Alle Beiträge von lowerclassmag

Keiner starb öfter. Best of Jesus-Filme – Teil 2

Unglaublich. Kaum haben wir uns vom letzten Jesus-Film-Marathon erholt, da ist schon wieder ein Jahr rum. Also ran an die Schinken! 2014 war kein verlorenes Jahr für das Jesus-Film-Genre. Zum ersten Mal seit dem im ersten Teil dieser Serie besprochenen SM-Klassiker „Passion of the Christ“ von Mel Gibson hat es das Leben des Messias in die Kinos geschafft – zumindest in die US-amerikanischen. Und da der Film kein allzu hohes Niveau hat, beginnen wir den zweiten Teil unserer Serie mit dem neuesten Jesus-Werk. Der Wiedereinstieg in die Auseinandersetzung mit Erlöser-Filmen soll ja weder uns noch euch überfordern.
Keiner starb öfter. Best of Jesus-Filme – Teil 2 weiterlesen

„Berkin war unser Herz, unser Bruder, unser Genosse“

"Okmeydani sendet Grüße an die Kämpfer in Caglayan" - Plakat bei einer Barrikade im Istanbuler Stadtteil Okmeydani
„Okmeydani sendet Grüße an die Kämpfer in Caglayan“ – Plakat bei einer Barrikade im Istanbuler Stadtteil Okmeydani

Über die Entführung des Staatsanwalts Mehmet Selim Kiraz. Das letzte Telefoninterview mit dem den DHKC-Aktivisten Bahtiyar Doğruyol und Şafak Yayla vor ihrem Tod –

Am gestrigen Dienstag nahmen zwei Aktivisten der marxistisch-leninistischen Stadtguerilla DHKC in Istanbul den ermittelnden Staatsanwalt im Fall des von der Polizei getöteten Jugendlichen Berkin Elvan gefangen. Über Stunden zogen sich die Verhandlungen, die Angreifer stellten durchaus erfüllbare Forderungen nach der Veröffentlichung der Namen der Mörder Berkins. Am Ende stürmten Sondereinheiten der türkischen Polizei das Büro im Gerichtsgebäude von Caglayan, in dem Kiraz gefangen gehalten wurde und töteten beide Aktivisten. Ob auch der Staatsanwalt durch die Kugeln der Polizei starb, ist bislang unklar. Der linke Anwaltsverband CHD hat in einer ersten Einschätzung geschrieben, der Staat sei auch für die dann tödlichen Verletzungen des Staatsanwalts verantwortlich, eine Tonbandaufnahme kurz vor dem Sturm zeigt, dass noch verhandelt wurde, als die Polizei zu schießen begann.
„Berkin war unser Herz, unser Bruder, unser Genosse“ weiterlesen

Als Film Scheiße, als Punkfilm völlige Scheiße

Filmkritik: Tod den Hippies – Es lebe der Punk!

toddenhippiesMit „Tod den Hippies – Es lebe der Punk!“, der seit vergangenem Donnerstag in Kino läuft, soll Regisseur Oskar Roehler ein teilautobiographisches Stück seiner Jugend als Punk in Westberlin verfilmt haben. Nicht nur, dass der Film völlig misslungen ist – auch den Punk muss man mit der Lupe suchen. Man fragt sich wirklich, ob Roehler jemals Berührungspunkte zu dieser Szene hatte oder ob es sich hier um einen Marketing-Gag handelt. Doch gleichzeitig passt der Film hervorragend zur Feuilleton-Verniedlichung und nachträglicher Entpolitisierung einer Subkultur.
Als Film Scheiße, als Punkfilm völlige Scheiße weiterlesen

„Dann könnten Sie mal schauen, wo sie ihre Bananen kaufen, Sie rote Sau“

Notwendige Anschaffungen: Mit dem zusätzlichen Geld will der Verfassungsschutz erst mal shoppen. "Thor Steinar, Hitler-Büsten, vielleicht mal ne Axt oder eine Schwarze Sonne. Wir werden so richtig investieren", heißt es aus dem Amt
Notwendige Anschaffungen: Mit dem zusätzlichen Geld will der Verfassungsschutz erst mal shoppen. „Thor Steinar, Hitler-Büsten, vielleicht mal ne Axt oder eine Schwarze Sonne. Wir werden so richtig investieren“, heißt es aus dem Amt

Die Bundesregierung will ihren Behörden mehr Mittel zur Verfügung stellen. Was macht der Verfassungsschutz eigentlich mit dem neuen Geldsegen? Interview mit Horst-Heinrich Schlapphut vom Bundesamt für Verfassungsschutz
„Dann könnten Sie mal schauen, wo sie ihre Bananen kaufen, Sie rote Sau“ weiterlesen

„Die EZB hat eine Waffe in der Hand und zielt auf Griechenland“

EZB-Euromaskottchen abreißen? Die BILD befürchtet einen Überfriff auf das schmucke blaue Teil ...
EZB-Euromaskottchen abreißen? Die BILD befürchtet einen Überfriff auf das schmucke blaue Teil …

Morgen geht’s los in Frankfurt. Ein letztes Interview mit Hannah von Blockupy, bevor wir nach FFM düsen und die Europäische Zentralbank rasieren.

Am 18. März 2015 will die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt ihr neues Hauptquartier eröffnen. Einst als pompöses Event geplant, ist das Ganze nun zu einer ziemlich armseligen Veranstaltung zusammengeschrumpft. Vielmehr scheint sich Frankfurt lieber mit einem Riesenaufgebot der Polizei, meterweise Stacheldraht und ohne Krawatten auf die glorreiche Eröffnung der EZB vorzubereiten. So schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass die Banker am Mittwoch ausnahmsweise mal im legeren Zwirn zur Arbeit erscheinen dürfen – „auf dass sich kein Autonomer durch das Tragen einer Krawatte provoziert fühlt.“

„Die EZB hat eine Waffe in der Hand und zielt auf Griechenland“ weiterlesen

,,…nicht einfach ihrem Schicksal überlassen“

shelter1Antirassistische Selbstorganisation gegen das repressive Asylregime in Frankfurt/M –

Frankfurt, die Metropole am Main, ist den Meisten vor allem aufgrund der Blockupy-Proteste gegen die Europäische Zentralbank ein Begriff. Weit weniger bekannt ist dahingegen, dass Frankfurt nicht nur Hauptstadt des Kapitals, sondern auch der Abschiebung von illegalisierten Geflüchteten ist. Knapp 2500 Abschiebungen liefen dabei über den größten und modernsten Flughafen Deutschlands im Jahr 2013 (Zahlen für 2014 stehen noch aus).

,,…nicht einfach ihrem Schicksal überlassen“ weiterlesen

[Was geschrieben werden muss III] -„kleine insel selbstbewusstsein“

Ronald M. Schernikaus „Kleinstadtnovelle“ –

Mit Abstand einer der geilsten Typen, die je linke Literatur produziert haben
Mit Abstand einer der geilsten Typen, die je linke Literatur produziert haben – Ronald M. Schernikau

 

1960 in Magdeburg (DDR) zur Welt gekommen, mit sechs gemeinsam mit der Mutter in die BRD übergesiedelt, später Student und Künstler in Westberlin, ab 1986 am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig, wurde 1989 – entgegen aller Trends – DDR-Bürger und bezog seine Wohnhaft in Ostberlin, bis er 1991 an seiner AIDS-Erkrankung verstarb: Ronald M. Schernikau. Der „letzte Kommunist“, wie Matthias Frings die 2009 erschienene R.M.S.-Biographie überschrieb, trat mit 16 der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) bei und wurde später Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins (SEW). Schernikau, später Brieffreund von Peter Hacks, machte schon früh von sich Hören, als Schreiber, der seiner Zeit und seinem Umfeld weit voraus war: Noch bevor er das Abitur ablegte, veröffentlichte er die „Kleinstadtnovelle“.

[Was geschrieben werden muss III] -„kleine insel selbstbewusstsein“ weiterlesen