„Ich kenne meine Begrenztheit“ – ein Gespräch mit Kai Degenhardt

000 KaiDegenhardtDie meisten Menschen, die gesellschaftskritische Mucke machen, machen sich auch Gedanken über die großen Fragen der “engagierten Kunst”. Wen erreiche ich wie mit meiner Botschaft? Was bringe ich wie rüber und am wichtigsten: Kann ich überhaupt was damit erreichen?
In der mittlerweile recht unpolitischen Liedermacherszene Deutschlands ragt ein Name hervor, der sich nicht nur Sporen im Blätterwald verdient und dessen Platten Preise gewonnen haben, er hat sich auch besonders intensiv und an mehreren Stellen mit seiner und anderer Musik auseinandergesetzt. Vor allem in Bezug auf Gesellschaftskritik und das Verhältnis zum großen Ganzen. „Ich kenne meine Begrenztheit“ – ein Gespräch mit Kai Degenhardt weiterlesen

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Her mit dem sozialen Zentrum!

squattingscoutOffener Brief an Senat und Bezirksverwaltungen, an Hauseigentümer_innen und Immobilienkonzerne zum bevorstehenden 1. Mai –

Was ihr aus dieser Stadt gemacht habt und tagtäglich macht, gefällt uns nicht. Für uns, die wir hier leben und überleben müssen, wird der Alltag immer schwerer zu bewältigen und wir sehen, dass das urbane Leben in dem Maße für uns unerträglicher wird, in dem es für euch mehr Profit abwirft. Der Wohnraum wird unbezahlbar für uns, auch wenn wir noch so viel in Lohnarbeitsverhältnissen und prekären Jobs vor uns hin schuften. Noch mehr für diejenigen, die aus der Verwertungsmaschinerie ganz herausfallen und sich mit euren Ämtern herumschlagen müssen.
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»Wir hatten das militante Antifa-Monopol«

Autonome Antifaschisten sprechen über ihre Organisierung in den 1980er Jahren der Bundesrepublik – und über die Gründe ihres Scheiterns
Pkw und Busse, die Neonazis zu ihren Aufmärschen brachten, wurden zerstört, rechte Druckereien und Verlage angezündet und einschlägige Versammlungsorte mit Buttersäure unbetretbar gemacht: Militante Angriffe auf die Infrastruktur von Neonazis waren in den 1980er Jahren gang und gäbe. Ein bekanntes Beispiel ist der nächtliche Besuch in der Hamburger Wohnung des führenden Nazi-Funktionärs Christian Worch und seiner Frau Ursula, als 50 Aktenordner, Mitgliederlisten und Adresskarteien erbeutet wurden. Hinter vielen dieser Aktionen steckten organisierte Antifaschisten. Niels Seibert lud zwei dieser Antifaschisten zum Gespräch ein. Sie sprechen geradeheraus, aber auch mit der in den 1980ern üblichen politischen Strenge, über die politischen Anliegen ihrer Kämpfe, über ihre Kritik an Weggefährten und über die eigenen Fehler. Die beiden Gesprächspartner werfen Streitfragen auf, die auch für heutige linksradikale Organisierungsversuche wichtig sind: die gemeinsamen politischen Strategien, die öffentliche Wirkung und Wahrnehmung, Fragen von Bündnisarbeit und Militanz sowie zum notwendigen Gleichgewicht von legalen und illegalen Aktionen. Das Gespräch erschien bereits im November 2014 in einer gekürzten Fassung in »neues deutschland«.
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Zwischen Anpassung und Widerstand

Zur Situation der türkischen Ultras im Jahr 2015 –

Zögerlicher Anlauf, zaghafter Schuss. Der Ball geht über das Tor. Wer am 26. Februar im Istanbuler Atatürk Olimpiyat Stadı das Elfmeterschießen im Euro-League Spiel zwischen Beşiktaş und Liverpool verfolgt, der ahnt nicht, was in diesem Land tatsächlich vor sich geht. Tosendes Geschrei bricht von sämtlichen Tribünen. Der Fehlversuch des Liverpool-Spielers bedeutet das Weiterkommen für die Kartallar. Es herrscht ausgelassene Stimmung. Tatsächlich tobt rund um die türkischen Kurven ein Krieg zwischen regierungskritischen Fans und Tayyip Erdoǧans AKP.
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Record Store Day: Der höchste Feiertag der Neospießer

Zu einer beliebten Urban Legend gehört es, dass der Valentinstag eine Erfindung der Blumenindustrie sei. Das stimmt so nicht, trotzdem macht auch die Fleuropmafia an dem Tag sicher gern eine schnelle Mark. Vielleicht hat sich die Musikindustrie davon inspirieren lassen, als sie ihren eigenen Feiertag, den Record Store Day, kurz RSD, im Jahr 2007 erfunden hat. Record Store Day: Der höchste Feiertag der Neospießer weiterlesen

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