[Istanbul Diaries IV] Bild einer besseren Zukunft

Selbstorganisiert produzieren ist schöner und bringt allen was. Zu Gast bei Kazova Tekstil in Istanbul

Kazova1Keine zwanzig Minuten von Taksim entfernt, in der Hanimefendi-Straße im Stadtteil Sisli, gibt´s einen schönen Klamottenladen. „Diren Kazova“ steht über dem Schaufenster, die Inneneinrichtung würde jeden stilbewussten Berliner Hipster euphorisieren. Der Boden ist mit großen Pflastersteinen ausgelegt, an der Wand kunstvolle Kollagen und Bilder. Verkauft werden Frauen- und Männershirts, Pullover, Strickwesten, Sweater.

[Istanbul Diaries IV] Bild einer besseren Zukunft weiterlesen

Flattr this!

[Grüße aus dem Binnenland V] Industrie halt’s Maul!

Ibad-capitalistn Österreich stehen wir dank der wunderbaren Politik größenwahnsinniger Rechtsradikaler (Verkauf der Hypo-Alpe-Adria-Bank inkl. großzügiger Haftungen für faule Kredite), gepaart mit neoliberalem Irrsinn (endlose „Rettung“ dieser Bank mit Milliarden an Steuergeldern) vor massiven Kürzungen wegen leerer Staatskassen. Denn wenn kein Geld mehr da ist, überlegen sich moderne PolitikerInnen von heute nicht Wege, dieses von dort zu holen, wo es ist, also etwa durch Vermögenssteuern oder Erhöhung von Körperschaftssteuern. Das ist weitgehend tabuisiert und wird auch in den meisten Medien-Kommentaren nicht einmal mehr angedacht. Nein: wenn die Kohle fehlt, dann wird bei denen gekürzt, die sich nicht wehren können oder dies verlernt haben.

 

[Grüße aus dem Binnenland V] Industrie halt’s Maul! weiterlesen

Flattr this!

Montagsdemos – Der Faktencheck

Endlich, es gibt eine neue Bewegung in Deutschland. Die sogenannten Montagsdemos. Hierarchiefrei, parteilos, nicht links, nicht rechts. Was fordern sie? Nur Frieden und dass sich alle Menschen lieb haben sollen. Toll, oder?

FedholzNaja, vielleicht nicht ganz so toll. Angestoßen von einer sich „Anonymous“ nennenden Internetseite, die einen deutschnationalen, verschwörungstheoretischen Videoaufruf in rechter Pathos-Ästhetik auf Facebook postete, ist die neue Friedensbewegung vor allem eines: Eine neu erschlossene Öffentlichkeit für Rechtsesoteriker, neoliberale Chauvinisten und die, die glauben, der Umstand, dass die modernen kapitalistischen Gesellschaften so scheisse sind, habe seine Ursache darin, dass „eine Hand voll Leute“ im „Hintergrund“ die „Strippen“ zieht. Wir haben uns durch die Foren gequält und die Texte der bekanntesten Redner gelesen. Einige „Thesen“ kommen immer wieder vor, wir stellen sie euch vor.

Montagsdemos – Der Faktencheck weiterlesen

Flattr this!

[Istanbul Diaries III] Staatsfeind Brot

60 Menschen werden verhaftet und zusammengeschlagen, weil sie auf dem Taksim-Platz gegen den Polizeimord an einem Fünfzehnjährigen protestieren wollten

berkinbrotGestern Nachmittag war es das Buch. Eine Hundertschaft von Zivilpolizei drangsalierte einige Dutzend Menschen, die zum öffentlichen gemeinsamen Lesen und Bücherverschenken zum Istanbuler Taksim-Platz gekommen waren. Jeder, der ein Buch bei sich hatte, wurde aus dem Gezi-Park vertrieben. Wenige Stunden später, gestern Abend, wurden Brote der inkriminierte Gegenstand, den man auf dem Taksim nicht bei sich führen durfte, wollte man nicht festgenommen werden.

[Istanbul Diaries III] Staatsfeind Brot weiterlesen

Flattr this!

[Istanbul Diaries II] Ultras gegen E-Tickets

In der Türkei protestieren Fußballfans gegen die Kommerzialisierung ihres Sports und die Überwachung in den Stadien.

fbklein7Die Sonne scheint, die Istiklal-Straße ist voll mit Bullen, am Ende knallt´s. Ein normaler Wochenausklang in Istanbul. Heute waren es Supporter aller möglicher Fußballmanschaften, die sich in Galatasaray versammelt haben, um ihren Unmut über den neuerlichen Angriff von Kapital und Staat auf ihren Sport auf die Straße zu tragen. Einige hundert sind gekommen, die Symbole nahezu aller rivalisierenden Teams der ersten Liga sind auf der Demo zu sehen. Galatasaray, Besiktas, Fenerbahce, Trabzonspor – während der Gezi-Proteste letztes Jahr haben sie gelernt, die Konflikte zwischen ihren Clubs zurückzustellen, wenn es gegen den gemeinsamen Feind geht: Die Regierung Tayyip Erdogans, den Bullenapparat oder im jüngsten Fall die Türkische Fussballföderation und die Investmentbank Aktif.

[Istanbul Diaries II] Ultras gegen E-Tickets weiterlesen

Flattr this!

[Istanbul Diaries I] Staatsfeind Buch

Der Gezi-Park ist Gefahrenzone. Wenn du dort ein Buch oder Kleidung verschenken willst, hast du eine Armada von Zivilpolizei am Arsch.

IMG_0334Seit vergangenem Juni ist der Istanbuler Gezi-Park bekanntlich mehr als ein paar Bäume und Grünflächen zum Chillen. Er ist Symbol eines neuen Aufbruchs gegen so ziemlich alles, was in diesem Land falsch läuft, geworden. War er in jenen Tagen im Juni 2013, als die Bullen keine Chance hatten, die meterhohen Barrikaden, die die Kommune vom Taksim vor dem Zugriff des Staates schützten, zu überwinden, zu einem Symbol des Aufbruchs und des Ausprobierens neuer Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens geworden, ist er heute vor allem eins: Gefahrengebiet.

[Istanbul Diaries I] Staatsfeind Buch weiterlesen

Flattr this!

Keiner starb öfter. Best of Jesus-Filme – Teil 1

jesus_erstDies ist der Beginn einer Serie. Dem Thema angemessen denkt diese Serie aber in großen Zeiträumen, und deshalb wird ab nun in jeder Karwoche ein weiterer Teil veröffentlicht. Wer Jahrtausende lang auf den Erlöser warten kann, kann auch ein Jahr auf einen Artikel warten. Geplant war das zunächst nicht. Allerdings hat sich bei der Vorbereitung für den Beitrag herausgestellt, dass der Mensch nur eine bestimmte Menge an Jesus-Filmen ertragen kann ohne ein unerträgliches Bedürfnis nach Selbstgeißelung nebst Schuld- und Sündhaftigkeitsgefühlen zu entwickeln. Der Autor musste seinen Jesus-Film-Konsum also aus gesundheitlichen Gründen drastisch einschränken.

Keiner starb öfter. Best of Jesus-Filme – Teil 1 weiterlesen

Flattr this!

„Die soziale Frage spielt eine große Rolle“

Interview mit Andrej Hunko (gerade Donezk) über die Situation im Osten der Ukraine

ukraine1Sie sind derzeit in Donezk, wie wir ihrer Facebook-Seite entnommen haben. Wie stellt sich die Situation dort dar? Wie viele Menschen protestieren vor Ort und was sind ihre Forderungen?

Ich war gestern vor dem besetzten Gebäude der Gebietsverwaltung, das mit zwei Reihen von Barrikaden abgeriegelt ist. Dort hielten sich vielleicht 300, 400 Menschen auf. Hinter der ersten Barrikade habe ich mit einigen gesprochen. Die Sorge ist sehr groß, was die gegenwärtige Regierung in Kiew angeht. Zum einen erkennen sie die Regierung in Kiew nicht an. Sie sagen, sie ist illegitim, eine Regierung unter Einbindung von Nationalisten und Faschisten.
„Die soziale Frage spielt eine große Rolle“ weiterlesen

Flattr this!