„Dann könnten Sie mal schauen, wo sie ihre Bananen kaufen, Sie rote Sau“

Notwendige Anschaffungen: Mit dem zusätzlichen Geld will der Verfassungsschutz erst mal shoppen. "Thor Steinar, Hitler-Büsten, vielleicht mal ne Axt oder eine Schwarze Sonne. Wir werden so richtig investieren", heißt es aus dem Amt
Notwendige Anschaffungen: Mit dem zusätzlichen Geld will der Verfassungsschutz erst mal shoppen. „Thor Steinar, Hitler-Büsten, vielleicht mal ne Axt oder eine Schwarze Sonne. Wir werden so richtig investieren“, heißt es aus dem Amt

Die Bundesregierung will ihren Behörden mehr Mittel zur Verfügung stellen. Was macht der Verfassungsschutz eigentlich mit dem neuen Geldsegen? Interview mit Horst-Heinrich Schlapphut vom Bundesamt für Verfassungsschutz

Endlich ist es so weit. Das Bundesamt für Verfassungsschutz soll 750 Planstellen mehr bekommen, das Budget der Behörde wird um etwa 328 Millionen Euro in den kommenden Jahren aufgestockt. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn die Behörde, die wie kaum eine andere unseren Schutz vor ausländischen Kleinunternehmern und linken Schmarotzern garantiert, war zuletzt hart unterfinanziert. Akten konnten nur noch unzureichend geschreddert werden, Neonazi-V-Männer sahen sich gezwungen, Nebenjobs als Türsteher anzunehmen, selbst Hauptberufliche, wie der Hitler-Imitator Andreas Temme waren immer öfter auf Internetcafés angewiesen, weil das Modem im Büro versagte. Mit dieser Mangelversorgung einer der wichtigsten Behörden ist nun endlich Schluss. Aber was passiert mit dem unverhofften Geldsegen? Wir haben mit einem Insider, dem Verfassungsschutz-Beamten Horst-Heinrich Schlapphut gesprochen.

Tach, Herr Schlapphut. Die Bundesregierung will Ihnen nun endlich mehr Kohle und mehr Leute zur Verfügung stellen. In welche Projekte werden diese Mittel fließen?

Eine richtige und gute Frage. Nun, wir als Schwert und Schild der deutschen Demokratie haben ja momentan viel zu tun. Sie haben sicherlich Frankfurt, Blockupy, gesehen, da wurde, das hat Franz-Josef Wagner in der Bild richtig beschrieben, Terror ausgeübt. Eine der wichtigsten Aufgaben meiner Behörde ist die Terrorabwehr. Also werden wir zur Tat schreiten und diesen linksversifften Dreckratten mal so richtig einen reinwemsen. Dafür müssen wir Geld in die Hand nehmen. Wichtig ist uns dabei, Mitarbeiter zu gewinnen, die motiviert sind, die auch mit der richtigen Geisteshaltung an die Sache rangehen.

Und jetzt zählen sie mal eins und eins zusammen. Wer mag diese verlausten Gutmenschen am wenigsten? Genau, die Jungs aus den Kameradschaften. Also werden wir da mal richtig Personal einkaufen gehen. Das ist auch ökonomisch richtig, wir wollen ja mit dem Geld des Steuerzahlers nicht Schindluder treiben. So ein sächsicher Nazi, was kostet uns der? Fünfhundert im Monat mit Spesen, da legst du noch nen Zehner für McFit und zwei Dauerkarten fürs Solarium drauf und ab geht die Post. Aber der ist mit Leib und Seele dabei, das sag ich dir. Wenn du den vor die Wohnung von so einem anarchistischen Rotzbengel stellst, der bleibt da stehen wie Opa in Stalingrad …

Befürchten Sie denn nicht, dass diese Leute, Ihre Gelder für Zwecke nutzen könnten, die, nun ja …

Jetzt hören Sie mir aber auf! Gehören Sie etwa auch zu den ganzen Hosenscheissern, die dieses Zeug aus der Lügenpresse glauben? Das sind gute Jungs. Sicher sie brauchen einen Feinschliff, aber wer steht denn mehr hinter unserer Nation als die? Wir haben da nie schlechte Erfahrungen gemacht. Schauen Sie sich doch unsere Gründerväter an. Walter Odewald, den haben wir direkt von der Gestapo übernommen, und hat uns das geschadet? Nein. Hubert Schrübbers, was für ein Mann. Und ohne Reinhard Gehlen, ja, da hätten wir jetzt Kommunismus und dann könnten Sie mal schauen, wo sie ihre Bananen kaufen, Sie rote Sau.

Aber die NSU-Affäre ….

Sind sie grenzdebil? Was hat denn das mit uns zu tun? Das sieht doch ein Blinder, dass wir damit nichts zu tun hatten. Was können wir denn dafür, wenn wir denen Geld geben und sie auch noch vor dem Zugriff der Polizei schützen und die dann so undankbar sind und sich am Ende auch noch erwischen lassen. Wir müssen das dann wieder ausbaden.

Da will der Temme Andi in aller Gelassenheit mal die neuen Mails aus seiner Fickbörse checken gehen und dann passiert da zufällig was im selben Lokal und schon sollen wir irgendwas mit Morden zu tun haben? Kommen Sie, das hat doch alles keine Beweiskraft. Wir sind sauber, das sag ich ihnen. Schaun sie lieber auf diese Linksextremisten. Autos haben die angezündet, Autos! Können Sie sich das vorstellen? Da wird so ein Aufhebens wegen diesem NSU oder wie das heißt gemacht, während diese Vaterlandsverräter Autos anzünden!

Verstehe. Lassen Sie uns zurückkommen auf die strategischen Ziele. Wo sehen sie akuten Handlungsbedarf?

Na von den Zecken hab ich ja schon gesprochen. Denen muss man beibringen, was ein Deutscher ist und was nicht. Daneben haben wirs noch mit den Muselmännern zu tun. Die Bundesregierung hat das ja richtig erkannt und schafft jetzt endlich eine neue Anti-Terrortruppe. Die können dann schnell eingreifen und einen abknallen, bevor er sich noch irgendwo in die Luft sprengt.

Unsere Aufgabe wird es sein, die Ziele richtig zu identifizieren. Überwachung, Überwachung, Überwachung. Die Bärtigen müssen fühlen, dass ihnen einer auf die Finger schaut, sag ich immer. Am besten 24 Stunden am Tag. Wenn die Scheissen gehen, muss eine Kamera im Abort sein, sag ich immer. Ja, und das kostet natürlich. Da müssen sie investieren, wenn sie nicht wollen, dass wir hier demnächst Weihnachten in der Moschee feiern und unser Schnitzel nur mehr im Untergrund fressen dürfen, weil uns sonst die Scharia-Polizei den Kopf abzwackt.

Wir haben da jetzt einige Sofortprogramme entwickelt, die wir umsetzen wollen. 24 Stunden Totalüberwachung für Risikogruppen. Die lassen sich leicht identifizieren. Siehst du einen mit Bart, der, ich sag´s mal so, ein bisschen dünkler ist, sofort verwanzen. Google-Suchanfrage Allah, sofort Bundestrojaner. Und will einer keinen Schweinespeck zum Frühstück, klar, da muss observiert werden, weil so ein unnatürliches Verhalten, das weist schon auf Vorhaben hin.

Aber wird hier nicht eine gesamte Bevölkerungsgruppe stigmatisiert?

Fragen Sie nicht so dumm. Stigmatisiert hin oder her. Ist Ihnen denn in ihrem weltfremden Hippietum lieber, die jagen uns alle hoch? Nein, wir stigmatisieren niemanden. Aber wir achten schon genau drauf, dass die Leute, die ein kulturfremdes Verhalten an den Tag legen, nicht zur Gefahr werden. Ich habe sicher nichts gegen Ausländer generell. Die Amerikaner sind super, die kommen, kaufen sich ein T-Shirt und fahren dann weiter nach Frankreich. Für mich gar kein Problem. Oder die Österreicher. Aber gut, die sind ja eigentlich gar keine Ausländer.

Jedenfalls hab ich nichts gegen Ausländer, solange es nicht die sind, die kulturell einfach anders sind als wir. Für die ist das ja ganz normal sich in die Luft zu sprengen, wegen den Jungfrauen und all dem Kram. Das kann man ihnen ja gar nicht verübeln, aber dann sollen sie das doch bitte nicht bei uns machen. Und damit das nicht passiert, achten wir vom Verfassungsschutz drauf, dass die rund um die Uhr die Betreuung haben, die sie verdienen.

– Das Interview führte Fatty McDirty

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2 Gedanken zu „„Dann könnten Sie mal schauen, wo sie ihre Bananen kaufen, Sie rote Sau““

  1. nicht nur der verfassungsschutz ist rechtslastig, es gibt auch „rechte polizisten“ besonders in östlichen bundesländern.
    mir ist persönlich schon einer begegnet.

  2. diese fiktiven satireinterviews. da haben aber andere blogs mit angefangen. dead wall reveries z.b. finds aber auch hier gut. weniger satire, mehr ernst täte der sache aber gut. bzw dem blog.

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