Archiv der Kategorie: Internationalismus

„Die Revolution in Rojava hat eine globale Bedeutung“

Als italienischer Autonomer in der Revolution in Kurdistan. Gespräch mit Heval Xwinsor

Heval Xwinsor ist in der italienischen Gruppe Autonomia Contropotere organisiert. Auf seiner Reise durch Rojava traf LCM-Reporter Bernd Machielski ihn in Til Temer.

Lieber Genosse, stell Dich unseren Leser*innen doch bitte etwas vor. Woher kommst Du, was machst Du so?

Mein Name ist Xwinsor. Ich komme aus Italien, und bin organisiert in einer Gruppe namens „Autonomia Contropotere“, das bedeutet soviel wie „autonome Gegenmacht“. Autonomia Contropotere ist eine Organisation, die in ganz Italien in lokalen Gruppen organisiert ist. Die Organisation ist ein Ergebnis der Kämpfe in den 1980er Jahren.

Wir haben auch einen Internetblog namens „Infoaut“, der vor mehren Jahren gegründet wurde. Dort werden Analysen der politischen Situation Italiens, aber auch Reportagen über verschiedene politische Kämpfe auf der ganzen Welt veröffentlicht. „Die Revolution in Rojava hat eine globale Bedeutung“ weiterlesen

Gespräche über Andrea Wolf – Teil 1

Heute vor 20 Jahren wurde Andrea Wolf (Kampfname Ronahî) gemeinsam mit anderen Genoss*innen der kurdischen Freiheitsbewegung in den Bergen nahe der Stadt Catak in der Region Van von der türkischen Armee festgenommen, gefoltert und ermordet. Ein Gespräch mit Korbinian, einem langjährigen Genossen und Freund von Andrea Wolf: Es geht darum, herauszufinden, was Andrea und so viele andere damals umgetrieben hat, wie alles in München begann. Und was das für uns heute bedeutet. Gespräche über Andrea Wolf – Teil 1 weiterlesen

Die Kurden – Eine Leseprobe

Heute erscheint das neue Buch von Kerem Schamberger und Michael MeyenDie Kurden. Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion“ Diese kleine Leseprobe aus dem zweiten Kapitel gibt einen ersten Eindruck in das wirklich lesenswerte Werk der beiden Autoren.

„Die kurdische Frage, von Duisburg aus gesehen“

Geschichte als Geografie

Vorher ist etwas zu Kurdistan zu sagen, zu einem Wort, das nach

Staat klingt (Afghanistan! Turkmenistan!) und doch nie für einen
Staat stand und auch die Geografen eher zu verwirren scheint.
Die Landkarten jedenfalls, die Google auswirft, sehen alle irgendwie
verschieden aus. Mal gibt es ein Stück Mittelmeer-Küste und
mal nicht, mal ist etwas mehr von der Türkei weg und mal etwas
weniger. Karl May ließ seine Helden Kara Ben Nemsi und Hadschi
Halef Omar »durchs wilde Kurdistan« reisen und mit den Jesiden
gegen die Türken kämpfen, aber das gehört eher in die Kategorie
Dinosaurier und magisches Baumhaus. Sicher ist: Eine »Region
oder Landschaft« mit dem Namen Kurdistan gibt es seit etwa eintausend Jahren. Die Perser hatten eine Provinz, die so hieß, und
die Osmanen auch.
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»Ich bin in die Berge gegangen, um neu anzufangen«

Eine deutsche Internationalistin in der PKK. Interview mit Heval Delia

Auf seiner Reise nach Rojava traf LCM-Reporter Bernd Machielski die deutsche Internationalistin Delia, die sich vor einem Jahr der Arbeiterpartei-Kurdistans (PKK) angeschloßen hat. Ein Gespräch über ihre Beweggründe und die Linke in der BRD.

Du hast dich heute vor genau einem Jahr der Arbeiterpartei-Kurdistans (PKK) angeschlossen. Was war damals deine Motivation, diesen Schritt zu gehen?

Ich bin vor einem Jahr nach Rojava gegangen, dort an einer Bildung teilgenommen und mich im Anschluss relativ schnell entschieden, dass ich mehr von der Revolution sehen möchte. Für mich hat es damals nicht ausgereicht, in Rojava zu sein, mein Wissen einzubringen und zu lernen. Ich wollte lernen, wie die Partei entstanden ist. Die Frage ließ mich nicht los: „Wie konnte in Rojava der Boden für einen Neuaufbau der Gesellschaft, auf der Basis kommunaler Organisierung und Verwaltung entstehen?“ »Ich bin in die Berge gegangen, um neu anzufangen« weiterlesen