Archiv der Kategorie: Deutsch

Serhildan in Başur

Es war schon ein vielsagender Anblick. Auf außenpolitischer Rundreise in Europa standen sie Seite an Seite: Qubad Talabani und Nechirvan Barzani. Als wäre die KRG eine verkappte Monarchie teilen sich die Erben des Bruderkriegs das Sofa, das Pult oder das jeweilige Möbelstück an dem sie ihre Politsatire vorführen.

Es ist sinnbildlich für zwei vollkommen verlorene Parteien. Parteien, die so verstritten und dennoch so verbunden durch die gemeinsame Machtgeilheit sind, dass sie wie räudige Hunde zusammengehalten werden müssen, sodass der eine sich nicht vernachlässigt fühlt, wenn man sich auf dem internationalen Parkett präsentiert. Serhildan in Başur weiterlesen

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Für eine revolutionäre Kultur der Zukunft – Über linke Gedenkkultur

Im letzten Kommentar zur linken Gedenkkultur in Deutschland von Auguste Salomon wurde richtig bemerkt, dass es nicht nur an der Gedenk-, sondern auch an der Diskussionskultur hapert. Wenn der Aufbau einer revolutionären Bewegung in Deutschland Realität werden soll, braucht es die konstruktive Zusammenarbeit von revolutionären und fortschrittlichen Kräften. Dieser Beitrag soll in diesem Sinne die Debatte solidarisch-kritisch weiterführen. Danke erst mal an die Verfasser*innen der bisherigen Beiträge.

Ich möchte an die interessanten Beobachtung Salomons anknüpfen, dass die linke Erinnerungspolitik – aber auch darüber hinaus die linke Politik – im Deutschland der letzten Jahrzehnte allzu oft eine Opfer-Politik war. Gedacht wird wenn dann „unschuldigen Opfern“, die aufgrund keiner nennenswerten politischen Einmischung auch keine Fehler begangen haben und keiner Kritik unterzogen werden können. Gefallene Genoss*innen werden nicht respektvoll in ihrer Lebensgeschichte mit all ihren (persönlichen, historischen, geografischen …) Widersprüchen wie Leistungen anerkannt, sondern aus der Vermeidung des Umgangs mit Widerspruch und Kritik auf einen Schlag aus dem kollektiven Bewusstsein als Einfluss oder Referenzpunkt gebannt. Für eine revolutionäre Kultur der Zukunft – Über linke Gedenkkultur weiterlesen

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Wie Gedenken? – Über linke Gedenkkultur

Die Debatte um linke Erinnerungskultur im Lower Class Magazine hat, mit diesem, nun sogar schon drei Artikel. Dabei ist lustigerweise zu Beobachten wie Diskussionskultur innerhalb der Linken funktioniert, der erste Artikel kritisiert die aktuelle Gedenkpraxis, der Zweite beschreibt sie und erhebt sie zum non plus ultra, als ob der erste Artikel nicht gelesen oder nicht verstanden wurde. Wie Gedenken? – Über linke Gedenkkultur weiterlesen

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„Antistaatliche Räume müssen ausgeweitet werden – überall“

Demo für Demo, Plakat für Plakat, Text für Text. Die Zusammenarbeit der deutschen radikalen Linken mit der kurdischen Freiheitsbewegung scheint manchmal unterentwickelt bis gar nicht existent. Vieles geschieht parallel, vieles wird gar nicht wahrgenommen. Die Bezugnahme auf die jeweiligen Kämpfe bleibt häufig aus, angebliche ideologische Differenzen behindern die Zusammenarbeit und das Entwickeln einer revolutionären Perspektive in der BRD. Aber so dynamisch wie die Revolution können auch Menschen sein. Hubert Maulhofer hat in Berlin ein Gespräch mit Freund*innen aus der deutschen und der kurdischen Linken geführt, um über Perspektiven und Probleme einer genossenschaftlichen Zusammenarbeit in der BRD zu diskutieren. „Antistaatliche Räume müssen ausgeweitet werden – überall“ weiterlesen

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Die Toten können sich nicht wehren – Über linke Gedenkkultur

Kürzlich haben die beiden Autoren Maulhofer und Oggenbach im Lower Class Magazine eine Debatte über linke Gedenkkultur angestoßen. Ausgehend vom Gedenken an den ermordeten Silvio Meier treffen sie einige wunde Punkte linker Erinnerungs- und Gedenkkultur. Sie stellen fest, dass die jährlichen Gedenkdemonstration zu einer abstrahierten und ritualisierten Folklore geworden sind – ein Trend der linken Szene, Erinnerung und Gedenken zu entfremden und zu instrumentalisieren. Sei es, weil die Taten schon einige Jahre her sind, sei es, weil keine Auseinandersetzung mit den Angehörigen, Freunden und Freundinnen stattgefunden hat. Das gilt nicht (nur) für die Erinnerungskultur an Silvio Meier, sondern lässt sich auch an anderen Orten feststellen. Der Fokus auf die Tat und die Täter, lässt die Ermordeten, ihr Leben, aber auch den Schmerz der Angehörigen in den Hintergrund rücken. Die Toten können sich nicht wehren – Über linke Gedenkkultur weiterlesen

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Die Gefallenen sind unsterblich – über linke Gedenkkultur

Die Diskussionen innerhalb der radikalen Linken über Gedenkkultur, Eventpolitik und Instrumentalisierung flammen regelmäßig auf, wenn es darum geht gefallene Genoss*innen in die eigenen Kämpfe mit einzubeziehen. Solch ein Event oder zumindest wiederkehrender Termin ist die seit über 25 Jahren stattfindende Silvio-Meier-Demo, welche meist im Berliner Szenekiez Friedrichshain stattfand.
Wir benutzen im Folgenden bewusst den Begriff „Gefallene*r“. Wir glauben, dass dieser Begriff eine Möglichkeit ist, sich von eher passiven Begriffen und ihren Konsequenzen in der Praxis wie „Ermordete*r“ oder „Opfer“ abzuwenden. Unsere Genoss*innen sind gefallen. Gefallen in einem Kampf, der sich immer an ihre Haltung rückkoppelte und diese gilt es in den Vordergrund zu setzen. Die Gefallenen sind unsterblich – über linke Gedenkkultur weiterlesen

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Make Amazon Pay!

Am 21. November startete die Aktionswoche rund um den Black Friday im Rahmen der „Make Amazon Pay!“-Kampagne. Erstmals greifen in Deutschland autonome Gruppen den Arbeitskampf bei Amazon auf und solidarisieren sich durch Aktionen in Berlin und Leipzig sowie eigene Öffentlichkeitsarbeit. Die Gewerkschaft ver.di kündigt schon jetzt Streiks für das Vorweihnachtsgeschäft an. Grund genug, sich den Black Friday, Amazon und die Arbeitskämpfe dort genauer anzusehen.

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Publikumsschlager Militanz

Das kürzlich bei Bastei Lübbe erschienene Buch „Mit aller Härte. Wie Polizei und Staatsschutz Linksradikale jagen“ sorgt für Aufregung. Der Autor Frank Brunner rekonstruiert darin die behördliche „Jagd“ auf die „militante gruppe“ (mg) als „True-crime“-Story. Kaum war das Buch veröffentlicht, gab es schon erste Kritik insbesondere gegenüber dem im „mg“-Verfahren zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilten Oliver Rast, der mit dem Journalisten Brunner eng zusammengearbeitet hat. „Was sich Autor Frank Brunner und der Linksradikale Oliver Rast dabei gedacht haben, bleibt wohl auf ewig deren Geheimnis“, schrieb der anonyme Erst-Rezensent auf Indymedia über die Wahl des „Arzt-Roman-Verlags Bastei Lübbe“. Nun, nichts ist für die Ewigkeit – wir haben uns ganz einfach mit den beiden getroffen und nachgefragt.

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Gestorben wird in Raqqa, nicht in Paris

Ein Bericht der britischen BBC über das „schmutzige Geheimnis“ der Befreiung Raqqas enthüllt vor allem eines: Die neokoloniale Gedankenwelt westlicher Journalisten.

Vergangene Woche enthüllte die britische BBC mit markiger Geste ein „schmutziges Geheimnis“: Am Ende der Schlacht um Raqqa hätten die Syrian Democratic Forces, das von der kurdischen YPG geschmiedete Militärbündnis gegen den Islamischen Staat, „hunderte IS-Kämpfer und deren Familien“ einfach so abziehen lassen. Der „Deal“ sei ein Skandal und – so suggeriert der Bericht – erhöhe direkt die Anschlagsgefahr in Europa, Amerika oder anderen Ländern. Gestorben wird in Raqqa, nicht in Paris weiterlesen

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