[Dersim Diaries – Im Kofferraum durch Kurdistan II]: Her biji Kurdistan – Ankunft in Dersim

dersimd1Als gelernter Österreicher saugt man nicht nur bedenkliches Trinkverhalten und antipreußischen Reflex mit der Muttermilch auf, sondern auch eine gewisse Portion Granteln. Der Schädel brummt noch ein wenig von der feuchtfröhlichen und tanzfreudigen Erkundung des Istanbuler Nachtlebens vom Vortag, als wir in Kurdistan landen. Und während ich mich im ersten Teil über die Hitze in Istanbul mokiert habe, verschlägt es mir beim Ausstieg aus der Onurair-Maschine am Flughafen in Elazığ ob der Schönheit der kurdischen Berge nicht nur die Sprache, sondern wegen der trockenen, beißenden Hitze gleich noch den Atem dazu.

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[Dersim Diaries – Im Kofferraum durch Kurdistan I] Startschuss in Istanbul

fürjosedSibel Yalcin, Berkin Elvan und Kinder mit explodierenden Flaschen – Was man über die Millionenmetropole am Bosporus nicht in Reiseführern findet

Mein Weg in die Türkei und nach Kurdistan beginnt wie viele andere Tage auch: verkatert in Wien Ottakring. Er führt gekoppelt mit dem offenbaren Unvermögen der ÖBB grenzüberschreitende Zugreisen halbwegs vernünftig zu ermöglichen über die Stationen Wien-Graz-Spielfeld-Straß-Zidani Most-Ljubljana nach Istanbul.

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Ein Ruhekissen für die Übermenschenseele

Ayn Rands Philosophie anhand ihres Hauptwerks „Atlas Shrugged“

aynranddollsWas das vernunft-begabte Dingens Mensch im 21. Jahrhundert noch am Kapitalismus festhalten lässt, ja was ihn teilweise zum willenlosen Jubeln und Jauchzen bringt, wenn die Rede von den Errungenschaften des freien Marktes ist, lässt eine*n manchmal doch recht verdutzt zurück. Doch auch dem Kapitalismus ist ein ideologischer Überbau eigen, der die überalterten Moralismen in den Köpfen manifestiert und den Jetzt-Zustand als Ende der Geschichte, als beste aller möglichen Welten zementiert.

Weniger in Europa bzw. der Bundesrepublik, immanenter aber in den USA ist das philosophische Konstrukt Ayn Rands und ihr darauf sockelndes literarisches Werk Fundament der herrschenden Klasse in den Hirnwindungen breiter Bevölkerungsschichten, Legitimation ihrer Herrschaft und mehr als nur ein Opium für Kapitalist*innen. Ein Manifest der mammonistischen Aktion: „Atlas Shrugged“.

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Den Gefallen tu ich Dir nicht

Antwort an Deniz Yücel. Gastbeitrag von Thomas Seibert, organisiert in der Interventionistischen Linken, anlässlich der „Israelkritik“-Debatte in der taz.

demoisrael1Es ist gut und nicht schlecht, dass Deniz Yücel die Frage nach der Kritik dessen, was aktuell in Israel/Palästina geschieht, in sehr radikaler Weise stellt: als Frage nach einem „Menschenrecht auf Israelkritik“ und als Frage, die trotz des Unterschieds von Recht und Moral nur von einem „moralischen Imperativ“ aus zu beantworten sei. Es ist sehr schade, dass er wenig später nur noch Recht haben will und weit unter Niveau seines ersten Beitrags nachlegt. Grund genug, die Dinge richtig zu stellen, auf der Höhe der zunächst gestellten und tatsächlich zu beantwortenden Frage.

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„Verzweifelte Kapitalist*innen sind gut, verzweifelte Kommunist*innen sind schlecht“

dietmardathEin Interview mit dem FAZ-Redakteur und Schriftsteller Dietmar Dath am Rande des UZ-Pressefests 2014 in Dortmund-Wischlingen, über Literatur, Kultur und die ganze Bäckerei

Als 2008 dein Roman „Die Abschaffung der Arten“ auf die Short List des Deutschen Buchpreises kam und im gleichen Jahr Uwe Tellkamp mit seinem „Turm“ den Pott abstaubte, war das ein Ausdruck der Klassenverhältnisse im Kulturbereich?

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[Grüße aus dem Binnenland XI] Angriff der Justiz

IMG_2344_XXJosef S. ist wegen Landfriedensbruch inkl. Rädelsführerschaft, schwerer Sachbeschädigung und versuchter schwerer Körperverletzung bei den „Ausschreitungen“ im Rahmen der Proteste gegen den rechten „Akademikerball“ in Wien im Januar nun zu 12 Monaten Haft verurteilt worden, davon 8 bedingt. Nachdem Josef bereits 6 Monate in U-Haft gesessen ist, kann er also nach Hause gehen. Als Verurteilter. Die Beweise für seine Schuld? Gibt es nicht. [Grüße aus dem Binnenland XI] Angriff der Justiz weiterlesen

The killer straw man

childrenispalThe current discussions about the israel-palestine issue seem to revolve around the arguments about antisemitism, islamophobia, the same old “self-defence” discourse, the holy anti’d pact, and never endless references to the other side’s racism to the point we get blind. This is indeed the result of the elaborate media indoctrination which frames the ‚conflict‘ as an international conflict, „two-sides exchanging fire“, „terrorists“, without putting forth the context of the last 70 years.

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Der gute Staat im Kampf gegen die Schlangengrube

Zum Israel-Bild eines Teils der deutschen Linken

antideutsche3Weil es offenbar soviel Diskussionsbedarf gibt, wollen wir nochmal nachhaken. Haben wir uns letztes Mal einzig Argumentations-formen zweier eigenwilliger Bezugnahmen auf den Konflikt in Israel/Palästina angesehen, wollen wir einen zweiten Teil nachlegen. Dieser Teil soll ein in der radikal-linken Subkultur (und darüber hinaus) gängiges Verständnis des Staates Israel auseinandernehmen. Eines gleich vorweg: Wir wissen, es wird sicher noch vor jeder inhaltlichen Auseinandersetzung der Vorwurf kommen, dass schon der Umstand, dass wir hier einen ganzen Text lang nur über Israel reden und nichts oder nicht viel zur Hamas sagen, zeigt, dass wir einen einseitigen Ansatz verfolgen. Das bestreiten wir. Zuerst: Es wird nicht der letzte Text zu dem Themenbereich sein, und es wird andere Schwerpunkte geben.

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