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Hilfe, die Russen kommen

Ein altes neues Feindbild und seine politischen Auswirkungen

Jeder Schuss ein Russ - Propagandapostkarte aus der Zeit des Ersten Weltkriegs
Jeder Schuss ein Russ – Propagandapostkarte aus der Zeit des Ersten Weltkriegs

Dr. Theobald von Bethmann-Hollweg war in Rage. Der damalige deutsche Reichskanzler konnte nicht fassen, was die russischen Barbaren ihm und seinem Volk antaten: „Seit wir uns das Deutsche Reich und Ansehen in der Welt erkämpften, haben wir 44 Jahre lang in Frieden gelebt und den Frieden Europas geschirmt“, schreit er in der Sitzung des deutschen Reichstags am 4. August 1914. Man sei „in friedlicher Arbeit“ gewachsen, „stark und mächtig“ geworden.
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Ein anarchistisches Revival?

Direkte Konfrontation
Direkte Konfrontation

Zu den aktuellen Solidaritätsprotesten mit Nikos Romanos in Griechenland

Auf Griechenlands Straßen tobt erneut der Aufstand. Die aktuelle Protestwelle begann mit dem Gedenken an den Aufstand am Polytechnikum 1973 am 17. November, ging weiter mit einem erneuten Generalstreik am 27. November und mündete nun in auch gewaltsame Proteste zum Jahrestag der Ermordung von Alexandros Grigoropoulos am 6. Dezember und in Solidarität mit dem inhaftierten Hungerstreikenden Nikos Romanos.

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Pay, you fuckers!

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„Bezahlt uns endlich“ – Arbeiter vor der Mall of Shame

In Berlin protestieren geprellte Arbeiter gegen die Unternehmer, die ihnen ihren Lohn verweigern. Die hauptstädtische Linke beteiligt sich (noch?) zu zögerlich.

„Wir kämpfen hier für unsere Würde“, sagt Bogdan, einer der Arbeiter, die derzeit vor dem Prunkkonsumtempel „Mall of Berlin“ protestieren. Und: „Es kann doch nicht sein, dass Arbeiter hier schuften und dann keinen Lohn bekommen.“ Die Geschichte, um die es geht, ist schnell erzählt und sicherlich nicht allzu untypisch für das Baugewerbe.

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Geht mal auf´n Kaffee bei Ali und Fatma statt die ganze Zeit vor irgendwelchen Internetrassistenblogs zu hocken

hogeduOffener Brief an die PEGIDA, Marzahner, Bucher und alle anderen „besorgten Bürger“

Ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Der überwiegende Teil meiner Freunde kommt aus ärmeren Familien. Ich bin in Gegenden aufgewachsen, die auch nicht schöner sind als Berlin-Hellersdorf, Marzahn, Buch oder Dresden-Prohlis. Ich weiß, wie scheiße es sich anfühlt, wenn man sich das ganze Blingbling nicht leisten, kann, das man jeden Tag im Fernseher sieht. Ich weiß, wie derbe es nervt, wenn man auf Hartz-IV ist und die ganze Zeit Münzen zählen muss. Oder wie beschissen es ist, wenn man zwar arbeitet, aber irgendeine dumme notwendige Anschaffung, eine kaputte Waschmaschine, ein Fahrrad fürs Kind oder sonstewas die gesamten Ersparnisse auffrisst, die man sich mühsam zur Seite gelegt hat. Und dann beschließen irgendwelche Penner, von denen man das ganze Jahr ohnehin nichts zu erwarten hat, einem auch noch einen Asyl-Container in den Bezirk zu stellen.

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„Steht auf für die Verteidigung der Revolution in Rojava“

Logo der kurdischen Arbeiterpartei PKK von 1978 (dieses Logo ist in Deutschland selbstverständlich verboten)
Logo der kurdischen Arbeiterpartei PKK von 1978 (dieses Logo ist in Deutschland selbstverständlich verboten)

Für den 29. November rufen Euch kurdische und andere linke Gruppen nach Frankfurt am Main zu einer Großdemonstration gegen das PKK-Verbot. Wir haben uns mit einer der OrganisatorInnen, Lina Tugut vom Internationalistischen Aktionsbündnis Frankfurt (IAB-FFM) getroffen und über die politischen Hintergründe der Demo gequatscht.

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