Right on! All Power to the People!

Über das neue Berliner Hip-Hop-Album „LIT Lost in Translation“ von JuJu Rogers und Bluestaeb

Panther Power Rap auf souligem Hip-Hop-Beats – das neue Album „LIT Lost in Translation“ von JuJu Rogers (Rap) und Bluestaeb (Beats und Produktion) ist schon musikalisch vom Feinsten. In Tagen, in denen es uns an revolutionärem Gedankengut aber definitiv mehr mangelt als an guter Musik, sticht das Album vor allem durch seine bewusste Message hervor. Lyrisch nimmt uns JuJu Rogers mit auf eine Reise vom hegemonial antipolitischen Zeitgeist, ob im heutigen Hip-Hop oder der Mainstream-Popkultur, über die Reflexion der politischen Verantwortung von Künstler*innen und die Analyse der Widersprüche der Gesellschaft, bis zum Aufruf zur Einheit, zur Organisierung und zum revolutionären Kampf. Right on! All Power to the People! weiterlesen

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Wenn ehemalige Linke Neue Rechte werden

*Anmerkung der LCM-Redaktion: Der Veranstaltungsmitschnitt wurde veröffentlicht und kann hier nachvollzogen/nachgehört werden. Die veranstaltende Gruppe forderte uns auf, falsche Zitate richtigzustellen, dem kommen wir hiermit nach:  Der ,,Stinkende Schnauzbartträger“ fiel nicht (wurde im Text redigiert**), allerdings andere rassistische und antimuslimische Zuschreibungen wie ,,Kopftuchfrauen, ,,Bartträger“ und ,,Stinkiger Bartträger“, sowie ,,Freundlicher Schnauzbartträger von nebenan“. (s. veröffentlichter Vortrag). Einzelne Thesen des Textes (z.B. die These dass der Referent eine versimplifizierte Analyse der Türkei hat und die Ausführungen zu den Kurden) sind polemische Zuspitzungen aus ambivalenten Aussagen zum Thema Kurdenfrage und Analyse des Erdogan Regimes. Seine Urteile fallen mal komplexer, mal undifferenziert aus. So bezieht sich der Referent positiv auf die HDP, lehnt aber die PKK ab. Er erwähnt die Unterdrückung der Kurden, betont aber auch deren Vereinnahmungen durch den türkischen Staat und die Tatsache, dass diese mehrheitlich Sunniten sind. Hier kann noch am ehesten von einer bösartigen Zuspitzung gesprochen werden. In der Analyse verortet der Referent das Regime Erdogans mal im historischen Kontext des türkischen Staats (Kemalismus/Laizismus), mal im Kontext des Islams per se. Differenzierte und undifferenzierte Aussagen kommen gleichermaßen vor. Polemische Zuspitzungen von  undifferenzierten Aussagen sind zulässig und Teil einer Auseinandersetzungskultur. Der Artikel bleibt daher als zweitveröffentlichung und Gastbeitrag mit dieser Anmerkung stehen, da er den Sinngehalt der übergroßen Mehrheit der getätigten Aussagen widergibt.

Wir veröffentlichen hiermit diesen uns zugespielten Gastbeitrag der Initiative ,,Kommandoaktion gegen AfD-Uboote an der Uni Frankfurt“. Warum wir das tun? Weil es anscheinend notwendig ist, darauf zu verweisen, welcher üble Rassismus in Teilen der Linken unter dem Deckmantel vermeintlicher ,,Islamkritik“ Toleranz findet, wenn eine solche Veranstaltung unwidersprochen in einem Linken Raum stattfinden kann und ein linker ASTA nichts daran findet. Wer einen tatsächlichen, linken und nicht-rassistischen Versuch der kritischen Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Islam/Islamismus sucht, sei auf den bei uns veröffentlichten Artikel eines Frankfurter Genossen verwiesen.

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„Wir versuchen, eine neue proletarische Kultur aufzubauen“

Über Hip Hop und Selbstorganisierung in Athen und anderswo – Interview mit Apsinthos und DJ Cinuk Muerto.

Anfang November spielten der Rapper Apsinthos und der DJ Cinuk Muerto aus Griechenland zwei Konzerte in Deutschland und hielten einen Vortrag über Selbstorganisierung und Hip Hop in Athen. Beide Veranstaltungen wurden von dem Projekt IN.FLAMMEN organisiert, das ein politisches Hip-Hop-Netzwerk zwischen Griechenland und Deutschland aufbaut. Wir trafen Apsinthos und Cinuk Muerto aus Athen, um über DIY Hip Hop, ihre Situation als politische Aktivisten in Griechenland und ihre Erfahrungen in Deutschland zu sprechen.
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Friedensnobelpreis an Kriegstreiber

Nach dem US-Präsidenten und der Europäischen Union bekommt nun ein weiterer Kriegstreiber seinen Friedensnobelpreis. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos nahm die Auszeichnung am Samstag in Oslo feierlich entgegen. Dass in Kolumbien die Opfer staatlicher Gewalt nicht erwähnt und im schlimmsten Fall einzelne für immer zum Schweigen gebracht werden, ist grausam, aber keine Neuigkeit. Organisationen wie die Bewegung der Opfer staatlicher Gewalt (Movice) weisen seit Jahrzehnten darauf hin, dass rund 80 Prozent aller Grausamkeiten im bewaffneten Konflikt staatlichen und paramilitärischen Einheiten zuzuschreiben sind, und ernten Morddrohungen und Repression. Dass nun selbst in Oslo dieser Gewalttätigkeit eine Bühne geboten und sogar mit einem Preis ausgezeichnet wird, sollte nicht nur Beobachter*innen der medialen Berichterstattung in Aufregung versetzen. Friedensnobelpreis an Kriegstreiber weiterlesen

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Hey, ihr Abschiebe-Helfer: Verweigert den Befehl!

Offener Brief an die Polizisten, die Abschiebungen durchführen.

Liebe Polizisten, wir mögen Euch nicht. Und Ihr mögt uns nicht. Das ist normal so, denn wir stehen für ein ganz unterschiedliches Konzept von Zusammenleben und Gesellschaft. Aber nehmt Euch doch die fünf Minuten und hört uns zu. Denn unabhängig davon, was wir voneinander halten, könnte es doch sein, dass Ihr dieses eine Mal versteht, was wir Euch zu sagen haben.

Ihr alle kennt das Szenario: Ihr holt jemanden aus seiner Wohnung, manchmal auch Kinder aus Jugendeinrichtungen. Irgendeiner Eurer Chefs hat Euch gesagt, dass diese Menschen weg müssen, also macht ihr Euch daran, sie weg zu bringen. Manchmal ergeben sich diese Menschen ihrem Schicksal, sind still und „kooperieren“, wie Ihr das wohl nennt. Andere schreien verzweifelt, oft in einer Sprache, die Ihr gar nicht versteht und über die sich die Rassisten unter Euch lustig machen. Manche wehren sich. Dann wendet Ihr  Gewalt an, bisweilen tödliche. Hey, ihr Abschiebe-Helfer: Verweigert den Befehl! weiterlesen

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