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Schweigen im Wald – Der vergessene Krieg im Jemen

Seit mehreren Wochen bombardiert die Luftwaffe Saudi-Arabiens im Verbund mit weiteren Staaten der arabischen Halbinsel und Nordafrikas den Norden Jemens. Unterstützt wird die reaktionäre Erbmonarchie dabei logistisch, nachrichtendienstlich und mit umfangreichen Waffenlieferungen von dem engen westlichen Verbündeten USA. Aber auch Deutschland erweist sich immer wieder als guter Partner des selbsternannten ,,Gottesstaats“ auf der arabischen Halbinsel. So wurden in den vergangenen Jahren mehrere Waffendeals bezüglich umfassender Bewaffnungsbestände für Fußtruppen getroffen. Entsprechend hält sich die Kritik der Bundesregierung am derzeitigen – alles andere als völkerrechtskonformen – Vorgehen der saudischen Militärallianz in Grenzen.
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„Wir wollen das Leben für alle Bewohner so sicher wie möglich gestalten“

Seit der Staatsgründung Israels sind hunderttausende Palästinenser auf der Flucht. Viele von ihnen sind in den benachbarten Libanon geflohen, wo sie als Bürger zweiter Klasse, mit stark eingeschränktem Arbeitsrecht und in streng überwachten Camps leben.
Um mehr über die politische Situation in den Camps herauszufinden, haben wir uns mit Generalmajor Maher Schbaita gesprochen, welcher vom Fatah-Flügel der PLO ist und für die Region um die Hafenstadt Sidon verantwortlich ist.
Getroffen haben wir uns in einem PLO-Gebäude im Flüchtlingslager Ain el-Hilweh.  Seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges sind bis zu 40.000 syrische Flüchtlinge in dem Lager angekommen, teilweise wird ihnen Nähe zu verschiedenen al-Quaida Gruppierungen nachgesagt. So kursiert auch das Gerücht, dass sich der Drahtzieher hinter den Selbstmordanschlägen von Tripoli, Shadi al-Mawlawi, dort versteckt hält.

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[Beirut Diaries III] In den Zeltlagern der Bekaa-Ebene

Im Libanon leben 1,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien. Ihnen mangelt es an fast allem.
Die Nacht endete zeitig durch das Weckerklingeln um fünf Uhr früh. Mit einer extra starken Tasse Kaffee und einer Kippe überbrückten wir die Zeit, bis der Fahrer uns kurz nach sechs abholte und mit uns Richtung Bekaa-Ebene aufbrach, wo wir mit einer humanitären Hilfsorganisation verabredet waren. Die Fahrt führte schnell in die wunderschönen Berge Libanons, vorbei an zahlreichen Militärcheckpoints und unzähligen Lastwagen voller Hilfsgüter auf ihrem Weg nach Syrien. Es ist kalt. Der Schnee ist hier in den Bergen knietief. Uns stellt sich, nicht zum ersten Mal, die Frage wie es Menschen möglich ist, unter diesen Umständen mit nichts als improvisierten Zelten zu überleben. [Beirut Diaries III] In den Zeltlagern der Bekaa-Ebene weiterlesen

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Wer geht schon zu Bergida?

IMG_4315Gestern versuchte der Berliner „Pegida“-Ableger „Begida“ eine Demonstration vom Roten Rathaus zum Brandenburger Tor zu veranstalten. Nun war diese Demo schon lange vor ihrem Start in aller Munde und von AntifaschistInnen bis Berliner Oberschicht waren sich alle einig: Nee also in Berlin wollen wir die nicht. So kam es, dass sich die etwa 250 TeilnehmerInnen der „Bergida“-Demo bereits an ihrem Startpunkt hinter dem Roten Rathaus von etwa 3000 GegendemonstrantInnen eingekesselt sahen. Diese verwehrten ihnen bis zum selbstgewählten Ende gegen 21:00 die Straße. Etwa zur gleichen Zeit, nur zwei Kilometer weiter, wurden im Adlon und am Brandenburger Tor die Lichter ausgeknipst.
Nun wollten wir, teils aus journalistischem Pflichtgefühl, teils aus purem Masochismus, herausfinden wer sie denn nun sind, die selbsternannten Retter des Abendlandes. Weil eins ist schon mal klar: sie sind ja keine Nazis, aber… Wer geht schon zu Bergida? weiterlesen

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„Politische Schönheit“ gegen europäischen Zynismus

IMG_3424Grenzerfahrungen im „freien“ Europa. Vom Versuch des „Ersten europäischen Mauerfalls“.

Vor zwei Wochen, am Sonntag den 2.11.2014 entfernten KunstaktivistInnen des „Zentrum für Politische Schönheit“ vierzehn der sogenannten „Mauerkreuze“. Nach Aussage der KünstlerInnen sind die Kreuze an jenem Tag „geflohen“, vor den Feierlichkeiten um den 25. Jahrestages des Mauerfalls und der ihnen inhärenten Doppelmoral. Gedacht wird der 138 Menschen, welche in den 28 Jahren der Mauer an der deutsch-deutschen Grenze ums Leben kamen. Keine Erwähnung fanden beim offiziellen Gedenken hingegen die zehntausenden Flüchtlinge, die an der europäischen Außengrenze in den letzten zehn Jahren den Tod fanden, verdurstet in der Wüste, ertrunken im Mittelmeer, erschlagen von Grenzern, verblutet im Nato-Draht. „Politische Schönheit“ gegen europäischen Zynismus weiterlesen

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Wie ich aufgehört habe mich über „catcalling“ zu ärgern…

…und gelernt habe Leute zu schlagen.

fotoDas „catcalling“-Video aus der letzten Woche ist viral gegangen und es finden sich bereits viele Diskussionen darüber im Internet. Es sieht so aus, dass einige beleidigt waren, als sie gelernt haben, dass das, was sie tun „Belästigung“ genannt wird.
Der Gedanke über „catcalling“ zu schreiben (ehrlich gesagt kannte ich den Begriff gar nicht, bevor ich das Video gesehen habe und finde auch den Namen selbst extrem nervig) kam mir, nachdem ich einem Typen in der U-Bahn Station eine reingehauen hab.
Ihr wisst schon (zumindest die Frauen unter euch werden es wohl nur zu gut kennen), es war das Übliche. Er hat mich angemacht, ich hab ihm den Mittelfinger gezeigt, dann schrie er mir „Fotze“ hinterher, als ich gerade weg ging. Dann bin ich auf ihn zu gerannt und hab vor den Augen diverser „Zuschauer“ angefangen ihn zu schlagen. Ich hatte niemanden um Hilfe gebeten.
Danach, als ob es eine Art Geheimabsprache unter den Männern nach dem Viral-Video gab, wurde ich häufiger gegrüßt und viele fragten mich die dämlichsten Fragen, um ins Gespräch zu kommen. Das machte mich rasend. Wie ich aufgehört habe mich über „catcalling“ zu ärgern… weiterlesen

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Kunstaktivismus gegen Stacheldraht

bulgarien2In Kürze ist es soweit. Deutschland feiert den 25. Jahrestag des Mauerfalls und der „wiedergewonnenen Freiheit“. Wir werden hohe Politiker hören, die ihr Glück darüber zum Ausdruck bringen und die Mauer, welche einst die DDR von der BRD trennte verurteilen.Das Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ nahm sich dieses Jubiläum zum Anlass, um mit einer spektakulären Aktion auf eine ganz andere Mauer aufmerksam zu machen.
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