„Villen zu Flüchtlingsunterkünften“

Über Musik, 1.Mai und linksradikale Politik – Interview mit Disarstar

Was bedeutet HipHop für dich?

HipHop hat in diesem Land nicht mehr viel mit seinen Ursprüngen zu tun. Es ist für mich in erster Linie, wie Streetart auch, eine authentische Kunstform, die zumindest im Ursprung die Probleme der Unterschicht bzw. der Arbeiterklasse ausdrückte. HipHop sollte sich immer kritisch mit den Lebensrealitäten auseinandersetzen. Dies fehlt aber oft in diesem Land. Rapper beschäftigen sich oft nicht mehr mit dieser Kritik und verlieren damit an Authentizität, was gerade beim Hiphop eine bedeutendere Rolle spielt als beim Pop. Für mich persönlich bedeutet HipHop aber fast alles – auch wenn es pathetisch klingt – ich wüsste nicht wer und wo ich ohne HipHop wäre. Das Texteschreiben stellt für mich einen positiven Zwang dar mich mit vielen Themen zu beschäftigen, weil ich ja auch nichts falsches sagen will. Somit bringt es mich in meiner Reflektion und Selbstreflektion erheblich und permanent weiter. Ich setze zwar viel auf HipHop, aber geh nun auch wieder zur Schule und will mir damit Abseits von der Musik einen Plan B erarbeiten.
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Sascha Verlan & Hannes Loh: 35 Jahre HipHop in Deutschland (Buchrezension)

„35 Jahre HipHop in Deutschland“ ist laut Cover nicht weniger als die „aktualisierte Ausgabe des Standardwerks über die Deutsche HipHop-Szene.“ Damit hat man selbst die Messlatte ziemlich hoch gelegt. Und bereits der erste Eindruck lässt vermuten, dass es sich bei diesem Backstein zumindest um ein sehr vollständiges Buch handelt. Zahlreiche Veröffentlichungen sind in den letzten Jahren zum Thema HipHop in Deutschland erschienen. Die meisten legen ihren Schwerpunkt auf Rap und viele Werke haben einen wissenschaftlichen Fokus. Das vorliegende Buch ist anders.

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Ewiger Kampf gegen jeden Antifaschismus

Anlässlich des Prozesses gegen den Antifaschisten Bernd Langer: Ein Porträt des leidenschaftlichen Reaktionärs Alexander von Stahl

Es gibt Menschen, deren Tod das Positivste sein könnte, was sie je für die Menschheit getan haben. Nein, nein, ich spreche hier nicht von Lutz-PEGIDA-Bachmann, sondern von einem ehemaligen Bundesanwalt. Alexander von Stahl ist der fleischgewordene Hass einer ganzen Generation strammer Antikommunisten, die für sich vorsorglich die „Gnade der späten Geburt“ in Anspruch nahm, um nicht in direkten NS-Verdacht zu geraten. Wenn man genauer über den alten Beamten nachdenkt, wundert es einen, dass PEGIDA-Bachmann ihn nicht längst als ideologischen Einpeitscher umschwänzelt, und zu einer seiner „Lügenpresse“-„Wir sind das Volk“-Schauläufen eingeladen hat. Denn eigentlich ist von Stahl einer der wütenden Rechtsbürger, die argumentativ dem braunen Bodensatz sekundierten, der heute unappetitlich an die Oberfläche schwappt. Allerdings bewegten sich von Stahl und seine Mannen eher in einem Intellektualität imitierenden Umfeld und bekleiden oft lukrative Staatsämter, was den Hasspredigern von AfD und PEGIDA bisher nicht gelang. Aber die Schnittmengen sind unübersehbar groß, ebenso die Sympathien.

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From the Warzone of North Kurdistan

At the beginning of 2015, tensions between the ruling AKP and the pro-kurdish, leftist HDP were rising, President Erdoğan had terminated the peace process and declared that there is no more “Kurdish question”. After AKPs massive loss of votes and HDPs rapid rise in the June 7 elections, the AKP chose to opt for war and snap elections to regain power. Since the end of July 2015, the South East of Turkey (North Kurdistan) has yet again descended into an escalating war. What began as a targeted campaign of the armed forces against PKK camps in the Qandil mountains in Northern Iraq accompanied by limited clashes in mostly rural areas in summer, has turned into open urban warfare with forces of the police and by now also the military literally besieging cities and neighborhoods. In the months following the de facto annulment of the results of the June 7 elections, a manifold of Kurdish cities and neighborhoods had declared their autonomy meaning that they would begin to govern (and, eventually, defend) themselves since from their point of view the Turkish state was not respecting their call for more democracy. The escalation of the war has occurred particularly after the electoral triumph of the AKP on November 1. During this escalation, entire towns have been transformed into ruins while the humanitarian situation deteriorated rapidly at the same time. By now the situation is critical and ready to spiral out of control completely. From the Warzone of North Kurdistan weiterlesen

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Augenzeugenbericht aus Cizîr

IMG_4941Im Rahmen einer Reise durch die kurdischen Gebiete der Türkei besuchten wir, einige Aktivist*innen aus unterschiedlichen Ländern, am 23.03.2016 die Stadt Cizîr (Cizre).

Bei der Einfahrt in die Stadt schlug uns eine sehr bedrückende Stimmung entgegen. Ganze Straßenzüge waren zerstört. Wo wir hinsahen, fanden sich Einschusslöcher in den Wänden. Auf den Straßen patrouillierten unzählige Panzerwagen und Wasserwerfer. Augenzeugenbericht aus Cizîr weiterlesen

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„Es kommt nicht immer auf die Größe an“

Die bundesdeutsche Sektion der weltweiten Basisgewerkschaft Industrial Workers of the World (IWW) hat in den vergangenen Jahren bereits mit einigen erfolgreichen Aktionen von sich hören lassen. Aber auch in Österreich sind die „Wobblies“ aktiv. Wir haben uns mit „Fellow Worker“ Bo in Wien auf eine Melange getroffen und ein bisschen über die IWW geplaudert. „Es kommt nicht immer auf die Größe an“ weiterlesen

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„Wir haben eine Verantwortung hinzusehen und hinzugehen“

Benjamin Hiller 2013 an der Front in Rojava.
Benjamin Hiller 2013 an der Front in Rojava, wo er die YPJ bei Kämpfen mit islamistischen Milizen begleitete.

Benjamin Hiller ist seit 2008 freiberuflicher Fotojournalist und Autor. Er hat seinem Arbeitsschwerpunkt im nahen Osten und auf dem Kurdenkonflikt im Irak, Syrien, der Türkei und dem Iran. Er hat auch schon aus Afghanistan, Ruanda und der Krim berichtet und hat zusammen mit dem amerikanischen Fotojournalisten Osie Greenway, der dänischen Autorin Anne Alling und dem niederländischen Filmemacher und Fotojournalisten Jeffry Ruigendijk die ‚War Zone Freelance Exhibition‘ (Ausstellung – Freiberufler im Kriegsgebiet) ins Leben gerufen.

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„Sie sollen sich fürchten, denn das ist erst der Anfang!“

Ein Interview mit Aktivistinnen der Campus Hexen.

Am Dienstag verprügelte eine Gruppe von Frauen an der Universität von Ankara ein rechtes Arschloch, das reihenweise Frauen sexuell belästigte. Neben viel Zustimmung entstand auch ein Mordsgezeter: warum denn so viel Gewalt? Kann man das nicht mit friedlichen Mitteln lösen? Die Auseinandersetzung schaffte es bis in die großen türkischen Medien wie Cumhuriyet oder Hürriyet und sogar in die britische Daily Mirror. Max Zirngast hat für das LCM Aktivistinnen der Campus Hexen interviewt, die in prominenter Weise an der Aktion beteiligt waren.  „Sie sollen sich fürchten, denn das ist erst der Anfang!“ weiterlesen

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