Schrankenlose Ausbeutung – zur „imperialen Lebensweise“ (II)

Die Konsumseite der imperialen Lebensweise

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit und den weit verbreiteten Wohlstandssteigerungen verallgemeinerte sich die imperiale Lebensweise in den kapitalistischen Zentren. Im Kampf um die Verteilung der Produktivitätsfortschritte rückten für die ArbeiterInnenbewegung Fragen der Arbeitszeit zugunsten einer Teilhabe am kapitalistisch produzierten Warenreichtum immer weiter in den Hintergrund, ebenso die Frage nach dem Eigentum an den Produktionsmitteln. Schrankenlose Ausbeutung – zur „imperialen Lebensweise“ (II) weiterlesen

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Schrankenlose Ausbeutung – zur „imperialen Lebensweise“ (I)

Luftverschmutzung, Klimawandel, Abholzung, Verlust biologischer Vielfalt, Bodenerosion oder Übernutzung natürlicher Rohstoffe: die (selbst)zerstörerischen Folgewirkungen der auf Profit und Kapitalakkumulation basierenden gegenwärtigen Produktionsweise und des ihr entsprechenden Konsumverhaltens auf die Natur sind allgemein bekannt – sofern man die Problemfelder nicht verdrängt oder sich rationalen Argumenten verschließt. Nutzen und Kosten des auf Massenkonsum basierenden modernen Kapitalismus verteilen sich zudem äußerst ungleich. Nicht nur in den kapitalistischen Zentren, in denen das Ausmaß an der Teilhabe am Wohlstand zwischen den, aber auch innerhalb der Klassen höchst ungleich ausfällt. Sondern v.a. zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden sowie den gegenwärtig lebenden und den folgenden Generationen. Der Frage, warum Problemerkennung und zumindest ansatzweise Problemlösung dennoch derart auseinanderklaffen, widmen sich Ulrich Brand und Markus Wissen in ihrem Buch „Imperiale Lebensweise – Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus“. Schrankenlose Ausbeutung – zur „imperialen Lebensweise“ (I) weiterlesen

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[Debattenbeitrag] Zur Lage des Antirassismus

Der Antirassismus erlebt eine Konjunktur und steht nicht zuletzt beim Staat und Unternehmen hoch im Kurs: Staatliche Antidiskriminierungsstellen, „Diversität“, „Empowerment“ und „Integration“ als schulische, universitäre und manchmal auch betriebliche Doktrin, immer mehr Werbeplakate mit lächelnden Schwarzen Menschen und stolze Migrant*innen bei der Deutschen Polizei. Uns soll nahe gebracht werden, der Rassismus sei überkommen, oder zumindest auf dem besten Weg dahin.

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DIY statt Bel Ami

Der alternative Christopher Street Day (CSD) in Kreuzberg, der in den vergangenen 20 Jahren zum kleinen, schmutzigen und vor allem politischen Stiefkind des inzwischen kommerziellen, entpolitisierten CSDs in Mitte und Schöneberg geworden ist, war 2017 erneut in seiner Existenz bedroht. Immer wieder strapazierten politische Diskussionen – 2013 um einen Rassismusvorwurf gegen eine Hiphop-Gruppe und 2016 über die Teilnahme einer palästinasolidarischen Queergruppe – die Lust am Feiern und am organisieren. 2017 hatten dann alle die Schnauze voll von der Streitsucht der queeren Szene in Berlin und wollten den Kreuzberger CSD erstmalig ausfallen lassen.

Schade fanden das insgesamt drei Kreuzberger*innen und organisierten über Facebook eine Art Ersatz unter dem Motto „K*csd: Kein XCSD, kein Problem“ über Facebook für den kommenden Samstag, den 24. Juni in Kreuzberg. Keine Demo, keine Kundgebung, eher ein loses Treffen. Sie haben wohl einen Nerv getroffen. Inzwischen klickten fast 1000 User auf „Zusage“ und über 2000 ihr Interesse bekundeten. Zumindest das virtuelle Bedürfnis ist also da. Wie die Realität am Samstag aussehen soll, verrieten zwei von ihnen im Interview mit LCM. DIY statt Bel Ami weiterlesen

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Warum denn bloß ein Social Warnstreik?

Ums Ganze … vom Kopf auf die Füße stellen. Eine kritische Auseinandersetzung mit der geplanten Hafenblockade in Hamburg.

Timon Simons: „Wir versuchen tatsächlich aus unserer Sicht andere, neue Wege des Protests und des Widerstands zu gehen. Deswegen wollen wir am 7. Juli in den Hamburger Hafen gehen.“‘(1)

Was folgt ist eine allenfalls skizzenhafte Kritik an den geplanten Aktionen von …umsGanze! [uG], Beyond Europe und der Hamburger Gruppe GROW zum diesjährigen G20-Gipfel. Sie ist notwendig, um über konzeptionelle Fallstricke hinsichtlich der geplanten Aktion mit dem Slogan „Shut down the logistics of capital“ ins Gespräch zu kommen. Im folgenden wird das Vorhaben, das darüber hinaus ein Teil vom Hamburg City Strike (2) ist, der Einfachheit halber als „Shut down Hamburg“ bezeichnet. Während der Hamburg City Strike der Meinung der Autor*innen nach das ernstzunehmende Unterfangen eines Social Strikes in der gesamten Hansestadt darstellt, verkauft uG ihre Massenblockade fälschlicherweise als Form eines sozialen Kampfs.

Die grundlegende These dieses Textes lautet: Die Überlegungen von Shut down Hamburg zum Social Strike sind allenfalls halbherzig. Die Belange der lokalen Kolleg*innen hätte man mittels einer kommunistischen Kritik an der zentralen Rolle von Logistik im digitalen Kapitalismus zum G20-Gipfel verbinden müssen; stattdessen kommen sie bei uG nicht vor. Dies soll im Folgenden nachgewiesen werden. Kurz gesagt plädieren wir für: 1. Lokale (Ausbeutungs-)Verhältnisse in den Kontext globaler Logistik stellen, 2. daran kommunistische Kritik entfalten, 3. ausgehend von der strukturellen Macht der Beschäftigten vor Ort den gemeinsamen Kampf zu G20 führen und daran anschließend 4. emanzipatorische Alternativen zum Bestehenden aufzeigen. Bei uG steht dieser Ansatz jedoch auf dem Kopf. Warum denn bloß ein Social Warnstreik? weiterlesen

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„Es ist keineswegs besonders revolutionär, auf die Sympathien des Volkes zu scheißen“

Ein Schuss ins eigene Knie: Warum Kabelbrände als militante Aktionen nicht erfolgreich sein können. Versuch einer solidarischen Kritik

Absichtlich herbeigeführte und mit politischer Rhetorik verzierte Kabelbrände im Bahnbetrieb sind ein in regelmäßigen Abständen wiederkehrendes Phänomen, das zumindest in Deutschland jedes Mal exakt dieselbe Wirkung zeitigt: Die Hofpresse des Feindes, die ansonsten auch gerne mal gelungene Aktionen vollständig verschweigt oder in den Bereich der Kurzmeldungen verbannt, schlachtet diese Dinger tagelang aus. Und aus der Bevölkerung ergießen sich abertausende Hassbotschaften gegen die gesamte Linke in die sozialen Medien. „Es ist keineswegs besonders revolutionär, auf die Sympathien des Volkes zu scheißen“ weiterlesen

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[Rojava-Tagebuch XIII] Tschüss Tastatur, moin Schaufel

Unsere Arbeit als Journalisten in Rojava endet. Unser Aufenthalt nicht.

Die Rojava-Tagebücher neigen sich dem Ende zu. Unsere journalistische Reise nach Rojava ist vorbei. Wir haben vieles gesehen, gelernt und dutzende Texte veröffentlicht in den vergangenen drei Monaten. Jetzt ist es an der Zeit, aufzubrechen. Für zwei Kollegen bedeutet das, den Weg nachhause, nach Deutschland, anzutreten. Für uns andere bedeutet es, das Keyboard gegen andere Werkzeuge der Revolution einzutauschen.

Die vergangenen Monate waren für uns alle etwas Besonderes. Manchmal waren wir körperlich am Ende, manchmal auch psychisch. Und doch gibt es unter uns niemanden, der auch nur eine Sekunde bereut hätte, den Weg nach Rojava angetreten zu haben. [Rojava-Tagebuch XIII] Tschüss Tastatur, moin Schaufel weiterlesen

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