Erdogan will den Bürgerkrieg

BerkinmasseMillionen Menschen demonstrieren in der Türkei gegen ihre Regierung und die permanente Polizeigewalt. Tayyip Erdogan will sich mit allen Mitteln an der Macht halten.

Die Bilder sind beeindruckend. Ein nicht endendes Meer an Menschen kam gestern in Istanbul zusammen, um Berkin Elvans Beerdigung beizuwohnen. Der 14jährige Junge am Dienstag nach 269 Tagen im Koma verstorben, nachdem er vergangenen Juni bei einem Polizeiangriff durch einen Tränengaskanister am Kopf verletzt worden war. „Uyan Berkin“, Berkin wach auf, war schon zuvor eine der Parolen der aus dem Gezi-Aufstand im Juni 2013 hervorgegangene Protestbewegung geworden. Der aus dem Istanbuler Arbeiterbezirk Okmeydani, einer Hochburg der militanten revolutionären Bewegung, stammende Berkin war zu einem Symbol für vieles geworden, was in der neoliberal-autokratischen Türkei des „Sultans von Ankara“, Tayyip Erdogan, falsch läuft. Und zu einem Symbol der Zuversicht, „umudun cocugu“, Kind der Hoffnung nennt man ihn im ganzen Land.
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„Der Widerstand wächst auch“

Über den faschistischen Coup und die Selbstverteidigung der Linken. Interview mit Dmitry Kolesnik

Als der Aufstand gegen den ehemaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch Ende letzten Jahres begann, hast du da teilgenommen oder warst du von Anfang an skeptisch?

antifaukraine

Zuerst muss ich betonen, dass der Aufstand begann, als die Regierung die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit der EU suspendierte, das sogenannte Assoziierungsabkommen, das verbunden war mit der Forderung, Austeritätsmaßnahmen umzusetzen und IWF-Kredite aufzunehmen. Die Unterzeichnung dieses Vertrags war die Forderung einiger Gruppen von Oligarchen (auch innerhalb der regierenden Partei). Das ist der Grund, warum die Linke nicht an den Protesten teilgenommen hat.

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Johels Bruder

Irgendwo in Honduras sitzen wir, in einer hässlichen Stadt, die nur existiert, weil sich hier zwei Nationalstraßen kreuzen. Wir sitzen draußen vor dem Haus auf einer provisorischen Holzbank, kiffen und hören Gangsterrap. Es ist keinesfalls kalt, nur ein bisschen Wind weht. „Das erinnert mich immer an die Züge“, sagt Johels Bruder. Wir sprechen Spanisch, auch wenn er immer wieder ein paar Sätze Englisch einwirft. „Das Lied erinnert mich an die Züge.“ „Welche Züge?“, frage ich. „Hast du noch nie von den Zügen gehört, im Fernsehen? Die nach Norden fahren? Ab Mexico fahren sie.“

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Aufbruch in den Abgrund

Einschätzungen und Eindrücke aus der Ukraine

Wir waren ja nur kurz da, aber haben viel erlebt. Viele Gespräche geführt, mit Befürwortern und Gegnern des Aufstandes, der vergangenes Wochenende den vormaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch zur Flucht veranlasste. Wir haben viele Nazis und Faschisten getroffen, viele „normale Leute“ auf beiden Seiten, einige Wissenschaftler und Intellektuelle und sehr wenige (aber immerhin) Linke. Was sich ergeben hat, kann man hier lesen.

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