Freundschaftsbändchen, Luxuskarren und Chemtrails

lcmfroschZum ersten Jahrestag des Bestehens unseres Blogs enthüllen wir die grausame Wahrheit über Entstehung und Zweck des ekelhaften Schmierblatts „Lower Class Magazine“ – The one and only true history.

Etwa eine Woche vor dem 13. Dezember 2013 klopfte es an der Tür der Wohngemeinschaft Peter Schabers und Karl Schmals. Schmal rollte aus seinem Erbrochenen, Schaber, gezeichnet von drei auf Koka durchwachten Nächten, legte den Playstation-Contoller aus der Hand. „Gehst du?“, raunte Schmal. Schaber war längst losgelaufen und öffnete die Tür. Zwei Männer – Sonnenbrille, Borsalino-Hut, identische graue Wintermäntel – standen vor der durch mehrere Hausdurchsuchungen schwer ramponierten Einganstür. „Hans Müller“, stellte sich der erste vor. „Franz Meier“, ergänzte der zweite. „Dürfen wir reinkommen? Wir haben ihnen ein Angebot zu machen.“

Karl Schmal, Arbeitsalltag, Archivbild
Karl Schmal, Arbeitsalltag, Archivbild

„Schleicht´s eich, Piefke“, brüllte Schmal, der langsam das Bewusstsein zurückerlangte, mit breitem Wiener Dialekt. „Es geht um Geld“, sagte Müller, die größere der beiden Gestalten, schnell, während Schaber bereits die Tür zudrückte. „Ich höre“, zeigte sich Schaber interessiert und bat die Fremden herein.

Was folgte kann als die Gründung des legendären „Lower Class Magazine“ gelten. Die beiden Mittvierziger im Agentenstyle gaben sich als Vertreter eines Konsortiums aus russischem FSB, dem chinesischen Militärgeheimdienst Zhong Chan Er Bu und des Nachrichtendienstes der libanesischen Hisbollah zu erkennen. „Unsere Auftraggeber haben Ihnen ein Angebot zu machen“, erklärte Meier, während sich Karl Schmal seinen Morgentrunk aus schwarzem Kaffee und Stroh-Rum anrührte. Man brauche zwei willenlose Gestalten ohne Perspektive, die irgendeinen Betrieb gründen, über den Schwarzgelder in den EU-Raum eingeschleust werden können, und das möglichst ohne die Aufmerksamkeit der Gegenseite zu erregen.

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Peter Schaber macht sich fit für eine längere Schreibphase, Archivbild
Peter Schaber macht sich fit für eine längere Schreibphase, Archivbild

Schaber unterhielt sich weiter mit den beiden finsteren Herren, Schmal stand auf und torkelte in Richtung Toilette. Während er die erste Tasse seines Rum-Kaffees ausspie, dachte er über die Möglichkeiten nach, die sich plötzlich eröffneten. Begeisterung erfüllte ihn. Als er sich den Mund abwischte, phantasierte er, ein gut bezahlter Geheimdienst-Knecht zu sein, der wie bisher nichts zu lohnarbeiten brauchte – nur ab jetzt mit viel Geld. Er kehrte zu den anderen zurück, doch schon war Schmals Euphorie wieder verflogen. Er war immer noch so angeschwipst, dass er schlicht vergessen hatte, was während der letzten 15 Minuten passiert war. „Wer san die Orschlöcher?“ krakeelte er. Schaber stand auf und versucht mit wirrem Blick, Schmal zu beruhigen und zum Hinsetzen zu bewegen. Während dessen Abwesenheit hatten die beiden Agenten ihr Angebot näher erläutert und Schaber durch Andeutungen über große Geldsummen schmackhaft gemacht.
Der Plan sah etwa so aus: Schaber und Schmal sollten einen Blog gründen, wie es so viele gibt. Auf diesem sollte das übliche linksradikale Geseier verbreitet werden. Freund wie Feind, Linke, Verfassungsschutz und sonstige Irre würden sich das ansehen und als weiteren linksradikalen Blog lesen. Das ganze war natürlich nur eine Fassade, denn Schabers und Schmals eigentliche Aufgabe war eine ganz andere, doch dazu später.

Schaber nach Abschluss des Vertrags in seinem Wohnzimmer, im Hintergrund Schmal, Jan Ronahi, der Betriebsnerd und Willi Berg (von links nach rechts)
Schaber nach Abschluss des Vertrags in seinem Wohnzimmer, im Hintergrund Schmal, Jan Ronahi, der Betriebsnerd und Willi Berg (von links nach rechts)

Schaber fand die Idee charmant. „Ich hab da ein paar interessante Themen, die ich ohnehin gerne mal recherchieren wollte, beispielsweise die …“, begann Schaber eifrig, doch wurde er sofort von einer der Gestalten unterbrochen. „Ihr könnt schreiben, was ihr wollt. Aber ihr schickt uns den Scheiss und wir können ändern, was wir wollen.“ Schmal und Schaber sahen sich etwas ratlos an. „Und was schaut dabei raus?“, fragte Schmal. Der zweite Agent, der bisher noch wenig gesagt hatte, lächelte und richtete sich etwas auf um zu antworten. „30 Millionen.“

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„Euro?“, fielen Schaber und Schmal gleichzeitig ein. „Natürlich Euro, ihr grenzdebilen Suffschädel.“ Man verabschiedete sich mit Handschlag und Bruderkuss, das „lower class magazine“ war gegründet. Schaber und Schmal wurde von den Auftraggebern ein Nerd, der den ganzen Internetkrams erledigte, von dem sie natürlich wie von jedweder anderen produktiven Tätigkeit keine Ahnung hatten, zur Seite gestellt, der eilig eine abartig hässlliche Seite

Layout-Genie Karl Luschnikow
Layout-Genie Karl Luschnikow

bastelte. Da im Iran und in Russland längst die sogenannte Frauenquote gilt, wurde ihnen Mibby Mibbilante als Chefredakteurin vor die Nase gesetzt, der die Endredaktion der Texte der beiden Taugenichtse oblag. Fatty McDirty, ein abgehalfterter Alt-Autonomer, Stahl, ein Hooligan aus dem Ruhrpott, Willi Berg, ein Fotograph, der Wahlgrieche und Rembetiko-Tänzer Jan Ronahi, sowie Karl Luschnikow, ein Typ, der vorher schon mal ein Layout-Programm bedient hatte, komplettierten die Redaktion.

Nun aber war guter Rat teuer, denn schließlich mussten Texte her. Nachdem sie eine Zeit lang belangloses Zeug geschrieben hatten, gerade gut genug, um in der deutschen Linken Anhang zu generieren, kam Schmal die Idee. „Heast oida, ich hab den Einfall schlechthin“, lallte er während einer der Redaktionssitzungen im Berliner Nobeletablissement „Albtraum“. „Ich hab heute in der Bild gelesen, dass da irgendwas mit der Ukarine, oder wia des Land hast, is. Frag ma den Meier und die andere Sau, die gem uns a bisserl a Geld und mir fahr´n da hin. Da is der Schnaps supergut, das packst ned.“

Gesagt getan. Schaber, der sich von seinem verdienten Arbeitslohn für das mäßig vor sich hin dümpelnde Magazin bereits einen Aston Martin und zwei Lamborghini angeschafft hatte, beschloss einen Road Trip zu machen. Schmal versprach, bei nächstbester

Karl Schmal kurz vor seiner Verhaftung auf Mallorca, Pressefoto
Karl Schmal kurz vor seiner Verhaftung auf Mallorca, Pressefoto

Gelegenheit mit dem Flugzeug nachzukommen. Die nächstbeste Gelegenheit trat nie ein. Zwar war Schmal in ein Flugzeug gestiegen, selbiges aber hatte nicht Kiew, sondern Mallorca zum Ziel, wo Schmal nach dem Genuss einiger Kübel Sangria in einen Raufhandel mit deutschen Senioren geriet und nach mehreren Wochen in einer spanischen Ausnüchterungszelle wieder nach Deutschland abgeschoben wurde.

Schaber war also alleine dort angekommen, wo Weltgeschichte geschrieben wurde. Er fand einen Maidan voll von demokratischen Idealen vor. Anarchosyndikalisten, Kommunisten, Feministinnen, bürgerliche Demokraten und Linke saßen zusammen, diskutierten Nächte lang über die Geschicke ihres Landes, unterbrochen nur von den Trommeln der freudig durch die Straßen ziehenden Hippies. Bergarbeiter gründeten Kooperativen, aus dem Lautsprecher der zentralen Bühne des Protestplatzes schallten abwechselnd „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“ und „We are the world“. Nackt hatte Schaber mit Bild-Reporter Paul Ronzenbacher auf MDMA die Nächte durchtanzt, mit Marina Weisband stundenlang die Möglichkeit von

Der Euromaidan in Kiew, links vorne im Bild Peter Schaber
Der Euromaidan in Kiew, links vorne im Bild Peter Schaber, rechts von ihm Marina Weisband

Betrieben unter Arbeiterkontrolle diskutiert. Sogar US-Vizepräsident Joe Biden ließ sich bei einem Kurzbesuch von der ergreifenden Atmosphäre dieser friedlichen Revolution hinreißen und bot einen Kurs im Freundschaftsbändchenhekeln an. Inspiriert schrieb Schaber seine Erfahrungen über dieses Fest der Basisdemokratie nieder, und appellierte an alle Linken diesen bunten Reigen des Aufbruchs zu unterstützen.

Er schickte den Text ab, das erste Mal hatte er das Gefühl, alles richtig zu machen. Doch die Antwort der durch die Auftraggeber erwählten Chefredakteurin Mibby Mibbilante holte ihn zurück auf den Boden der Tatsachen. „Dort sind Faschisten und du schwärmst dumm“, herrschte sie ihn an. „Aber ich sehe hier doch keine …“, versuchte er, sich zu verteidigen. „Dort sind Faschisten. Hat der Chef gesagt. Und Punkt. Was glaubst du eigentlich, wofür du bezahlt wirst, du Lurch.“

Chefredakteurin Mibby Mibbilante diskutiert Textideen mit Fatty McDirty (links im Bild)
Chefredakteurin Mibby Mibbilante diskutiert Textideen mit Fatty McDirty (links im Bild)

„Aber ich habe gelernt, Freundschaftsbändchen zu hekeln…“ Die Diskussion war beendet. Die Chefredakteurin ersetze sytematisch „Demokraten“ durch „Neonazis“, „Revolution“ durch „Putsch“ und „verliebte Zottelhaarträger“ durch „Oligarchen“. Layoutprofi Karl Luschnikow zeichnete eifrig Wolfsangeln und Keltenkreuze in die Bilder, die Schaber geschickt hatte, retuschierte Nackedeis und Kiffer raus, photoshoppte Blumen zu großkalibrigen Knarren. Hie und da kopierte Luschnikow einen kleinen Bandera oder Hitler ins Bild, in die schwarz-roten Fahnen der Anarchisten kritzelte er den nationalistischen Tryzub.

Schaber war traurig. So hatte er sich das Leben als Reporter nicht vorgestelllt. Er schlenderte gebückt zum Bankautomaten, hob 3 Millionen Hrywna ab und kaufte sich Taschentücher, ein kleines Häuschen auf dem Maidan, einige Flaschen vorzüglichen Vodka und eine ukrainische Regierungspartei. „Redaktionslinie ist Redaktionslinie“, sah er nun ein.

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Zurückgekehrt nach Berlin empfing ihn Schmal mit offenen Armen und einer grauenhaften Brennspiritusfahne. „I bin so froh, dass du des überlebt host, oida. Die ganzen Faschisten do, bist du deppat.“ Schaber zögerte. „Da waren überhaupt keine … Ach, was soll´s.“ Er

Schaber und Schmal (sitzend) diskutieren Fragen der Entwicklung des "Lower Class Magazines"
Schaber und Schmal (sitzend) besprechen Fragen der Entwicklung des „Lower Class Magazine“

hatte es sich anders überlegt. Nun, da die Texte liefen, musste er die Lüge geheim halten. „Ja, das war schon hart.“ Er, Schaber, und die ehemalige Piratenchefin Marina Weißband waren die einzigen, die nun die Wahrheit über den Maidan kannten. Die Wahrheit, dass es keine Faschisten dort gab, auf diesem wundervollen Platz der internationalen Solidarität. Doch Schaber war gewillt, diese Wahrheit mit aller Kraft zu unterdrücken. Für Putin. Und für die 30 Millionen, von denen er schon einen nicht unbeträchtlichen Teil in den Aufbau einer unterirdischen Meth-Küche und seltene Briefmarken investiert hatte.

„Du, mir kummt do wos spanisch vor“, begann Schmal ein Gespräch. „I hob auf unsern Blog gschaut und ich schreib da die ganze Zeit Gschichtn aus Wien. Aber i glaub, ich bin gar ned in Wien.“ Schaber und Schmal realisierten, dass sie benutzt wurden. „So kann das nicht weitergehen“, entschieden sie beide und gingen, um zu überlegen, wie sie das Abhängigkeitsverhältnis diversen Schurkenstaaten gegenüber freundlich aber bestimmt beenden konnten, zum Hummer-Diner ins Adlon-Esszimmer. Der Wahrheit zuliebe muss hier eingefügt werden, dass Schmal vermutlich durchaus in Wien war, dies aber schlicht vergessen hatte. Es gibt mehrere anonyme ZeugInnen, die ihn in dieser Zeit tage- und nächtelang zwischen „Fliegendem Holländer“ und „Straußennest“ in der Wiener Leopoldstadt hin- und herziehen gesehen haben wollen. Doch zurück ins Adlon.

„Wir müssen das Geld zurückgeben, Karli. Das sind wir uns selber schuldig. Weißt du noch, unsere Ideale und so. Wieviel hastn du noch von deinen 15 Mille?“ Schmal überlegte. „I waß ned. A bissl was is scho weggangen. Drei oder vier werd i no ham.“ „Drei oder vier?!“

12 Millionen in Suff investiert. Chinesische Beamte kontrollieren eine für Karl Schmal bestimmte Tagesration Wein
12 Millionen in Suff investiert. Chinesische Beamte kontrollieren eine für Karl Schmal bestimmte Tagesration Wein

Schaber war schockiert. „Was hast du mit 12 Millionen Euro in den paar Monaten gemacht?“ „Jetzt reg di ob. Nix hab i gmacht. A bissl was trunken hab ich, und waßt eh wie schnell des Geld weg is, wennst Lokalrunden ausgibst.“ Schaber brauchte einen Moment, um zu realisieren, dass sein Freund tatsächlich 12 Millionen Euro versoffen hatte. Blitzschnell kalkulierte er seine eigenen Vermögenswerte. Er hatte zwar aus einer Laune heraus während seines Kurzbesuchs in Kiew 84 Prozent der ostukrainischen Industrie aufgekauft, aber die hatte inzwischen an Wert verloren. Die Meth-Küche warf einige tausend Euro die Woche ab, aber so konnte er die Luxuskarren, seine ausufernde Briefmarkensammlung und das 94 Zähne umfassende Diamantgebiss, das er sich aus ästhetischen Gründen implantieren hatte lassen, auch nicht mehr refinanzieren.

„Ich glaub, Karli, wir kommen da nicht mehr raus“, sagte er resigniert und spülte den schalen Geschmack mit einem Damenschuh 2009er Château Margaux aus der Kehle. „I hob a Idee!“ grunzte Schmal. „Mir machen eine Spendekampagne für uns auf dem deppaten Blog.“ Zwei Wochen später stellte auch Schmal fest: „Peda, mir kumman do nimma ausse.“ Die Spendenkampagne hatte 2,34 Euro abgeworfen, gespendet von 6800 treuen Lesern.

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Schmal und Schaber gewöhnten sich an ihr Dasein als Propagandaproduzenten für alles und jeden. Ihre Auftraggeber

Der begnadete Fotograf Willi Berg hält eine Sumpfdotterblume für die Ewigkeit fest
Der begnadete Fotograf Willi Berg auf der Silvio Meier Demonstration 2014

hatten mittlerweile die Schlagkraft des „Lower Class Magazines“ erkannt, und begonnen, Schaber und Schmal an die höchstbietenden unterzuvermieten. Mal bezahlte die geheim existierende Terrororganisation „Antifa e.V.“ für simpelste Hetze gegen Patrioten und Islamgegner, mal die Kurden für frei erfundene Kritik an der Regierung Recep Tayyip Erdogans. Schaber weinte Träne um Träne auf sein goldenes Keyboard, wenn er gegen den von ihm sehr geschätzten türkischen Premier und späteren Präsidenten hetzen musste. Schmal versuchte seinen Gram darüber, dass er die Nationalrevolutionäre der Freiheitlichen Partei Österreichs faktenwidrig als „lumpige Neonazibastarde“ beleidigen musste, im Alkohol zu ertränken.

Je nachdem, ob der Mossad oder die PLO mehr an ihre Auftraggeber bezahlten, hetzten sie gegen Palästinenser oder Israelis, kam eine größere Spende aus China ging es gegen die USA. In den kurzen Momenten, in denen der unglaubliche Reichtum ihren Schmerz nicht betäuben konnte, hielt Mibby Mibbilante ihren Widerspruch mit einer Crack-Valium-Mischung nieder, die sie ihnen heimlich in ihren Frühstücksweinbrand mixte. Schwer mitgenommen von der

Redaktionsräumlichkeiten des LCM in Berlin-Kreuzberg
Redaktionsräumlichkeiten des LCM in Berlin-Kreuzberg

Veröffentlichungspraxis des Magazins war auch Willi Berg. Wann immer er sich in die Redaktionsräumlichkeiten im Hinterzimmer des hippen Kreuzberger Wettbüros am Kotti schleppte, sah man ihm die Traurigkeit an, mit der er seiner Beschäftigung nachging. Gab er Fotos ab, die freundliche Anwohner in Marzahn zeigten, die für ihre Rechte demonstrieren, retuschierte Luschnikow den harmlosen Wutbürgern Hitlerbart und -gruß in die Biographie, brachte Berg enthüllende Bilder linker Krawallmacher, ersetzte Luschnikow Stein und Molotow-Cocktail durch Flugblatt und Lollipop.

Lower Class drang weit in den linken Mainstream vor, Abermillionen warteten jeden Tag auf politische Orientierung, geliefert von jenen, die sie für aufrichtige Journalisten im Dienst der Sache hielten. In Wahrheit aber waren Schaber, Schmal und die anderen fest in der Hand dunkler Mächte. An diesem Widerspruch drohten sie zunehmend zu zerbrechen.

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Generalprobe für die Feierlichkeiten des Jahrestages des LCM in Pjöngjang unter dem Motto "Wir fragen nicht, was das lower class magazine für uns tun kann, wir fragen, was wir für das lower class magazine tun können"
Generalprobe für die Feierlichkeiten des Jahrestages des LCM in Pjöngjang unter dem Motto „Wir fragen nicht, was das lower class magazine für uns tun kann, wir fragen, was wir für das lower class magazine tun können“

Dann eines Tages – es war kurz vor dem ersten Jahrestag des Magazins, der in Nordkorea mit einer Militärparade begangen werden sollte – kam es zum Eklat. Mibbilante hatte ihre Aktentasche in der Redaktion vergessen, in der Fatty McDirty spät abends noch Erotik-Seiten nach Strumpffetischvideos durchforstete. Auf der Suche nach einem Taschentuch durchstöberte er – entgegen ausdrücklicher Anweisungen – die Tasche der Chefin und fand einen Aktenordner, der mit „streng vertraulich“ gekennzeichnet war. Er wagte nicht, ihn zu öffnen, er kannte Mibbilantes drakonische Strafen für Ungehorsam – und gerade in diesem Moment konnte er sich ein Dasein ohne Hände nicht gut vorstellen. Rasch kopierte er die für ihn mangels Chinesischkenntnissen unlesbaren Notizen.

Tags darauf überbrachte er sie Schaber, der zog den Betriebsnerd, der fließend Chinesisch beherrschte, zu Rate. Ein Skandal unglaublichen Ausmaßes breitete sich vor den Augen der versammelten Versager aus. „I versteh des ned. Wos san

Chemtrail-Flieger der geheimen Weltregierung, brisante (!!!!) Kopie aus Mibbilantes Geheimmappe
Chemtrail-Flieger der geheimen Weltregierung, brisante (!!!!) Kopie aus Mibbilantes Geheimmappe

Schemtrails?“ Der Betriebsnerd nahm sich ein Herz und erklärte dem delirierenden Karl Schmal, welche Ungeheuerlichkeit die Dokumente enthüllten. „Also, Karl, du hast bisher gedacht, es ging bei diesem Projekt einfach darum, dass ihr eine Unmenge Geld kassiert und dafür Propaganda abliefert, die euren Auftraggebern nutzt. Nun, du lagst falsch. In Wirklichkeit ging es um einen viel hinterhältigeren Plan. Die Artikel, die ihr veröffentlicht habt, enthielten ja auch immer Bilder. Und die hat euer lieber Freund Karl Luschnikow im Auftrag der geheimen Weltregierung, die ihren Sitz in Nordkorea hat, manipuliert.“

„Des wiss ma eh, dass die mapinuliert worn, du Trottl.“ Schmal wurde

Der geheime Plan, brisante (!!!!!!!!) Kopie aus der LCM-Geheimmapppe
Der geheime Plan, brisante (!!!!!!!!) Kopie aus der LCM-Geheimmapppe

ungeduldig. „Ja, aber nicht nur so wie ihr denkt. Luschnikow hat einen für das menschliche Auge unsichtbaren Filter über die Bilder gelegt. Dieser Filter bewirkt, dass im Gehirn von jedem, der auch nur flüchtig über das Bild schaut, biochemische Veränderungen eintreten. Neuronen werden anders verschaltet, die Gehirne der Leser senden nun mittels elektrischer Impulse eine Art Code. Dieses Signal wird in der Kommandozentrale in Plöngjang erfasst, und dann fliegen sie los, die Chemtrail-Flieger. Die werfen Substanzen ab, mit denen die Leute vollends umprogrammiert werden, zu willenlosen Sklaven der nordkoreanischen Juche-Ideologie. Sobald ihr genug Leserinnen und Leser habt, drückt einer in Pjöngjang den Knopf und Bäm!“

The End ....
The End ….

„Na oida.“ Schmal war sprachlos. Schaber studierte die Skizzen zwischen den chinesischen Schriftzeichen, die kleine Fllugzeuge, Strichmännchen und den nordkoreanischen Modezaren Kim Yong-Un zeigten. „Was machen wir jetzt bloß?“, fragte er sich und die anderen. „Saufen gehen“, schlug Schmal vor.

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Ein Gedanke zu „Freundschaftsbändchen, Luxuskarren und Chemtrails“

  1. Selbst als taeglich gebriefter BCPP-Soeldner war ich mir dieser, zugegebenermassen kompliziertglobalen, Lage der Fakten nicht gaenzlich bewusst, wenn auch die kuerzliche Anfrage Kim Jong Un’dings, seinen Onkel meinem Chihuahuawaste-Squad zu ueberlassen, mein kaltes Gemuet in leichte Wallungen versetzte.

    Um weiterhin auf realobjektiver Ebene mitzuhalten, werde/muss ich den bewusstseinsfoerdernden Notwendigkeiten des LCM Folge leisten.
    Eine u.A. schlicht methematische Notwendigkeit.

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