Der „Djungel von Calais“ in Bildern

Im französischen Calais gibt es ein einziges Hostel, welches für die Aufnahme von Geflüchteten verantwortlich ist, also sowohl für Unterbringung als auch für Verpflegung. Das Hostel war von Anfang an überfüllt und so zogen als erstes die Männer und später auch die Jungen in den Angrenzenden Wald, welcher deshalb den unpassenden Namen „Djungel von Clais“ bekam.
Inzwischen sind in den Dünen von Calais fünf Slums entstanden in denen Geflüchtete aus dem Sudan, Afghanistan, Pakistan dem Iran und Syrien versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen.
Alle von ihnen wollen weiter nach Großbritannien und wollen sich deswegen nicht bei der Kommune registrieren und auch keine Fingerabdrücke abgeben.

Mit seiner Fotostrecke ermöglicht Hammed Khamis  einen ungeschönten Einblick in den Alltag der dort lebenden Geflüchteten:

Ironie pur – Jemand hat das Schild zum ehemaligen Freizeitheim „angepasst“
Ironie pur – Jemand hat das Schild zum ehemaligen Freizeitheim „angepasst“

 

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Die lange Straße im Industriegebiet führt zum Camp (ca. 3 Kilometer vom Fährhafen in Calais), welches direkt an der Autobahn liegt, die zum Eurotunnel führt.

 

Ein Blick von oben auf den Eingang des Camps. Geflüchtete aus dem Sudan spielen Fußball.
Ein Blick von oben auf den Eingang des Camps. Geflüchtete aus dem Sudan spielen Fußball.

 

Überall im Camp: Zelte und Hütten aus Holz und Plastikplanen
Überall im Camp: Zelte und Hütten aus Holz und Plastikplanen

 

Volontäre haben eine Bibliothek im Camp errichtet. Dort findet man Hauptsächlich Wörterbücher und Lexika, welche von Helfern gespendet wurden.
Volontäre haben eine Bibliothek im Camp errichtet. Dort findet man Hauptsächlich Wörterbücher und Lexika, welche von Helfern gespendet wurden.

 

Grenzpolizisten bewachen die Autobahn. Diese soll bald eingezäunt werden.
Grenzpolizisten bewachen die Autobahn. Diese soll bald eingezäunt werden.

 

Als einzige Energiequelle dienen benzinbetriebene Generatoren.
Als einzige Energiequelle dienen benzinbetriebene Generatoren.

 

Auch kleine Imbissbuden wurden bereits geschaffen. Ein Snack kostet hier einen Euro.
Auch kleine Imbissbuden wurden bereits geschaffen. Ein Snack kostet hier einen Euro.

 

Die Plastikkirche ragt ca. elf Meter in die Höhe und wurde von Geflüchtetender Habasch-Gemeinden aus Eritrea und Äthiopien errichtet.
Die Plastikkirche ragt ca. elf Meter in die Höhe und wurde von Geflüchtetender Habasch-Gemeinden aus Eritrea und Äthiopien errichtet.

 

Der Altar im inneren der Kirche. Die Marienbilder brachten Geflüchtete aus ihrer Heimat mit.
Der Altar im inneren der Kirche. Die Marienbilder brachten Geflüchtete aus ihrer Heimat mit.

 

Auch eine Moschee gibt es im Camp
Auch eine Moschee gibt es im Camp

 

Der Weg zu den Gleisen führt über gefährliche Autobahnen direkt in eine Polizeikontrolle. Wer es an den Beamten vorbei schafft, hat die Möglichkeit sich von einer Brücke auf einen fahrenden Zug in Richtung GB zu werfen. Ali hat dies schon 50 mal versucht und wurde jedesmal von Polizeibeamten, teilweise unter (rassistischen)Beleidigungen, zurückgeschickt. Er wird es aber weiterhin versuchen. „Wenn ich in mein Land zurück muss, dann werde ich eh getötet“, ist seine Antwort auf die Frage zu den Gefahren, welche er bei diesem Sprung auf sich nehmen wird.
Der Weg zu den Gleisen führt über gefährliche Autobahnen direkt in eine Polizeikontrolle. Wer es an den Beamten vorbei schafft, hat die Möglichkeit sich von einer Brücke auf einen fahrenden Zug in Richtung GB zu werfen.
Ali hat dies schon 50 mal versucht und wurde jedesmal von Polizeibeamten, teilweise unter (rassistischen)Beleidigungen, zurückgeschickt. Er wird es aber weiterhin versuchen.
„Wenn ich in mein Land zurück muss, dann werde ich eh getötet“, ist seine Antwort auf die Frage zu den Gefahren, welche er bei diesem Sprung auf sich nehmen wird.

 

Sanitäre Einrichtungen wurden durch die Kommune und freiwillige Helfer errichtet
Sanitäre Einrichtungen wurden durch die Kommune und freiwillige Helfer errichtet

 

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In der Innenstadt von Clais demonstrieren Menschen gegen die unerträglichen Bedingungen, in denen die Geflüchteten leben.

 

Amjit aus Lybien hat sich ein Haus aus Paletten gebaut. "Wenn ich schon nicht nach Großbritanien darf, will ich wenigstens anständig wohnen."
Amjit aus Lybien hat sich ein Haus aus Paletten gebaut. „Wenn ich schon nicht nach Großbritanien darf, will ich wenigstens anständig wohnen.“

 

Einige der BewohnerInnen haben den Glauben an eine Weiterreise verloren.
Einige der BewohnerInnen haben den Glauben an eine Weiterreise verloren.

 

Ein Ofen zum kochen und heizen aus alten Dosen.
Ein Ofen zum kochen und heizen aus alten Dosen.

 

Zäune, Starkstrom und Polizeigewalt stehen zwischen den Geflüchteten und ihrer Weiterreise.
Zäune, Starkstrom und Polizeigewalt stehen zwischen den Geflüchteten und ihrer Weiterreise.

 

Der Zaun, der die Geflüchteten vom Eurotunnel fernhalten soll.

 

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Plakat in Erinnerung an Samir, einem Geflüchteten aus dem Sudan, welcher sein Leben beim Sprung auf einen der Züge verlor.

 

Da die das Aufspringen auf die Züge Richtung Großbritanien lebensgefährlich ist, gibt es inzwischen auch einen Friedhof. Dieser liegt ein wenig außerhalb des Camps.
Da die das Aufspringen auf die Züge Richtung Großbritanien lebensgefährlich ist, gibt es inzwischen auch einen Friedhof. Dieser liegt ein wenig außerhalb des Camps.

Alle Fotos von Hammed Khamis. Mehr von seiner Reise nach Calais gibt es hier.

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