Alle Beiträge von lowerclassmag1312

Unsere Geschichte ist lebendig

Für uns sind die Kämpfe der Vergangenheit eine Verpflichtung. Deswegen gibt es hier einen Beitrag der radikalen linken | berlin zur Gedenkpolitikdebatte, der zugleich ein Aufruf zur linksradikalen Mitgestaltung der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration ist

Am 23. Oktober 1998 wurde Andrea Wolf, Kampfname »Ronahî«, bei Catak in der südostanatolischen Provinz Van von türkischen Soldaten ermordet. Andrea, geboren in München, war als Internationalistin nach Kurdistan gegangen, hatte sich der Frauenguerilla der PKK angeschlossen und mit ihr gekämpft. Als Person steht sie für viele Kampffelder, die auch in der heutigen linksradikalen Bewegung in Deutschland eine Rolle spielen: Sie kam aus der autonomen Szene, beteiligte sich an direkten Aktionen, war in der RAF-Soli und der Hausbesetzer_innenbewegung aktiv. Unsere Geschichte ist lebendig weiterlesen

Bildet Banden!

Fast hätte die EB Immobiliengruppe den seit 1983 in Berlin-Kreuzberg bestehenden Kinderladen »Bande« zum Auszug gezwungen. Doch die Eltern, Erzieher*innen und Kinder machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Eine Reportage aus SO36

Berlin-Kreuzberg im Winter 2017. In der Oranienstraße kämpfen diverse Gewerbetreibende und Anwohner*innen um ihre Existenz im Stadtteil. Auf der inzwischen fünften Kiezversammlung finden sich hunderte Menschen ein, die von Gentrifizierung und hohen Mieten betroffen sind und kämpfen wollen. Manteuffel- und Lausitzer Straße, Reichenberger, Otto-Suhr-Siedlung, Eisenbahnstraße, Mariannenplatz – kaum ein Straßenzug in Kreuzberg 36 ist nicht vertreten. Die Kämpfe um das Recht auf Stadt sind vielfältig: Gegen den Google-Campus richtet eine Initiative ihre Aktivitäten, für den Verbleib des Spätis der Familie Tunc in der O-Straße kämpft eine andere. Und keiner will, dass das neu entstandene Luxushotel am O-Platz bleibt. Bildet Banden! weiterlesen

Jenseits von Jebsen

Zur „Querfront“-Debatte, Folge 846.

Sie ist wieder da. Die „Querfront“-Debatte, ein periodisch wiederkehrendes Phänomen, in dem sich zumeist vor allem eines zeigt: Die permanente ideologische Krise weiter Teile der deutschen Linken.
Dieses Mal entzündete sie sich an dem Clickbait-Youtuber Ken Jebsen. Zu dessen Weltbild hat kürzlich die junge Welt alles Nennenswerte zusammengefasst, Recherchen zu seiner politischen Strategie, seinen Verbindungen in rechte Milieus, seiner Arbeitsweise existieren zuhauf. Man könnte also meinen, es sei alles gesagt.
Aber nein, eine kleine Provinzposse, die Verleihung eines unwichtigen Preises in einem Berliner Kino, reichte, um das Thema erneut viral zu machen. Dutzende Zeitungen, auflagenstarke wie klitzeklitzekleine, greifen das Ding auf. Es wird getan, als entschiede sich an der Frage „Wie stehst du denn zu Ken?“ die Zukunft der gesamten Linken. Jenseits von Jebsen weiterlesen

Der Kampf um Würde

In Palästina geht es wieder los. Der Protest ist zurück, genauso wie die Furcht der Besatzer vor einer neuen Intifada

Und wieder eskaliert die Gewalt in Palästina. Seit Freitag gehen überall im besetzten Westjordanland und auch in Israel Tausende Menschen auf die Straße. Sie reagierten damit auf eine Maßnahme der israelischen Regierung, an den Zugängen des Tempelbergs, wo sich die Al-Aksa-Moschee befindet, Metalldetektoren zu errichten. Dass selbst der israelische Geheimdienst Schin Bet und das Militär vor diesem Schritt gewarnt hatte, steht auf einem anderen Blatt. Denn was zur Zeit auf den Straßen Palästinas geschieht, könnten die Vorboten einer neuen, der dritten Intifada sein, wie der linke Knesset-Abgeordnete Ayman Odeh prognostiziert. Der Kampf um Würde weiterlesen