auch queere Menschen, nicht-binäre und trans*Personen sowie Männer und Jungen können dem ausgesetzt sein. Die Täter sind meistens männlich: Soldaten, Polizisten und Paramilitärs, aber auch Zivilisten oder Mitarbeiter von Hilfsorganisationen“, schreibt selbst die Bundeszentrale für politische Bildung.

Ruanda, Bosnien-Herzegowina, Irak, Kongo, Sudan, Kurdistan, Syrien, Ukraine, Palästina– in vielen Kriegen und Genoziden der letzten Jahrzehnte war sexualisierte Gewalt als systematische Handlung in den Medien. Stattgefunden hat diese Gewaltauch schon vorher, nur wird sie seit den 90er-Jahrenspezifischer in der Öffentlichkeit benannt undvon der UN als Kriegswaffe anerkannt, was vor allem ein Ergebnis des Kampfes von Frauenrechtsaktivistinnen ist. Jedoch wird geschlechtsspezifischeGewalt meist nicht grundlegend im Krieg undin der Gesellschaft problematisiert und hinterfragt, sondern im hegemonialen Diskurs lediglich dazu genutzt, den Gegner zu delegitimieren.

Ein wichtiger Grund für die hohe Zahl von Fällen sexualisierter Gewalt im Krieg ist die Straflosigkeit der Täter. Im Krieg gelten andere oder gar keine Gesetze. Auch sind Aufklärung und Gerechtigkeithäufig gar nicht das Interesse des Militärs oder Staates, stimmt doch die Handlung mit den Zielen der Unterwerfung des Gegners überein. Teilweise wird sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe sogar regelrecht angeordnet. Die Verrohung und Brutalisierung der kriegführenden Subjekte, das Sinken der Hemmschwelle begünstigt solche Gewalt weiter.

Militarisierung der Gesellschaft

Patriarchale Zurichtung und Gewalt finden jedoch nicht nur an der Frontlinie oder in der Armee statt. Die Militarisierung betrifft die gesamte Gesellschaft und wirkt sich in ihr aus1.

Patriarchat und Militarismus teilen dieselben Werte: Hierarchie, Zwang, Gewalt, Gehorsam, Unterordnung, Kontrolle, Autoritarismus, Individualismus, Konkurrenz, Verachtung für das Leben, die Menschen und die Umwelt, Unterdrückung von Emotionen und „Schwäche“, ein Kult der „Stärke“, Hass auf das „Weibliche“, Glorifizierung des „Männlichen“2, Eigentum an und Ausbeutung und Zurichtung von Körpern zum Zweck des männlichen, privaten und staatlichen Profits. Durch mehr Frauen in der Armee ändert sich dabei wenig an deren grundlegenden Charakter, da ihre Funktion und Charakteristika dieselben bleiben, es nur jetzt auch Frauen möglich ist, sich diesen anzupassen und mitmachen zu dürfen, wenn sie patriarchal-militaristische Werte vertreten und entsprechende Handlungen durchführen können. Das Ziel des Militarismus ist es, Individuen nach den eben genannten Charakteristika für die Bedürfnisse des Krieg führenden Staates zu formen und er tut das durch eben jene psychisch, emotional und körperlich gewaltvollen Methoden, die er bei den zu formenden Menschen damit hervorbringen will.

Militarismus findet dabei nicht nur im Militär statt, sondern durchzieht die ganze Gesellschaft. Er prägt die sozialen Beziehungen, die Arbeit, Bildung, Familien, Kultur, den öffentlichen Diskurs, das Gesundheits- und Sozialsystem und setzt gesellschaftliche Prioritäten und Werte. Klimaschutz, Pflege- und Sorgearbeit, Inklusion – Kranke, Behinderte, Alte, „Überflüssige“ und „Schwache“ werden in der patriarchal-militärischen Logik des Survival of the fittest wegrationalisiert, unsichtbar gemacht, zurückgelassen, da materielle Ressourcen tendenziell auf die Kriegstüchtigkeit umverteilt werden und zeitgleich wird dies durch einen autoritär-neoliberalen Notwendigkeits- und Nützlichkeitsdiskurs gerechtfertigt. Dass wir diese Diskurse auch aus den letzten Jahrzehnten schon kennen, zeigt, dass der Charakter einer patriarchalen Gesellschaft in gewisser Weise immer militaristisch ist, nur spitzt er sich in Kriegszeiten extrem zu und wird offen zum Ziel. Im Prinzip haben wir in einer patriarchalen Nationalstaatsgesellschaft auch in Friedenszeiten Militarismus, da seine Methode schlicht die patriarchale Methode ist, auf welcher die gesamte vergeschlechtlichte Arbeitsteilung und Strukturierung der Gesellschaft basiert. Die vergeschlechtlichte Hierarchie der Produktion und Reproduktion im Kapitalismus und die damit einhergehende Rollenverteilung, Macht- und Besitzverhältnisse zugunsten männlicher Subjekte wird in Zeiten von Krieg und Militarismus weiter verstärkt und zugespitzt.

Brutalisierung und Zunahme patriarchaler Gewalt

Die Militarisierung im Inneren und Soldaten, die aus dem Krieg zurückkehren, führen zu einer Zunahme von patriarchaler Gewalt in der Gesellschaft. Kriegstraumatisierte, verrohte Soldaten, die zurück in die Gesellschaft kommen, brutalisieren diese. Gewalt gegen Frauen und Kinder zu Hause bis hin zu Morden durch die Männer nehmen durch Kriegserfahrungen zu. Dazu gehört auch Gewalt an und patriarchal-militaristische Zurichtung von Kindern. Wer mit Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und der Generation, die danach aufwuchs, spricht, wird zweifellos das Ausmaß der Schläge, des Alkoholismus und der Suizide feststellen, mit dem diese Generation aufwuchs. Wenn Zehn- oder Hunderttausende von der Front traumatisiert und brutalisiert zurück in die Gesellschaft und ihre Familien kommen, wirkt sich das entsprechend aus.

Suizide von Ex-Soldaten, die mit Traumata zu kämpfen haben und in der „zivilen“ Gesellschaft keinen Platz mehr finden, sind ebenso ein Phänomen von Kriegs- und Nachkriegszeiten. Traurige Berühmtheit erlangte z.B. die Menge an Suiziden von Veteranen in den USA nach dem Vietnamkrieg und teils auch nach dem Afghanistan- und Irakkrieg.

Militarisierung bedeutet also auch eine Brutalisierung der Gesellschaft und die Zunahme patriarchaler Gewalt in ihr. Wer auf Krieg zusteuert und die Gesellschaft militarisiert, sorgt aktiv für solche Zustände und nimmt all seine Folgen in Kauf.

Foto: Nicolas Poussin, Public domain, via Wikimedia Commons

  1. Mehr zur Militarisierung der deutschen Gesellschaft im Kontext der „Zeitenwende“ in These 4. ↩︎
  2. Weiblich und männlich hier kursiv und in Anführungszeichen, um zu verdeutlichen, dass es sich um gesellschaftlich-historisch gewordene, konstruierte und zugeschriebene und nicht um „natürliche“, biologische Kategorien handelt. ↩︎
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Das Abortion Network Amsterdam (ANA) leistet Personen, die eine Abtreibung in dem Niederlanden vornehmen lassen möchten, praktische Hilfe. Wir haben uns mit ihnen über ihre Arbeit, das Urteil des polnischen Verfassungsgerichts und die Auswirkungen solcher Entscheidungen unterhalten.

Kannst du dich zum Anfang einmal kurz vorstellen?

Mein Name ist Marina, ich war Mitbegründerin des Abortion Network Amsterdam im Jahr 2018 und bin seitdem dabei. Ich schätze, man könnte mich als Abtreibungsaktivistin oder so bezeichnen (lacht). 

Was war deine Motivation, das Netzwerk zu gründen?

Wir haben mit ein paar Freund:innen vier Jahre lang ein Festival in Amsterdam organisiert, das sich The Effort nennt. Und im vierten Jahr hatten wir einen Workshop, zu dem wir eine Reihe von Leuten eingeladen hatten, um über Abtreibungsrechte in Europa zu sprechen. Darunter waren auch Women on Web, aber auch Women help Women. Es gab ein Gespräch über die Tatsache, dass viele Menschen aus Polen, aber auch aus anderen europäischen Ländern, nach Großbritannien fahren, weil sie dort die Möglichkeit haben im zweiten Trimester (13. bis 26. Schwangerschaftswoche, Anm. d. Red.) abzutreiben. Und das zweite Land, in dem eine Abtreibung auf Verlangen im zweiten Trimester in Europa – damals noch in der EU, denn es war vor dem Brexit – möglich war, sind die Niederlande. Dort kann man bis zur 22. Woche abtreiben. Wir erfuhren, dass einige Male Leute in die Niederlande kamen, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen, aber es war nichts organisiert. Sie wussten nur, dass eine der Kliniken Schwangerschaftsabbrüche im zweiten Trimester durchführte und dass es sehr teuer war, aber mehr Informationen hatten sie nicht. Es war also alles irgendwie vage. Wir haben auch von einigen anderen Organisationen gehört, die in ihren Ländern solche Solidaritätsnetzwerke aufgebaut haben. Es gibt also eines in Großbritannien, aber auch Ciorcia Basia in Berlin, das du sicher kennst.
Und dann dachten wir: „Dieses Festival ist großartig“, aber wir hatten nicht das Gefühl, dass es irgendwohin führt. Also beschlossen wir, auch eine solche Organisation zu gründen, um Menschen in den Niederlanden im Bereich Abtreibung praktisch zu unterstützen. Nach und nach sammelten wir eine Menge Informationen darüber, wie genau das in den Niederlanden funktioniert, wo man es machen kann, wer die netten Kliniken sind und so weiter. So wurde ANA ins Leben gerufen. Was mich motivierte, war die Verfügungsgewalt über den eigenen Körper, die Körperautonomie und die reproduktive Gerechtigkeit. Ich finde es extrem bizarr, dass es immer noch Orte auf der Welt gibt, an denen man nicht einfach über seinen eigenen Körper entscheiden kann, wenn man eine Gebärmutter besitzt.

Wie sieht eure tägliche Arbeit im Netzwerk aus?

Da gibt es verschiedene Dinge, die passieren. Wir haben eine E-Mail-Adresse, an die Klient:innen uns schreiben, dass sie Hilfe brauchen. Normalerweise haben wir zwei Leute in einer E-Mail-Schicht, die eine Woche lang dauert. Man arbeitet also mit anderen Freiwilligen zusammen, um E-Mails zu überprüfen und im Grunde genommen Fälle zu lösen, also den Leuten zu helfen. Sie entscheiden, in welche Klinik sie gehen, je nachdem, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist und helfen bei logistischen Fragen – zum Beispiel beim Transport oder bei der Unterbringung. Früher hatten wir ein Netzwerk von Freiwilligenhäusern, aber das gibt es seit Covid nicht mehr. Jetzt helfen wir den Menschen bei der Buchung eines Hotels. Und dann versuchen wir, auch bei allen anderen Dingen zu helfen, die im Zusammenhang mit der Ankunft einer Person zu regeln sind. Das ist der Teil von ANA, der die alltägliche Arbeit darstellt. Es ist eine Menge Arbeit, weil wir viele E-Mails bekommen und dementsprechend viel arrangiert werden muss. Ich denke, meine Beschreibung wird dem nicht wirklich gerecht. Und dann gibt es noch alle möglichen anderen Dinge, die passieren. Wir versuchen auch, die sozialen Medien zu nutzen, zum Beispiel um über das mit Abtreibungen verbundene Stigma zu sprechen oder um zu kommunizieren, dass es hier möglich ist, eine Abtreibung zu bekommen. Dass es sicher ist und die Krankenhäuser mit denen wir zusammenarbeiten sehr nett, hilfreich und freundlich sind. Außerdem organisieren wir Veranstaltungen oder nehmen an Veranstaltungen anderer teil. Es gibt also eine Menge verschiedener Aufgaben, die ANA hat.

ANA ist auch Teil des Netzwerks Abortion without Borders, zu dem ähnliche Organisationen in ganz Europa gehören. Wie funktioniert das?

Wir teilen uns die Finanzen. Eine Abtreibung kostet hier mehr als 1000 Euro, wenn sie im zweiten Trimester ist, also brauchen die Klient:innen oft finanzielle Hilfe. Wir entscheiden dann, wer genau das bezahlt. Wir tauschen uns auch über komplizierte Fälle aus, zum Beispiel darüber, wo genau eine Person am besten behandelt werden sollte – also in welchem Land – und welche Organisation sie dabei unterstützen wird. Wir kommunizieren auch über neue Gesetze, die verabschiedet werden und politische Entscheidungen, die unsere Arbeit beeinflussen. Auch in den Niederlanden passiert viel, was wir versuchen zu verfolgen: Wir sprechen mit der Presse, manchmal geben wir Interviews für Recherchen – denn wir haben viele Informationen, da wir im Grunde die einzige Organisation sind, die in den Niederlanden diese Art von Arbeit macht.

Du hast bereits erzählt, dass sich viele Klient:innen bei euch melden. Auf eurer Website gebt ihr an, dass die Zahl der Menschen, die sich an euch wenden enorm gestiegen ist, nachdem der Zugang zu sicheren Abtreibungen in Polen noch stärker eingeschränkt wurde. Wie habt ihr es geschafft, in so kurzer Zeit so viel mehr Solidarität zu organisieren?

Nun, das war definitiv nicht einfach. Das neue Gesetz betrifft alle Fälle von fetalen Anomalien. Wenn also jemand schwanger ist und feststellt, dass der Fötus Anomalien aufweist, kann diese Person in Polen nicht mehr abtreiben. Wenn der Fötus nicht lebensfähig ist, muss sie ihn trotzdem zur Welt bringen. Die Entscheidung des Gerichts fiel im Oktober 2020 und ich glaube, sie trat erst im Januar in Kraft. Aber schon ab Oktober begannen uns viel mehr Leute zu schreiben. Eine Sache ist, dass wir mehr Klient:innen bekamen. Aber eine andere Sache ist, dass die Fälle tatsächlich ziemlich kompliziert sein können. Denn Fälle von fetalen Anomalien bedeuten oft, dass sie das Leben der schwangeren Person bedrohen könnten und es bedeutet auch, dass sie oft sehr viel emotionaler sind. Denn viele Personen wollen eigentlich ein Kind haben. Oft mussten wir zum Beispiel Dinge wie die Einäscherung des Fötus organisieren, weil sie sich von ihrem Kind verabschieden wollten. Das hat vieles komplizierter gemacht. Wir arbeiten ohnehin schon viel unter Druck, aber dann kam noch hinzu, dass Fälle von fetalen Anomalien oft erst gegen Ende des zweiten Trimesters, also dessen, was in den Niederlanden für einen Schwangerschaftsabbruch legal ist, erkannt werden. Also mussten wir die Dinge noch schneller regeln. Wir haben wirklich versucht, unsere Arbeit bei Abortion without Borders effizienter zu organisieren und die Fälle innerhalb des Netzwerks zu verteilen. Das war mit dem Brexit eine kleine Herausforderung, aber es hat funktioniert. Wir haben auch einen Aufruf an die Leute gemacht, ehrenamtlich bei uns mitzuarbeiten. Gleichzeitig gab es viel Solidarität – wie Demonstrationen in Deutschland und den Niederlanden – rund um die Entscheidung des Verfassungsgerichts in Polen. So kamen viele Leute auf den Demonstrationen auf uns zu und fragten, ob sie bei uns mitmachen könnten, weil sie wirklich helfen wollten, aber nicht wussten, wie. So wurde unsere Organisation zu einer Möglichkeit für die Menschen, die Situation zu verbessern. Viele Leute, besonders in den Niederlanden lebende Pol:innen, kamen zu uns um zu fragen, ob sie sich freiwillig engagieren können. Wir haben mindestens 10 oder 15 Freiwillige mehr als vor zwei Jahren. Wir haben wirklich versucht, viele neue Leute an Bord zu holen, aber es gab eben auch viele, die aufgrund der Situation mitmachen wollten. 

Und wie finanziert ihr die Organisation? Wahrscheinlich musstet ihr auch viel mehr Geld organisieren.

Wir sind nur ein Kollektiv, keine offizielle Organisation in irgendeiner Form. Es gibt eine Organisation innerhalb des AwB-Netzwerks, die eine offizielle Organisation ist, das Abortion Support Network aus Großbritannien, das früher eine sehr ähnliche Arbeit für Ir:innen geleistet hat. Als Abtreibung dort noch illegal war, haben sie Leute unterstützt, die nach Großbritannien kamen. Als sich die Situation in Irland änderte, gingen sie dazu über, auch polnischen Menschen zu helfen. Sie verfügten also bereits über einige finanzielle Reserven in ihrer Organisation und konnten sich über lange Zeit einen Grundstock an Spender:innen aufbauen, da sie schon viel länger existieren. Sie bezahlen eine Menge Abtreibungen, die von polnischen Menschen vorgenommen werden. Wir als ANA machen nur Crowdfunding wie Online-Spenden oder verkaufen T-Shirts und einige Leute organisieren Konzerte zu unseren Gunsten. Es ist also sehr punkig. Die Sache ist, dass wir sozusagen den Schlamassel der polnischen Regierung beseitigen, indem wir Einzelpersonen helfen. Und niemand will diese Art von Arbeit wirklich finanzieren. Kein Fonds wird uns Geld geben, es sei denn, es handelt sich um einen privaten Fonds oder eine Privatperson, aber offizielle Fonds geben uns kein Geld für diese praktische Arbeit für einzelne Menschen. Niemand will sie wirklich finanzieren. 

Habt ihr als ANA neben der praktischen Hilfe für sichere Schwangerschaftsabbrüche einen Ansatz, um die Rahmenbedingungen rund um Gesetze zur reproduktiven Gerechtigkeit oder die öffentliche Meinung zu diesem Thema zu verändern? 

Am Anfang war uns klar, dass wir uns nur auf die praktische Hilfe konzentrieren und ansonsten nicht unbedingt in die Politik einmischen wollen. Einfach, weil wir nicht wirklich die Kapazitäten dazu hatten. Aber vor allem nach dem Urteil des polnischen Verfassungsgerichtes wurden wir sehr oft von den Medien gebeten, über unsere Erfahrungen zu sprechen und unsere Meinung zu den Geschehnissen in Polen zu äußern. Als Leute, die an vorderster Front stehen und den Menschen auf der Reise helfen. Ich denke, dass wir seither in diese Art von Dingen involviert sind. Außerdem gab es in letzter Zeit eine Reihe von Diskussionen über das Abtreibungsgesetz in den Niederlanden. Wir haben also versucht, so gut es ging, unsere Meinung zu äußern und auch ganz praktische Informationen darüber zu geben, was das für unsere Arbeit bedeutet. Ich denke, wir waren recht erfolgreich, denn unsere Organisation wird in den Niederlanden immer mehr anerkannt. Es ist unmöglich, in einer Organisation wie ANA zu sein und sich nicht an der öffentlichen Meinung zu beteiligen. Denn schließlich hängt unsere Arbeit direkt von den Gesetzen des Landes ab, in dem wir uns befinden, aber auch von denen anderer, umliegender Länder. Also haben wir irgendwann beschlossen, dass wir die Kapazitäten schaffen müssen um darüber zu sprechen und unsere Meinung zu äußern. Denn wir haben sehr spezifische Informationen, die andere Organisationen nicht haben und die wir nutzen können, um sehr klare Aussagen darüber zu machen, warum reproduktive Gerechtigkeit wichtig ist und warum es überall sichere Abtreibungsgesetze geben sollte.

Wie sähe deiner (oder eurer) Meinung nach eine Situation tatsächlicher reproduktiver Gerechtigkeit und Selbstbestimmung aus?

Ich kann nur über mich selbst sprechen. Wenn wir über Abtreibung sprechen, dann würde das für mich bedeuten, dass es überall sichere, legale und zugängliche Abtreibungen gibt. Und zugänglich bedeutet, dass man nicht weit weg fahren muss, um sie zu bekommen. Sie sollte überall dort verfügbar sein, wo man lebt. Dazu gehört auf jeden Fall auch eine umfassende Aufklärung über sexuelle und reproduktive Gesundheit. Für mich ist das ein sehr intersektionaler Begriff – reproduktive Gerechtigkeit. Denn es bedeutet auch, dass man nicht diskriminiert wird – sei es aufgrund der Race, der Klasse, des Geschlechts oder der sexuellen Vorlieben – wenn man reproduktive Gesundheitsdienste in Anspruch nimmt. Das bedeutet, dass einem als arme Person keine Abtreibung verweigert wird, dass einer Person of Color keine Dienstleistungen verweigert werden, dass aber auch trans Personen, die schwanger werden wollen oder eine Abtreibung vornehmen lassen, nicht stigmatisiert werden sollten. Ich denke also, dass wir einen sehr ganzheitlichen Ansatz für alle Arten von Dienstleistungen im Bereich der reproduktiven Gesundheit verfolgen sollten.

Danke dir! 

#Foto: wikimedia commons

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Verónica Gago ist Theoretikerin und Aktivistin aus Argentinien. Anlässlich des Internationalen Frauenkampftags am 8. März haben wir mit ihr über den Stand der argentinischen feministischen Bewegung heute gesprochen – nach einem errungenen Sieg im Kampf um das Recht auf Abtreibung, zwei Jahren Pandemie und im sechsten Jahr des feministischen Streiks.

Mit der Feminismuswelle der letzten Jahre ist auch wieder ein liberaler Feminismus in Mode gekommen. Die breite Bewegung in Argentinien führt aber Diskussionen, die über die gläserne Decke hinausgehen und eine Klassenanalyse mit einschließen. Kannst du diesen Charakter der argentinischen Bewegung heute etwas beschreiben?

Die feministische Bewegung in Argentinien ist eine rebellische Bewegung, sie hat das Ziel wirklich etwas zu verändern. Sie ist eine Bewegung, die sich gegen Ungerechtigkeit, Missbrauch und Ausbeutung auflehnt. Wir sehen es in den Slogans, die sie hervorgebracht hat, die anti-neoliberale, anti-patriarchale und anti-koloniale Fragen zusammenbringen: „Keine einzige weniger! Wir wollen frei und schuldenfrei leben! Gegen die Prekarität des Lebens! Wir zahlen die Krise nicht mit unseren Körpern und Territorien! Wir Frauen gegen Verschuldung!“ um nur einige zu nennen. In diesen Slogans liegt eine genaue Diagnose davon, woher die Gewalt kommt, die Feminizide und Vergewaltigungen zulässt, strukturellen Rassismus ermöglicht, prekäre Arbeitsbedingungen und institutionelle Gewalt von Sicherheitskräften legitimiert. Anders gesagt, wenn wir über rassistische Gewalt sprechen, wenn wir „Nicht eine weniger ohne Wohnung“ fordern, wenn die Auslandsschulden zu einem feministischen Slogan auf der Straße werden, dann machen wir die Materialität dessen deutlich, was man Gewalt nennt. Ihre Spitze findet diese Gewalt in Feminiziden, aber sie existiert auch als alltägliche Gewalt, die ein würdevolles und freies Leben verhindert.

Wie ist es euch gelungen, diese gesellschaftlichen Herausforderungen zu akuten Themen der feministischen Bewegung zu machen?

Das ist gelungen, indem der Feminismus als politische Bewegung aufgebaut wurde, in der verschiedene Konflikte und Protagonist*innen dieser Konflikte miteinander in Beziehung gesetzt werden. Das erfordert Koordination zwischen Gewerkschaften, Basisorganisationen, Studierenden, Migrant*innenkollektiven, Sexarbeiter*innen, prekär Beschäftigten, Sorgenetzwerken, Organisationen von Kleinbäuerinnen und Arbeiter*innen in der solidarischen und informellen Wirtschaft, Fridays For Future, den Kollektiven von Travestis, trans und nicht-binären Personen, den Kampagnen für das Recht auf Abtreibung und indigenen Frauenorganisationen. Die Tatsache, dass die feministische Bewegung in dieser politischen Zusammensetzung existiert, ermöglicht ihr eine praktische Interpretation der Aktualität, die sozioökonomisch, klassenbezogen und antiextraktivistisch ist – die aus verschiedenen Sprachen spricht und mit sehr diversen Strategien.

Was ist deine Analyse zu den liberalen Tendenzen, die wir heute überall sehen?

Natürlich gibt es Versuche, die Bewegung zu vereinnahmen und zu einer Mode zu machen, sie auf Themen zu reduzieren, die „ungefährlich“ für den Neoliberalismus sind. Aber ich glaube, die Mobilisierungsfähigkeit und der Wunsch nach Veränderung sind stärker, denn die feministische Bewegung geht auf eine Reihe sozialer Kämpfe zurück, die sich immer schon gegen den Status Quo gestellt haben.

Ich sehe den liberalen Feminismus ganz klar als konterrevolutionäre Aktion: er ist ein Versuch, die Kraft dieser queerfeministischen Transformation, die jetzt seit einigen Jahren schon eine beispiellose Präsenz auf globaler Ebene erreicht hat, zu begrenzen und sie in eine andere Richtung zu lenken. Es ist der Versuch, die Veränderung zu neutralisieren, die sich zeitgleich auf verschiedenen Ebenen vollzieht: in unserer Sensibilität, in der Art und Weise, unsere Körper und unser Begehren zu erleben, in der Fähigkeit, kollektive Forderungen zu stellen und in der Stärkung von Organisations- und Protestformen. Die feministische Bewegung ist eine Praxis des Ungehorsams, der täglichen Auflehnung, die gleichzeitig die Fähigkeit hat, strukturelle Gewalt zu hinterfragen und zu bekämpfen. Diese simultane zweifache Ebene ist es, die als Bedrohung empfunden wird. Das ist der Grund, warum ein Faschist wie Bolsonaro seine Präsidentschaft mit einer Rede gegen die „Gender-Ideologie“ beginnt. Oder warum versucht wird, den Feminismus auf die Forderung nach Quoten zu reduzieren, ohne die bestehenden Hierarchien anzutasten. Und warum versucht wird, den Feminismus von anderen sozialen Forderungen abzukoppeln, weil es das ist, was wirkliche politische Bündnisse schafft. Und deswegen gibt es auch viele Versuche, ihn zu spalten und mit dem Neoliberalismus kompatibel zu machen.

Mit der Legalisierung der Abtreibung in Argentinien vor einem Jahr habt ihr ein lange gefordertes Recht erkämpft – ein Riesenerfolg. Die Kampagne war jahrzehntelang Motor der Bewegung und auch identitätsstiftendes und verbindendes Element zwischen den Generationen. Was kommt jetzt, wo der Kampf gewonnen wurde?

Dass wir diesen Sieg errungen haben, ist fundamental. Das hat klargemacht, wie wichtig ein unermüdlicher Kampf ist, in dem Demonstrationen mit Lobbyarbeit im Parlament verbunden werden. Wie wichtig es ist, dabei eine feministische Pädadogik zu betreiben, um überhaupt diskutieren zu können, was Selbstbestimmung schwangerer Körper bedeutet. Das hat eine „grüne Welle“ losgetreten, die über die Grenzen hinausging. Dabei wurde das öffentliche Gesundheitssystem diskutiert, die Sexualerziehung in Schulen, Schwangerschaftsabbrüche von Schuld gelöst und Mutterschaft entromantisiert. Die Diskussion wurde an Orten in Gang gebracht, an denen sie vorher tabuisiert war. Dieser Kampf war hier von zentraler Bedeutung, weil er sowohl eine sehr konkrete Forderung enthielt, als auch ein Türöffner zu vielen weiteren Problematiken war. Das Recht auf Abtreibung steht außerdem im Mittelpunkt neokonservativer Angriffe nicht nur in unserer Region: Das ist so in den USA, bei der neu gewählten Präsidentin des EU-Parlaments und bei den Rückschritten in Polens Gesetzgebung. Aber mit der Verabschiedung des Gesetzes in Argentinien ist der Kampf noch nicht beendet, er ändert nur seine Form. Jetzt müssen wir uns für die effektive Umsetzung des Gesetzes einsetzen, gegen medizinische und juristische Manöver, die vielerorts den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen blockieren und für die Verbreitung des Gesetzes selbst, da die Informationen nicht überall ankommen. Und obwohl das Gesetz bereits vor einem Jahr verabschiedet wurde, feiern wir es immer noch.

Es stimmt jedoch, dass das verbindende Moment dieser Forderung auf irgendeine Weise ersetzt werden muss. Wir sind gerade dabei, neu darüber nachzudenken, was wir wollen, wohin wir unterwegs sind und wie wir nach zwei Jahren Pandemie wieder Räume für Gespräche und Austausch schaffen können. Wir reden von einer Zeit, in der es viel schwieriger war, sich zu treffen, und in einer Zeit, in der ein „Ende“ der Pandemie mit einer brutalen Wirtschaftskrise einhergeht. Es ist also an uns, mit diesem Sieg im Rücken – aber auch mit dem, was die Bewegung bereits erreichen konnten als Horizont – zu überdenken, wie wir uns den kommenden Herausforderungen stellen können.

Was sind die Themen, die den Feminismus in Argentinien derzeit bewegen?

Im Fall von Argentinien ist die Frage der Schulden als ökonomische Gewalt ein Thema. Im Laufe der Jahre haben wir viel mit dem Slogan „La deuda es con nosotres” (Die Schulden habt ihr bei uns) gearbeitet. Es ist wichtig, dass der Feminismus das Thema Verschuldung wieder aufgreift, denn er hat es auf den Tisch gebracht und dabei öffentliche und private Schulden und Sparmaßnahmen miteinander in Verbindung gebracht. Wir bestehen darauf: ohne ökonomische Unabhängigkeit gibt es keine Möglichkeit, die machistische Gewalt zu stoppen. Dies bezieht sich auf die Auslandsverschuldung seit 2018 und auch darauf wie die Verschuldung der Haushalte angesichts einer immer schneller zunehmenden Verarmung „obligatorisch“ wird. Hier ist für die antineoliberale Dynamik des Feminismus und seine Fähigkeit zur konkreten Intervention wichtig, die soziale Situation neu zu diskutieren, die durch die Verschuldung und die vom IWF auferlegten Bedingungen hervorgebracht wurde: Gas-, Strom- und Telefontarife, Lebensmittelpreise und Mieten, die in Folge der erzwungenen Kürzungen der öffentlichen Mittel erhöht wurden. Sie fördern Spekulationen und die Dollarisierung der Wirtschaft und lassen die Bevölkerung in beschleunigtem Tempo verarmen.

Der feministische Streik als Instrument der Bewegung ist in den letzten Jahren sehr wichtig gewesen. Jetzt ist es stiller geworden um den Streik als Aktionsform. Warum? Welche Rolle spielt der Streik bei den diesjährigen Mobilisierungen oder gibt es andere Strategien, die im Moment wichtiger sind?

Wir beginnen gerade, die Rolle des Streiks und andere Strategien für diesen 8. März zu diskutieren. Ich habe den Eindruck, dass es schwieriger ist, weil die Pandemie die Prekarität beschleunigt hat. Die Care-Arbeit hat zugenommen, die Arbeitszeiten haben sich verlängert und es gibt eine gewisse psychische Erschöpfung, wenn es darum geht, wieder rauszugehen und die Straßen einzunehmen. Es gibt aber ein gemeinsames Bedürfnis danach, dass die feministische Bewegung wieder eine führende Rolle auf der Straße einnimmt. Wir diskutieren hier sehr viel über diese Idee: Wir müssen zurückkehren und sind gleichzeitig nie weg gewesen. Auch in der Pandemie haben wir die Krise entprivatisiert, nur auf andere Art und Weise, aber auf jeden Fall in einem kollektiven Kraftakt. All dies müssen wir berücksichtigen, wenn wir über den Streik in der gegenwärtigen Situation nachdenken wollen. Das ist wichtig, weil, wie wir wissen, hat es der feministische Streik geschafft, die verschiedenen Formen der Arbeit, der Prekarität und der Gewalt in den Fokus zu nehmen.

Mein Eindruck ist, dass sich Streik und Demonstration verbinden werden, an manchen Orten wird die eine Dynamik stärker ausgeprägt sein als die andere, aber klar ist, dass der 8. März ein Kampftag ist, ein Datum, das wir nicht „hergeben“ werden, weil er ein Moment der Begegnung, des Austausches und der Arbeit am Programm der Bewegung ist. Das Wichtige an diesem 8. März ist, wieder eine Wucht zu werden.

Von Verónica Gago ist bei Unrast das Buch „Für eine feministische Internationale“ erschienen. Foto: privat

# Titelbild: Proteste für das Recht auf  Abtreibung vor dem argentinischen Kongress 2018 (Foto: Prensa Obrera, CC BY 4.0)

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Einige Beobachtungen von Ramsis Kilani, Narges Nassimi, Eleonora Roldán Mendívil und Aida Vafajoo

Vom 12. bis zum 15. September 2019 fand das „Feminist Futures Festival“ auf dem Gelände des ehemaligen Steinkohlebergwerks Zeche Zollverein in Essen statt. Im Herzen des Ruhrgebiets ereignete sich bei spätsommerlichen Temperaturen mit rund 1500 Feminist*innen die bislang größte feministische Zusammenkunft in Deutschland. Organisiert wurde das Festival von der Rosa Luxemburg-Stiftung, dem „Konzeptwerk Neue Ökonomie“ und dem Netzwerk „Care Revolution“. Neben diesen drei Hauptorganisator*innen waren an der Durchführung des Festivals aber auch zahlreiche weitere Initiativen beteiligt.

Leider waren die meisten Workshops überfüllt, so dass man oft nicht teilnehmen konnte und die organisierten Podiumsdiskussionen ließen wenig Raum für Diskussionen. Wir hätten uns hier mehr Möglichkeiten für die Interaktion mit und aus dem Publikum gewünscht. Trotzdem ergaben sich spannende Gespräche am Rande.

Zeche Zollverein und die Kämpfe der Migration

Da Veranstaltungen, die sich feministischen oder frauenpolitischen Anliegen widmen, häufig in Berlin oder Hamburg stattfinden, war es besonders sinnvoll, dass durch das Festival auch für NRW-ansässige Feminist*innen die Möglichkeit für politische Diskussionen, auch mit internationalen Aktivist*innen, geschaffen wurde. In Gesprächen wurde jedoch deutlich, dass kaum jemandem bewusst war, wie bedeutsam das Gelände, auf dem das Festival stattfand, für die Region, die Arbeiterbewegung und die Geschichte der Einwanderung in Deutschland tatsächlich ist.

Gerade, dass darüber nicht gesprochen wurde, war für uns befremdlich. Denn wenn vom Ruhrpott mit seinen Zechen als historische Hochburg deutscher Industrie die Rede ist, dann sind nicht nur weiße, deutsche Arbeiter*innen Teil dieser Geschichte, sondern auch jene migrantischen Arbeiter*innen, die mit ihrer Arbeitskraft ab den 1960er Jahren maßgeblich zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft beigetragen und auch eigene, bedeutende Arbeitskämpfe geführt haben.

Als berühmtestes Beispiel gilt der von migrantischen Arbeiter*innen getragene „Wilde Streik“ 1973 bei Ford in Köln, bei dem die Arbeiter*innen für gleichen Lohn und gleichen Umgang wie ihre deutschen Kolleg*innen kämpften. Er wurde, unterstützt von der Gewerkschaftsbürokratie gewaltsam von der Polizei angegriffen und aufgelöst[1]. Im gleichen Jahr legten migrantische Arbeiterinnen beim Automobilzulieferer Pierburg in Neuss ihre Arbeit nieder, um die Kategorie der „Leichtlohngruppe“, welche Frauen weniger verdienen ließ als Männer, anzufechten[2]. Diese Streiks waren Ausdruck davon, dass sich migrantische Arbeiter*innen nicht mehr wie Menschen zweiter Klasse behandelt lassen wollten. Auch Arbeiter in der Zeche Zollverein organisierten sich und brachten ihre Forderungen für eine gleichberechtigte Behandlung und ein Ende der Polarisierung der Arbeitsbedingungen und Löhne zwischen „deutschen“ und „ausländischen“ Arbeitern hervor. Dies ist in der Dauerausstellung im Museum Zollverein nachzulesen. Schade, dass dieser Teil der deutschen – auch feministischen – Geschichte, gerade angesichts der Aktualität der Migrationsfrage sowie Arbeitsniederlegungen mit einem hohen Anteil migrantischer Streikender[3] (außer einer kurzen Nennung in einem Workshop, in dem es um das Ruhrgebiet und die Probleme der Menschen vor Ort ging) beim Festival ausgelassen wurde.

Liberaler Feminismus

Was wollten die Feminist*innen, die sich im Rahmen des Feminist Futures Festivals zusammengeschlossen haben, erreichen? Eine solch große Veranstaltung mit der Teilnahme von unterschiedlichen politischen Spektren in Deutschland zu organisieren, ist ein wichtiger Versuch. Unser Eindruck ist jedoch, dass das Festival in seiner thematisch-inhaltlichen Ausrichtung, sowie personellen Besetzung eingeschränkt war. Der Grund dafür war, dass es insgesamt von weißen Akademiker*innen mit wenig oder gar keinem Bezug zu Fragen von Klasse, Armut und Rassismus dominiert wurde. Diese Ansicht teilten verschiedene, vor allem migrantische, nicht-weiße und ausländische Aktivist*innen[4]. An der geringen Partizipation und Repräsentation von Arbeiter*innen als Referent*innen war erkennbar, dass zwar über uns, unsere Mütter, Cousinen und Tanten gesprochen wird, aber selten mit uns.

Die tendenzielle Trennung der Frauenkämpfe von Klassenfragen und Rassismus wurde auch in der Praxis deutlich. Wenn beispielsweise Arbeiter*innen als Arbeiter*innen referiert haben (was nur in einem Panel zu migrantischer Hausarbeit vorkam), waren diese nicht aus Deutschland. Sie kannten sich dementsprechend nicht mit den Tücken der DGB-Gewerkschaften und ihrer Führungen aus und konnten keine Kritik an ihnen oder ihrer Bürokratie formulieren. Dabei gibt es hier konkrete Ansprechpartner*innen: Die Kämpfe der migrantischen Arbeiter*innen gegen die neoliberale Prekarisierung an der Alice-Salomon-Hochschule oder am Wombat’s Hostel in Berlin sind emblematische Beispiele[4]. Auch migrantischen Aktivist*innen, vor allem aus dem globalen Süden, lagen viele Steine im Weg, die ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe an Diskussionen erschwerten. Es wurde für asylsuchende und migrantische Frauen in Deutschland keine Dolmetschung in für sie wichtigen Sprachen wie Arabisch, Türkisch, Farsi, Dari, Kurdisch oder Französisch organisiert. Der Aufruf, dies solidarisch selbst zu organisieren, mündete häufig darin, dass migrantische Teilnehmende selbst unter deutschen Feminist*innen so häufig gesprochene Sprachkombinationen wie Deutsch-Englisch-Spanisch dolmetschen mussten und somit selbst eingeschränkt waren, an einer politischen Diskussion teilzunehmen. Weiße deutsche Freiwillige zum Dolmetschen meldeten sich selten.

Die Frage, wer die Frauen und Queers eigentlich sind, über die konkret gesprochen wurde, war ein Randthema des Festivals. Gehören Ausbeutende – CEO’s, Kapitalist*innen – und ihre Handlanger*innen – Frauen und Queers bei Polizei und Armee – dazu? Diese Nicht-Benennung etabliert eine Romantisierungeiner „Schwesternschaft“. Das und die Homogenisierung von Frauen und Queers führen dazu, dass Unterdrückungsmechanismen und die unterschiedlichen Formen von notwendigen Trennungen entlang von Klassenlinien unsichtbar gemacht werden.

Rassismus im Feminismus

Unserer Erfahrung nach, schrecken linke und/oder feministische Organisationen in Deutschland meist davor zurück, offen über Rassismus, und besonders antimuslimischen Rassismus, zu sprechen. Zwar wird gerne behauptet, man sei antirassistisch, doch werden in jenen linken, feministischen Räumen so oft Rassismen reproduziert oder kleingeredet, dass nicht-weiße Personen eben dort, wo sie sich sicher fühlen sollten, kaum Gehör finden. Ein solcher eurozentrischer Feminismus mündet somit immer in einer rassistischen Praxis. Themen, die sich (neo-)kolonialen Strukturen und deren realen Konsequenzen im heutigen Kontext widmen, wie beispielsweise die Besatzungspolitik Israels, oder den verstärkten feministischen Rufen nach Hijab-Verboten (Terre des Femmes und andere) werden in linken feministischen Räumen als „kontrovers“ abgestempelt und gemieden. Wir haben diese Scheinargumente nun seit vielen Jahren gehört und wir sind es Leid, Themen die unser Leben als Migrant*innen in Deutschland zentral betreffen, wie einen Nebenwiderspruch behandelt zu sehen. Ein Feminismus, der den Anspruch hat, gesellschaftliche Strukturen zu hinterfragen, kann Rassismus und breitere Systemkritik nicht weiter ignorieren. Aus genau diesem Grund haben wir in unterschiedlichen Konstellationen unter anderem Workshops zu migrantisch-feministischer Organisierung und zu Rassismus in feministischen Strukturen in Deutschland eingereicht, um gemeinsam Wege des Zusammenarbeitens zu erörtern und feministische Räume in Deutschland zumindest für diese ersten selbstkritischen Schritte zu öffnen. Unser Ziel war es, endlich miteinander ins Gespräch zu kommen und auch andere nicht-weiße Personen zu motivieren, feministische Räume als ihre eigenen Räume zu erkennen und zu nutzen.

Die oben genannten Workshops wurden nicht angenommen. In zwei Workshops wurden jedoch ähnlich klingende Themen angeschnitten. Bei dem Workshop „Frauen*, Asyl und Solidarität“ versuchten die Teamenden von Women in Exile and Friends eine Diskussion darüber auszulösen, was wir brauchen, um feministische Räume, vor allem für Frauen und Queers mit Fluchterfahrung, weniger barrierevoll zu gestalten. Dadurch, dass der Fokus nicht explizit auf Rassismus gelegt wurde, was im Rahmen der Frage von der Teilnahme und des Protagonismus von Frauen und Queers mit Fluchterfahrung innerhalb feministischer Kämpfe eines der zentralen Hindernisse ist, kam es zu einer Aneinanderreihung und teilweise Gleichsetzung verschiedenster Unterdrückungslinien sowie Diskriminierungserfahrungen. Rassismus wurde hier nur abstrakt und nicht konkret als ein feministisches Problem, was die Teilnehmenden des Workshops betrifft, behandelt.

Ein zweiter Workshop mit dem Namen „Muslima in Deutschland“ beschäftigte sich mit der besonderen Unterdrückung, die muslimische Frauen in Deutschland erfahren. In Kleingruppen wurden zuerst Grundlagen wie die Verhandlung von Identität und Othering diskutiert. Mit der Öffnung der Diskussion wurden konkretere Probleme deutlicher. Die einzige Hijab-tragende Frau im Raum, berichtete von ihrem brutalen rassistischen Alltag; der Alltag einer Mehrheit von muslimischen Frauen in Deutschland: An der Universität für eine Putzfrau gehalten zu werden; bei Jobgesprächen gesagt zu bekommen, man habe sich für eine andere Bewerberin entschieden, nur um die selbe Stellenausschreibung dann weiterhin in der Zeitung und im Internet zu finden; im vollen Zug zu sitzen und trotzdem neben sich einen freien Platz zu sehen, den niemand nutzen will; sich als Jugendliche selbstbestimmt dazu zu entscheiden, Hijab zu tragen, aber danach in linken Strukturen, konkret der Linksjugend Solid, von weißen Deutschen gemieden und isoliert zu werden. Diese Erfahrungen wurden auch auf dem Feminist Futures Festival gemacht: Auch hier hätte sie sich meist alleine wiedergefunden. Die Reaktion der Anwesenden war bezeichnend: Zwar wurde nach den Ausführungen geklatscht und gesagt, dass weiße Deutsche in solchen Situationen migrantischen Frauen in erster Linie zuhören sollten, gleich darauf nahm die Rededominanz weißer Aktivist*innen, selbst in diesem Workshop, aber wieder zu. Als von einer Migrantin mit ägyptischem Hintergrund angemerkt wurde, dass sie den Begriff „bio-deutsch“, den eine weiße Teilnehmende statt weiß verwendete, problematisch findet, entgegnete diese ihr mit einem scharfen „Ich kenne aber keinen anderen Begriff und benutze ihn!“ und redete weiter. Es gab anscheinend kein Interesse daran, zu erfahren, warum „bio“ von „biologisch“ kommt und somit einer Rassenlogik entspricht, anstelle von weiß als gesellschaftlicher Kategorie zu sprechen, was eine soziale Realität in einer rassistischen Gesellschaft beschreibt. Über eine Aneinanderreihung von rassistischen Problemen kam also auch dieser Workshop nicht hinaus. Ein Raum, in dem muslimische Aktivist*innen offen und direkt kritisieren und auch Antworten verlangen konnten, entstand nicht.

Wir fragen uns: Warum fällt es der Mehrheit von weißen Feminist*innen häufig so enorm schwer, offen über Rassismus zu sprechen? Es ist leichter, sich einfach abstrakt „antirassistisch“ zu nennen, mal auf eine Demo zu gehen und somit auf der richtigen Seite zu sein, ohne dafür konkret irgendetwas getan zu haben. Vorschläge, noch mehr Workshops zu Kritischem Weißsein in mehrheitlich weißen Strukturen durchzuführen, wie wir immer wieder hörten, setzen aus unserer Sicht an der falschen Stelle an. Denn diese Konzepte gehen zwar von strukturellen Problemen aus, aber begegnen ihnen mit im Grunde individualistischen Lösungen à la „Verändere dein Bewusstsein!“ und führen kaum zu einer Veränderung der Praxis dieser Gruppen, noch zu einem Verständnis der Funktion von Rassismus im Kapitalismus und damit zu einem antikapitalistischem Antirassismus mit Migrant*innen als zentralen Protagonist*innen. Wir denken, dass es bei einem gelebten Antirassismus um eine klare politische auch feministische Praxis gehen muss. Und diese setzt an in der Analyse, was Rassismus in Deutschland 2019 überhaupt ist.

Für einen internationalistischen, antiimperialistischen Feminismus – auch in Deutschland

Lichtblicke des Festivals waren Teilnehmende, die ähnliche Kritiken formulierten. Bei dem Workshop „Frauen*Streik international“ am Samstag Abend konnte ein Raum geschaffen werden, um zu diskutieren, was Internationalismus bedeutet und in dem die Anwesenden gängige Probleme aufzeigen konnten. Zwei der zentralen Themen war die Frage von Rassismus in feministischen Räumen sowie die Schwierigkeiten, den meisten deutschen Feminist*innen ein Bekenntnis zu Antikolonialismus und Antiimperialismus abzuringen. Viele der über 100 Teilnehmenden des Workshops bekräftigten die Notwendigkeit, genau diese Diskussion weiterzuführen. Nachdem wir in Erfahrung gebracht hatten, dass Internationalismus und die Wege dorthin als Diskussion nicht bei der Abschlussveranstaltung Platz finden würden, beschlossen circa 50 Teilnehmende zeitgleich zur Abschlussveranstaltung ein Alternativtreffen zu organisieren und alle dazu einzuladen. Hieraus entstanden wiederum neue internationalistische Initiativen, die unter anderem in konkreten Netzwerktreffen in Berlin im Oktober im Rahmen des Antikolonialen Monats[5] an einer weiteren Zusammenarbeit feilen werden, sowie eine Solidaritätsaktion mit den zu bis zu 18 Jahren verurteilten Arbeiter*innen und Aktivist*innen der Haft-Tapeh Zuckerfabrik im Iran[6].

Den Organisierenden des Festivals ging es mit einer wohlwollenden Auslegung um einen antineoliberalen Intersektionalismus. Diese Analyse lässt sich an einigen Beispielen verdeutlichen. Unter dem Titel „Für eine feministische Klassenpolitik!“ stand zum Beispiel im Programm: „Ein Klassenpolitischer Feminismus will eine Antwort auf die neoliberale Politik sein, er will Antworten auf Konkurrenz, soziale Spaltung und die Angriffe auf die sozialen Infrastrukturen finden.“ Es ist sehr wichtig, sich gegen den Neoliberalismus zu stellen, vor allem für Feminist*innen. Denn die neoliberale Ordnung ist mit massiven Privatisierungen und einem Abbau der Sozialleistungen weltweit verbunden, die zuallererst und am härtesten arme Frauen und Queers treffen. Er führt ferner zu mehr und schlechter bezahlten, unsicheren Lohnarbeitsverhältnissen sowie zu mehr unbezahlter Reproduktionsarbeit für Arbeiter*innen. Sicher muss sich ein Feminismus der Unterdrückten gegen den Neoliberalismus wenden. Die entscheidende Frage ist jedoch unserer Ansicht nach strategischer Natur: Wohin wollen wir statt zum Neoliberalismus? Zurück zum Wohlfahrtsstaat, unter dem extreme Armut zwar tendenziell minimiert, aber nicht grundsätzlich abgeschafft werden kann? Wir verteidigen die Errungenschaften des Wohlfahrtsstaates und kämpfen für mehr Zugänge für die besonders verarmten Teile unserer Klasse. Wir teilen jedoch die sozialdemokratische Illusion des „Kapitalismus mit einem humanitärem Gesicht“ nicht.

Die inhaltiche Ausrichtung des Festivals deutet aber genau in diese Richtung. Es war geprägt von Themen wie Sorgearbeit, also Arbeit in der Pflege, Erziehung, Fürsorge, etc. Diese Arbeit ist zu Hause und im Job überproportional weiblich und besonders prekär. Die Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen und queeren Menschen geht aber über diese Frage hinaus. Wir werden den patriarchalen, rassistischen Kapitalismus nicht allein mit einer „Care-Revolution“ besiegen, sondern mit einer sozialen Revolution, deren Subjekt die in ihrer Universalität und Zentralität erkannte gesamte Arbeiterklasse in Produktion und Reproduktion sein muss. Das heißt, es ist ein Programm notwendig, das nicht beim Organizing und der Kritik an geschlechtlich aufgeteilter reproduktiver Arbeit stehen bleibt. Wir müssen in der Lage sein, tatsächlich mit der gesamten Arbeiterklasse Kämpfe zu Ende zu führen und zu gewinnen. Dies schließt auch das Stellen der Machtfrage mit ein. Darin spielen Frauen und diejenigen, die in Sorge- und Pflegeberufen arbeiten, eine zentrale Rolle: Sie sind oft, wie im Pflege- oder Reinigungssektor, die Avantgarde der gesamten Arbeiterklasse, die Risiken eingehen, um andere Sektoren mitzunehmen[7]. Politische Kämpfe, wie der internationale Frauen*streik, sind eng verbunden mit der Arbeiterklasse als Subjekt. Und dies wollen wir wieder ins Zentrum unserer Politik rücken. Wir kämpfen für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Wir wollen der Aneignung des Produkts der Mehrarbeit der Arbeiterklasse durch die Kapitalistenklasse und der Diskriminierung und der Angst um das eigene Leben –- als Ausländer*in, Trans*, etc. – ein Ende setzen.

#Titelbild: Solifoto für die Arbeiter*innen und Aktivist*innen von Haft Tapeh

Über die Autor*innen:

Ramsis Kilani ist palästinensischer Sozialist und Mitglied beim SDS. Sein politischer Fokus liegt auf Antirassismus und antikolonialen Befreiungskämpfen.

Narges Nassimi ist kurdische Feministin aus Rojilat und Mitbegründerin der internationalen, sozialistischen Frauenorganisation Brot und Rosen in Deutschland.

Eleonora Roldán Mendívil ist Marxistin und arbeitet als Journalistin und Freie Bildungstrainerin zu Rassismus, Geschlecht und Kapitalismuskritik. Sie ist im Frauen*Streik Komitee Berlin aktiv.

Aida Vafajoo ist Sozialistin und Feministin mit iranischen Wurzeln und studiert Soziologie/Politikwissenschaft.

[1] https://www.klassegegenklasse.org/interview-die-gastarbeiterinnen-bei-angela-merkel/

[2] https://revoltmag.org/articles/empowerment-und-klassenkampf-gegen-den-rassismus-des-kapitals/; https://de.labournet.tv/video/6489/pierburg-ihr-kampf-ist-unser-kampf

[3] Zum Beispiel: https://www.jungewelt.de/artikel/362525.agrarproduktion-streik-im-gew%C3%A4chshaus.html

[4] https://www.klassegegenklasse.org/interview-maya-john-den-intersektionalen-feminismus-hinterfragen/

[5] https://www.facebook.com/pages/category/Cause/Anticolonial-Berlin-111417073575130/

[6] https://www.klassegegenklasse.org/free_iran_workers-internationale-solidaritaet-vom-feminist-futures-festival-deutsch-english-farsi/

[7] https://www.klassegegenklasse.org/alle-sind-teil-der-universitaet/

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